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Ausbildungsqualität
10.07.2018

Projekt „Alt lernt von jung“ − So sieht Weiterbildung für Azubis aus

Die Generation der Azubis, die jetzt ins Berufsleben einsteigt bzw. noch einsteigen wird, ist technisch sehr versiert und mobil. Sie ist anspruchsvoll. Sie ist bereit, Spitzenleistung zu bringen, möchte dafür aber auch konkret wissen, wie ihr Weg zum Erfolg aussieht. Die Mitglieder dieser sogenannten Generation Z sind ehrgeizig und stellen hohe Erwartungen an Sie. Wie Sie diese als Coach erfüllen können, zeigen die folgenden Beispiele.

Die kommenden Azubis wünschen sich von Ihnen kontinuierliches Feedback. Das hat zum Teil sicher damit zu tun, dass diese jungen Menschen durch Facebook, Twitter und SMS an permanente Kommunikation gewöhnt sind.

Die junge Generation stellt Sie und Ihre Führungsarbeit also vor neue Herausforderungen. Nutzen Sie dies zum Vorteil für Ihr Unternehmen und gehen Sie in der Ausbildung neue Wege.

  1. Reverse Mentoring = umgekehrtes Mentoring

Bei dieser Art des Mentorings betreuen Azubis Führungskräfte, die in der Hierarchie über ihnen stehen. Der Senior lernt vom Junior. Die Botschaft an den Junior lautet: „Wir brauchen dich!“

So könnte beispielsweise eine Aufgabe für den Azubi lauten: Erklären Sie Ihrem Vorgesetzten die Möglichkeiten einer Kundenbetreuung über Social-Media-Plattformen.

Beide Seiten erhalten so einen Einblick in die Arbeit des jeweils anderen und einen Kontakt, der sonst so eher nicht entstanden wäre. Die Azubis bekommen zudem eine Gelegenheit, frühzeitig ihre Fähigkeiten zu präsentieren.

Beispiel: Time Warner steigert seine Unternehmensintelligenz, indem die Generation Facebook zur gezielten Weiterbildung seiner Mitarbeiter eingesetzt wird. Dort werden die Mitarbeiter des Medienkonzerns im Reverse-Mentoring-Programm von technikaffinen College-Schülern über die neuesten Internettrends aufgeklärt. Das Projekt bringt viel frischen Wind und vor allem frische Ideen ins Unternehmen, sodass es nun auf alle Standorte des Unternehmens erweitert wurde.

  1. Online-Plattformen für Schulungen und Feedback

Online-Plattformen können Sie hervorragend zum Erfahrungsaustausch und für Schulungen nutzen: In Foren können sich die Azubis austauschen, Unterlagen zum Download hinterlegen, Gruppenbefragungen durchführen sowie über einen Kalender auf Veranstaltungen und Treffen hinweisen.

Dabei leiten mal Sie ein Treffen, mal coachen sich die Azubis gegenseitig oder arbeiten an einem konkreten Themenschwerpunkt.

Die Vorteile: So können Sie viele Azubis auf einmal schulen. Verschiedene Standorte oder gar Zeitzonen stellen kein Hindernis mehr dar. Und auch dem Bedürfnis der neuen Azubi-Generation, allzeit ein Feedback bezüglich der eigenen Leistung zu erhalten, können Sie mithilfe der Technik durch ein sogenanntes Mikrofeedback nachkommen. Azubis sind Kurznachrichten wie SMS oder auch Twitter gewöhnt. Dementsprechend empfindet diese Generation neben den klassischen Beurteilungsgesprächen knappe Bewertungen im Twitter-Stil als schnelle und aktuelle Information ausreichend und hilfreich.

 

  1. Anonymes Mentoring

Hier tauschen sich Mentor und Azubi (= Mentee) ausschließlich online aus. Der Mentor ist in dem Fall eine externe Person, beide Seiten bleiben füreinander anonym. Zusammen kommen Mentor und Mentee über einen psychologischen Test sowie über den Check ihrer Profile hinsichtlich Tätigkeit und Erfahrung.

Für die Dauer von etwa 6 bis maximal 12 Monaten übernimmt der externe Manager oder auch Coach das Mentoring. Der Vorteil: Die Anonymität erlaubt beiden Seiten eine Offenheit, zu der es sonst in Gesprächen mit Ihnen nicht kommt.

Weitere praxiserprobte Projekte zur Ausbildungsförderung

  • Auszubildende erstellen einen Flyer zur Ausbildung in Ihrem Unternehmen. Dieser wird an Schulen, auf Elternabenden sowie im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen verteilt und unterstützt Ihr Ausbildungsmarketing.
  • Azubis erstellen einen Wegweiser durch die Ausbildung „für die neuen Azubi-Kollegen“.
  • Azubis arbeiten die Neuen ein: Auszubildende des 2. und 3. Ausbildungsjahres arbeiten selbstständig die neuen „Azubis“ ein – zusätzlich zu ihrer eigenen Ausbildung. Das Ziel: Die Auszubildenden sollen lernen, ihre Berufslaufbahn selbst zu gestalten und sich auf eine unbestimmte Zukunft einzustellen. In ausbildungsbegleitenden Seminaren, Workshops und Feierabendtreffen entwickeln die teilnehmenden Jugendlichen individuelle Lernkompetenzen, setzen sich mit ihren Fähigkeiten und Berufsperspektiven auseinander und trainieren die Selbstvermarktung

Weitere Tipps um erfolgreiche Feedback zu geben, finden Sie hier.

Autor: Günter Stein

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