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Ausbildungsqualität
19.03.2019

Was versteht man unter einer Verbundausbildung?

Frage: Wir haben als sehr kleiner Betrieb oft Probleme damit, dem Azubi alles beizubringen. Bei einem Ausbilder-Stammtisch sagte eine Kollegin, ich solle eine Verbundausbildung initiieren. Ich wollte nicht nachfragen, um nicht unwissend dazustehen. Daher meine Frage an Sie: Was ist das und wann ist das möglich?

Antwort: Das Dilemma kennen nicht nur Sie: Viele Ausbildungsordnungen sind heute so anspruchsvoll, dass Betriebe die Anforderungen an die Berufsausbildung häufig nur noch unter großen Schwierigkeiten erfüllen können. Insbesondere, wenn Sie ein kleineres oder spezialisiertes Unternehmen betreiben, können Sie möglicherweise nicht alle vorgegebenen Ausbildungsinhalte optimal vermitteln.

In einer solchen Situation bietet sich als Lösung an, die Ausbildung in Kooperation mit anderen Betrieben durchzuführen, die über die notwendigen freien Kapazitäten verfügen. Dies ist die sogenannte Verbundausbildung.

Mein Tipp: Auch wenn Sie noch keine Ausbildungserfahrung haben, bietet sich als Einstieg eine Beteiligung an einem solchen Verbund an. Möglicherweise gibt es in Ihrem Bundesland auch staatliche Zuschüsse. Informieren Sie sich beim Wirtschaftsministerium Ihres Landes oder bei den Kammern.

Das sind die Möglichkeiten der Verbundausbildung

Die Verbundausbildung gibt es in verschiedenen Varianten:

  1. Betriebliche Auftragsausbildung

Hierbei übernehmen Industrieunternehmen Ausbildungsmodule für kleine und mittelständische Unternehmen gegen Erstattung der anfallenden Kosten.

  1. Zusammenschluss von Ausbildungsbetrieben

Bei diesem Modell kooperieren verschiedene Betriebe – entweder selbstständig oder in Form eines Ausbildungsvereins. Jeder Betrieb ist dabei für einen bestimmten Ausbildungsabschnitt verantwortlich. Insgesamt durchläuft der Auszubildende den kompletten betrieblichen Ausbildungsteil in den verschiedenen Betrieben.

Mein Tipp: Bei Interesse an einer Verbundausbildung wenden Sie sich an Ihre Kammer oder Innung. Diese können Ihnen mögliche Vertragspartner nennen.

 

 

Bilden Sie auch als großer Betrieb an anderer Stelle aus

Ganz unabhängig davon, ob Sie selbst in der Lage sind, alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln, können Sie immer an eine Verbundausbildung denken.

Denn dadurch, dass Ihr Auszubildender bei einer Verbundlösung in unterschiedlichen Betrieben tätig ist, lernt er ein breiteres Spektrum an Tätigkeiten und Rahmenbedingungen kennen. Hierdurch fördern Sie die Flexibilität und die kommunikativen Fähigkeiten Ihres Azubis.

Und mit einer abwechslungsreichen Ausbildung erhöhen Sie auch dessen Motivation.

Autor: Günter Stein

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