0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
vege - Fotolia
Recruiting
14.02.2020

Welche Bewerber-Infos dürfen Sie recherchieren?

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) befasst sich auch mit Bewerber-Infos,also mit Informationen über Bewerber. Diese dürfen Sie als Ausbildungsverantwortlicher nicht uneingeschränkt im Internet recherchieren. Nach den §§ 28 und 32 BDSG ist Ihnen das nur erlaubt, wenn

  • eine Recherche für
    die Entscheidung über die Begründung, Durchführung oder
    Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses erforderlich und insgesamt verhältnismäßig ist,
  • Sie nur allgemein zugängliche
    Daten recherchieren. Auch dann dürfen
    allerdings keine überwiegenden Interessen des
    Betroffenen dagegen sprechen.

Frei zugängliche Bewerber-Infos

Bewerber-Infos, die über Suchmaschinen frei recherchierbar sind, sind als allgemein zugänglich im Sinne des BDSG zu bezeichnen. Recherchieren Sie jedoch nicht über eine Suchmaschine, sondern in sozialen Netzwerken, wird die Angelegenheit etwas komplizierter. Keine Gedanken müssen Sie sich machen, wenn Sie Bewerber-Infos recherchieren, ohne bei dem sozialen Netzwerk angemeldet zu sein. Das ist zulässig.

Darüber hinaus sollten Sie das zu Bewerber-Infos wissen

  • Berufsbezogene Netzwerke wie XING und LinkedIn gelten als problemlos. Allerdings sind Profile in diesen Netzwerken unter Schülern eher die Ausnahme.
  • Freizeitorientierte Netzwerke wie Facebook können mit Einschränkungen genutzt werden. Allerdings dürfen entsprechende Informationen nicht erschlichen werden. Beispielsweise, indem man sich unter einem Decknamen gezielt in den Freundeskreis eines Bewerbers einschleust.
  • Die Nutzung von frei zugänglichen Daten in freizeitorientierten Netzwerken ist umstritten. Eine höchstrichterliche Rechtsprechung liegt noch nicht vor. Wenn Sie also über Facebook Informationen erhalten, ohne mit einem Bewerber befreundet zu sein, dann ist hierüber noch keine abschließende rechtliche Bewertung möglich.

Tipp: Überschätzen Sie die Informationen nicht, die Sie in freizeitorientierten sozialen Netzwerken finden. Wer sich hier eher locker präsentiert, kann dennoch ernsthaftes Interesse haben, einen Beruf zu erlernen. Wer sehr viele sogenannte Freunde hat, ist noch lange nicht besonders beliebt und umgänglich. Insofern empfehle ich, soziale Netzwerke wie Facebook – auch aus den oben genannten rechtlichen Gründen – bei der Informationsrecherche über Bewerber nicht zu nutzen.

Ein Beitrag von Martin Glania.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
„Sie lügen“ – Abmahnung rechtens?

Wer einen anderen einer Lüge bezichtigt, ohne dafür eine Grundlage zu haben, der hat eine Grenze überschritten. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz hat für einen solchen Fall eine Abmahnung als rechtens eingestuft... Weiterlesen

23.10.2017
So wirken Ihre Anweisungen garantiert motivierend

Folgende Situation kennen Sie sicherlich: Sie rufen einem Auszubildenden noch kurz einen Arbeitsauftrag zu, bevor Sie das Büro oder die Lehrwerkstatt wegen eines Termins verlassen. Später dämmert Ihnen, dass dies kein gutes... Weiterlesen

23.10.2017
4 Tipps zum Umgang mit der Generation Z

Die Azubis, die sich bei Ihnen bewerben, sind Vertreter der sogenannten Generation Z, also junge Menschen ab dem Geburtsjahr 1995. Sie gehören zu den „digital natives“, die seit frühestem Kindesalter mit Technologien wie dem... Weiterlesen