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Recht
09.09.2018

Die Witterung ist kein Grund für Verspätungen!

„Ich konnte nicht pünktlich kommen, da aufgrund der Witterungsverhältnisse die Bahn Verspätung hatte!“ Solche und ähnliche Ausreden hört man häufig in den kalten Monaten. Umso wichtiger, dass Sie Ihren Auszubildenden deutlich machen:

Der Winter, die Frühjahrsstürme und auch der Herbst kommen nicht überraschend. Und es ist Aufgabe eines jeden Azubis, dafür Sorge zu tragen, auch bei schlechten Witterungsverhältnissen pünktlich zur Ausbildungsstelle oder in die Berufsschule zu kommen.

Machen Sie den Azubis folgende Grundsätze klar

  • Der Auszubildende hat die Pflicht, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, so wie es in seinem Ausbildungsvertrag festgehalten ist.
  • Natürlich kann es passieren, dass man sich verspätet. Trotzdem sollte Ihr Azubi versuchen, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Das heißt für ihn: im Winter vorm Schlafengehen einen Blick auf die Wettervorhersage zu werfen und sich gegebenenfalls auf längere Anfahrtszeiten einzurichten.
  • Sollte Ihr Azubi doch mal zu spät kommen, ist es empfehlenswert, mit ihm zu vereinbaren, wen er in solchen Fällen wie zu informieren hat. Möglich ist beispielsweise eine kurze Mail per Smartphone oder ein Anruf.

Wenn der Ausnahmefall eintritt und der Weg zur Arbeit unmöglich ist

Die Arbeitsleistung ist grundsätzlich an die vereinbarte Arbeitszeit geknüpft. Das gilt auch für die Auszubildenden. Versäumt der Azubi die Erbringung der Arbeitsleistung, so kann diese deshalb nicht mehr nachgeholt werden.

Kommt Ihr Azubi, aus welchen Gründen auch immer, nicht in den Betrieb, wird ihm seine Arbeitsleistung also unmöglich (§ 275 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch). Dies gilt auch bei witterungsbedingten Arbeitsausfällen.

 

Achtung!

Sie können dann von einem Azubi keine Nacharbeit verlangen. Es spricht jedoch nichts dagegen, dass Ihr Azubi freiwillig die versäumte Zeit nacharbeitet; verlangen und einklagen können Sie dies allerdings nicht.

Witterungsbedingte Gründe können z.B. sein:

  • unpassierbare Straßen wegen Schneefalls, Schneeverwehungen oder Lawinen;
  • unpassierbare Straßen wegen Erdrutsch, Sturmschäden oder Glatteis;
  • Ausfall von öffentlichen Nahverkehrsmitteln aufgrund der Witterung;
  • Überschwemmungen

Grundsätzlich gilt: Das Wegerisiko trägt der Azubi

Kommt Ihr Azubi nicht zur Arbeit, könnten Sie seine Ausbildungsvergütung sogar kürzen. Aber: Ich empfehle, ihn nacharbeiten zu lassen. Schon allein deshalb, damit er sieht: Auch im Winter muss ich mich bemühen, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen.

Autor: Günter Stein

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