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Recht
12.03.2019

Muss ich ein vorläufiges Ausbildungszeugnis ausstellen?

Frage: Eine Auszubildende, die wir nach der Ausbildung leider nicht übernehmen können (das weiß sie schon), möchte gerne ein vorläufiges Ausbildungszeugnis haben. Sie wünscht sich ein sogenanntes qualifiziertes Zeugnis, in dem wir auch ihre Leistungen und ihr Verhalten bewerten. Sie argumentiert damit, dass sie sich ab Herbst bewerben möchte.

Müssen wir ein solches qualifiziertes vorläufiges Ausbildungszeugnis ausstellen?

Wenn ja, entfällt dann unsere Pflicht, das endgültige Ausbildungszeugnis zu erstellen? Grundsätzlich wollen wir diese Auszubildende nicht mehr als notwendig unterstützen, da sie für uns aufgrund ihrer zahlreichen Fehlverhalten zur Belastung geworden ist.

Antwort: Nein, Sie müssen kein vorläufiges Ausbildungszeugnis ausstellen. Das Berufsbildungsgesetz erwartet erst zum Ende der Ausbildung von Ihnen, dass Sie ein Ausbildungszeugnis schreiben. Grundsätzlich möchte ich zu Ihrem speziellen Fall noch ein paar Ausführungen machen. Auch wenn das Ausbildungsverhältnis mit dieser Auszubildenden belastet ist, empfehle ich dringend, ihrem Wunsch nach einem vorläufigen Ausbildungszeugnis nachzukommen. So hat sie bessere Chancen, nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu bekommen.

Bedenken Sie Folgendes: Wenn die Auszubildende – beispielsweise über soziale Netzwerke – publik macht, dass Sie ein vorläufiges Zeugnis für Bewerbungsaktivitäten verweigern, dann schadet das Ihrem Ruf. Schon deshalb würde ich der Bitte nachkommen. Ein Zeugnis zum Ende der Ausbildung müssen Sie trotzdem noch schreiben. Dann können Sie aber bestimmt einige Passagen des vorläufigen Zeugnisses verwenden.

Autor: Martin Glania

 

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