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Ausbildungsqualität
10.02.2019

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Wie Sie die Macht nonverbaler Signale nutzen

Jeder Mensch sendet nonverbale Signale aus. Ihre Auszubildenden tun das, aber auch Sie als Ausbilder. Das fast schon Geniale daran: Sie selbst können steuern, welche Botschaft Sie mit Ihren nonverbalen Signalen vermitteln wollen. Genau damit sind enorme Chancen verbunden, die Sie nutzen können – und sollten. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie im Folgenden.

Diese Chancen können Sie unabhängig davon nutzen, ob Ihr Gegenüber die Signale bewusst oder unbewusst aufnimmt. Gesichtsausdrücke und Körpersprache werden nämlich ständig „gelesen“ – egal, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht.

Gesichtsausdruck: Bitte lächeln!

Das wichtigste Mittel, um Ihren Auszubildenden positiv zu stimmen, um ihn zu motivieren, zum Sprechen anzuregen oder dazu, Ihnen genau zuzuhören, ist Ihr Lächeln. Ein freundlicher Gesichtsausdruck, eine lächelnde Mundpartie – das wirkt bei fast allen Menschen, sogar über Kulturen hinweg. Sie werden merken: Ihr Lächeln steckt an – was dazu führt, dass Sie auch das Lächeln Ihres Auszubildenden für eine positive Gesprächsführung nutzen können. So inspirieren Sie sich gegenseitig.

Beachten Sie: Viele Menschen sind in der Lage, ein Lächeln zu erkennen, obwohl sie das Gesicht ihres Gesprächspartners überhaupt nicht sehen. Deshalb sollten Sie auch dann nicht auf nonverbale Gesten verzichten, wenn Sie mit einem Azubi telefonieren. Lächeln Sie auch am Telefon!

Körperhaltung: Öffnen Sie sich

Auch der Rest Ihres Körpers ist geeignet, Gespräche positiv zu beeinflussen. Nonverbale Signale gehen auch von Ihrer Körperhaltung aus. Wenden Sie sich dem Auszubildenden zu, wenn Sie mit ihm sprechen. Öffnen Sie sich auch körperlich, beispielsweise mithilfe Ihrer Arme, statt zusammengesunken vor einem Auszubildenden zu sitzen.

Das Verwenden von Gesten, aber auch eine bewusst gewählte aufrechte Haltung spielen hierbei eine besonders wichtige Rolle.

 

Blickkontakt: Sehen Sie und lassen Sie sehen

Darüber hinaus sollten Sie mit Ihrem Gesprächspartner Blickkontakt halten. Sie können zwar nicht davon ausgehen, dass Auszubildende ausnahmslos in der Lage sind, Blickkontakt aufzunehmen und zu halten. Trotzdem sollte Ihr Blick fest sein und zumindest immer wieder zum gegenseitigen Blickkontakt auffordern.

So signalisieren Sie einerseits Selbstbewusstsein, andererseits aber auch Ihre Konzentration auf Ihren Auszubildenden. Da Azubis im Unternehmen manchmal darunter leiden, von bestimmten Kollegen nicht ernst genommen zu werden, kommt Ihrem Blick und der Blickrichtung besondere Bedeutung zu.

Mein Tipp: Nutzen Sie den Blickkontakt für eigene Erkenntnisse und betrachten Sie den Blick in die Augen eines Auszubildenden als „Fenster zur Seele“: Was spüren Sie, wenn er Ihrem Blick ausweicht? Und was empfinden Sie, wenn er Sie ebenfalls anschaut? Sie können Rückschlüsse darauf ziehen, wie es Ihrem Azubi geht, wie es um sein Selbstbewusstsein bestellt ist und natürlich auch, wie er sich gegenüber Kunden verhalten könnte. Beobachten Sie daher seine Entwicklung im Rahmen verschiedener Gespräche. Stellen Sie Reifeproesse und Defizite fest und reden Sie darüber. Vor allem ist es so möglich, das Auftreten des Auszubildenden gegenüber Kollegen und Kunden zu optimieren.

Achtsamkeit: Zeigen Sie echtes Interesse an Ihrem Azubi

Unter Achtsamkeit versteht man eine besondere Form der Aufmerksamkeit. Ein Ausbilder, der achtsam ist, registriert die Verhaltensweisen um ihn herum vorurteilsfrei und sehr bewusst. Er ist im hohen Maße emphatisch und signalisiert seinem Auszubildenden stets, für ihn da zu sein.

Auf konkrete Gesprächssituationen mit Ihrem Azubi bezogen, bedeutet das: Zeigen Sie echtes Interesse am Auszubildenden. Das können Sie nicht nur durch Körperhaltung und Blickkontakt unterstreichen, sondern auch dadurch, dass Sie sich kurz Notizen machen, dass Sie nachfragen und dass Sie Bestätigung signalisieren, beispielsweise durch ein Nicken mit dem Kopf.

Mein Tipp: Um als authentisch, achtsam und besonders interessiert angesehen zu werden, ist nicht unbedingt detailliertes Training erforderlich. Versuchen Sie vielmehr, falls Sie bei sich in dieser Hinsicht Defizite sehen, die Einstellung zum jungen Menschen, die Einstellung zu Ihren Auszubildenden, zu verändern. Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Azubis, der Ihnen gegenübersitzt: Was denkt er? Was ist sein Ziel? Was hat ihn zuletzt bewegt? Das allein sorgt häufig schon für die richtigen nonverbalen Verhaltensweisen, für Authentizität und für die Achtsamkeit, der zurzeit viel Bedeutung beigemessen wird.
Autor: Martin Glania

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