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Allgemein
20.08.2019

Zum Abschluss der Ausbildung: Ausbildungszeugnis – das sind Ihre Pflichten

Es ist Ihre Pflicht, jedem Auszubildenden, der das Ausbildungsunternehmen verlässt oder nach der Ausbildung im Unternehmen bleibt, ein Ausbildungszeugnis zu schreiben. Das gilt natürlich auch, wenn Ihr Auszubildender seine Ausbildung in verkürzter Form durchlaufen hat. Das Berufsbildungsgesetz verlangt von Ihnen, dass Sie dieser Verpflichtung pünktlich nachkommen. In den meisten Fällen ist das Ausbildungszeugnis dann fällig, wenn Ihr Azubi die Ausbildung mit der bestandenen Prüfung beendet hat. Er hat aber auch das Recht auf ein Zeugnis, wenn er die Prüfung nicht besteht, diese auch nicht wiederholt und das Ausbildungsunternehmen verlässt. Selbst wenn er mitten in der Ausbildung kündigt oder Sie ihm aus wichtigem Grund kündigen, hat er ein Recht auf ein Zeugnis. Kommen Sie dem also in jedem Fall nach.

So unterscheiden Sie einfaches und qualifiziertes Ausbildungszeugnis

Das einfache Zeugnis enthält lediglich Angaben zur Art, Dauer und zum Ziel der Berufsausbildung. Zudem listet es die erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten auf. Das qualifizierte Zeugnis macht zusätzlich Angaben zur Leistung des Auszubildenden und zu seinem Verhalten.

Beachten Sie: Das einfache Zeugnis müssen Sie unaufgefordert ausstellen Ein einfaches Zeugnis müssen Sie in jedem Fall schreiben. Ein qualifiziertes Zeugnis wird fällig, wenn der Auszubildende ein solches Zeugnis – also mit Verhaltens- und Leistungsbeurteilung – von Ihnen verlangt.

Das Ausbildungszeugnis muss direkt nach der Abschlussprüfung vorliegen

Der Auszubildende hat mit Beendigung des Ausbildungsverhältnisses Anspruch auf ein Zeugnis. Das bedeutet, dass dieses bereits direkt nach der durchgeführten und im besten Fall bestandenen Abschlussprüfung vorliegen muss. Daher ist zu empfehlen, alle Ausbildungszeugnisse schon vor den letzten Prüfungen Ihrer Azubis zu formulieren. Mit dem Bestehen können Sie unterschreiben bzw. Unterschriften einholen. So ist gewährleistet, dass das Zeugnis pünktlich an den Auszubildenden übergeben werden kann.

Beachten Sie: Eine verspätete Zeugnisübergabe kann zu Schadensersatzansprüchen führen Wird das Zeugnis nicht oder nicht rechtzeitig übergeben und entsteht dem Auszubildenden dadurch ein Schaden (weil er beispielsweise eine Anschlussausbildung oder einen Arbeitsplatz deshalb nicht erhalten hat), dann ist das Ausbildungsunternehmen schadensersatzpflichtig. Sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, dann muss direkt das Arbeitsgericht, nicht der Schlichtungsausschuss der Kammer, angerufen werden. Dieser ist nur zuständig, wenn der Streit im laufenden Ausbildungsverhältnis entstanden ist.

Ein Beitrag von Autor Martin Glania.

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