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Ausbildungsqualität
12.02.2019

Ihre Maßnahmen, wenn ein Azubi sehr unreif erscheint

Minderjährige Auszubildende sind körperlich und geistig höchst unterschiedlich entwickelt. Manche könnten genauso gut volljährig sein, andere wiederum kommen Ihnen vor wie Kinder. Dementsprechend müssen Sie als Ausbilder mit der Situation flexibel umgehen.

Ein 16- oder 17-jähriger Auszubildender kann durchaus den Reifegrad eines 13- oder 14-Jährigen haben. Sie erkennen das am Umgang mit den Kollegen, an seinem kommunikativen Verhalten, an den Witzen, die er macht und über die er lacht, und an seinem Freizeitverhalten, von dem er erzählt oder das Sie in der Pause erleben. Das alles signalisiert Ihnen: Die Ausbildung kommt für diesen jungen Menschen reichlich früh. Ihn müssen Sie ganz besonders behandeln.

3 Hilfestellungen, wenn Sie besonders unreife Auszubildende beschäftigen

  1. Vergeben Sie an solche Azubis nur Arbeiten, bei denen Sie ziemlich sicher sein können, dass sie den Auszubildenden nicht überfordern. So geben Sie ihm das Gefühl, dass er bei Ihnen richtig ist und dass die Ausbildung zu ihm passt. Mit fortschreitendem Reifegrad können Sie den Schwierigkeitsgrad der Tätigkeiten entsprechend erhöhen.
  2. Beschäftigen Sie solche Auszubildenden grundsätzlich nur in einem Arbeitsumfeld, das den Umgang mit jungen Menschen, die keine Verhaltensweisen von Erwachsenen an den Tag legen, gewohnt ist. Die Kollegen und der zuständige Ausbilder müssen besonders feinfühlig und in der Lage sein, das Leistungsvermögen des jungen Menschen richtig einzuschätzen. Notfalls sollte der zuständige Ausbilder seine schützende Hand über den Azubi halten. Macht sich ein Auszubildender durch seine unreifen Verhaltensweisen nämlich zum Gespött der Kollegen, dann kann das bei Mobbing enden und letztlich auch zum Ausbildungsabbruch führen.
  3. Sprechen Sie mit solchen Auszubildenden überdurchschnittlich oft. Das Gespräch mit Azubis ist ohnehin Ihr wichtigstes Führungsinstrument. Fällt ein Auszubildender durch unreife Verhaltensweisen auf, dann setzen Sie dieses Instrument ganz gezielt ein. Analysieren Sie Situationen, in denen es aufgrund des Verhaltens zu Problemen kam, ganz genau. Stellen Sie aber auch fest, was der Auszubildende richtig gemacht hat und welches Verhalten bei den Kollegen und den Ausbildern gut ankommt. So sorgen Sie für Orientierung – und fördern letztlich auch die Entwicklung des jungen Menschen.
Mein Tipp: Macht der Azubi Fortschritte bei seinem Reifungsprozess, thematisieren Sie das mit Fingerspitzengefühl, ohne auf die Defizite der Vergangenheit explizit hinzuweisen. Formulieren Sie beispielsweise so: „Sie haben in den letzten Monaten gezeigt, dass Sie mit der Ausbildung wachsen. Es fällt Ihnen immer leichter, sich geschickt zu verhalten und Aufgaben souverän zu lösen. Das ist nicht zu übersehen.“
Autor: Martin Glania

 

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