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Ausbildungsqualität
09.10.2018

Mit diesen 8 Spielregeln sichern Sie sich das Vertrauen Ihrer Azubis

Ihre Azubis brauchen Sie als glaubwürdigen Vorgesetzten. Sie achten sehr genau darauf, ob Ihr Handeln mit Ihren Worten übereinstimmt. Wenn sie Diskrepanzen feststellen, nehmen Sie sie immer weniger ernst und hören schließlich kaum noch hin, wenn Sie etwas sagen. Das macht Führen unmöglich! Ehrlichkeit in Ihrer Kommunikation und in Ihrem Handeln beweisen Sie, wenn Sie sich an die folgenden Regeln halten:

  1. Was Sie sagen, stimmt

Und das gilt nicht nur im direkten Verhältnis zum Auszubildenden, sondern beispielsweise auch im Kundenkontakt. Wenn Ihre Azubis beispielsweise mitbekommen, dass Sie einem Kunden einen Termin zusagen, von dem klar ist, dass er nicht gehalten werden kann, dann verlieren Sie Ihre Glaubwürdigkeit. Ihre Auszubildenden beobachten sehr genau, wie es um Ihre Ehrlichkeit gegenüber Dritten bestellt ist. Daraus schließen sie, was sie Ihnen in Bezug auf die eigene Person glauben können!

  1. Ihr Lob ist ehrlich gemeint

Ihre Azubis haben ein sicheres Gespür für das, was Sie tatsächlich als lobenswert ansehen und was nicht. Unehrliches Lob aus „taktischen Gründen“, etwa um die Motivation zu steigern, empfinden Auszubildende als Manipulation!

Oft ist so ein Lob auch sehr unspezifisch, wie z. B. „Das haben Sie gut gemacht!“. Ehrliches Lob ist immer spezifisch und direkt: „Herr Kunze, wie Sie auf die harten Einwände und die Kritik von Herrn Fischer reagiert haben – super. An Ihren Argumenten habe ich Ihre gute Vorbereitung sofort bemerkt!“

  1. Sie formulieren Ihr kritisches Feedback klar und eindeutig

Ihre Azubis können hin und wieder selbst deutliche Kritik gut vertragen. Was sie nicht mögen, ist verklausulierte Kritik, die nicht klar geäußert wird. Sie sehen darin Konfliktscheu ihres Vorgesetzten. Schließlich gehört es zu den Aufgaben einer Führungskraft, auch unangenehme Sachverhalte klar und deutlich zu kommunizieren!

  1. Sie lassen angekündigten Konsequenzen auch tatsächliche folgen

„Wenn Sie morgen wieder zu spät kommen, muss ich das in meinem Bericht festhalten.“ Wenn Sie einem Auszubildenden bei wiederholtem Fehlverhalten Konsequenzen androhen, müssen Sie die Sache dann auch durchziehen. Sie mögen zunächst einmal hart wirken, sorgen jedoch für Respekt. Ihre Azubis und Ihre eigenen Vorgesetzten nehmen Sie ernst und hören auf Sie. Auch anderen Mitarbeitern zeigen Sie damit, wo die Grenzen des eigenen Verhaltens sind.

 

  1. Sie setzen Entscheidungen konsequent um

Führungskräfte, die es jedem recht machen wollen, tun sich oft schwer, überhaupt zu einer Entscheidung zu kommen. Wenn sie schließlich entschieden haben, leiden sie am Widerstand derer, die mit dem Ergebnis unzufrieden sind. Ihre Azubis sehen in fehlendem Mut zu unpopulären Entscheidungen auch einen Mangel an Ehrlichkeit. Der Chef soll also das, was er für richtig hält, auch beherzt umsetzen.

  1. Sie halten Ihre Versprechen und Zusagen ein

Seien Sie vorsichtig mit Versprechen! Ihre Auszubildenden erwarten, dass ein ehrlicher Chef zu seinem Wort steht. Wenn Sie etwa einem Azubi bei erfolgreichem Abschluss seines Projekts einen Bonus versprochen haben, muss er auch kommen. Dann gelten keine Argumente wie „Der Personalchef hat leider nicht zugestimmt“ oder „Ich würde Ihnen gern einen Bonus zukommen lassen, aber das geht wegen der Sparvorgaben im Moment nicht“.

  1. Sie stehen zu Ihren eigenen Schwächen

Dass Ihnen auch nicht immer alles gelingt, dass Ihnen gelegentlich Fehler unterlaufen und dass Sie nicht alles wissen oder können, ist Ihren Auszubildenden bekannt. Das macht Sie eher sympathisch. Niemand will ein unfehlbares Universalgenie zum Vorgesetzten haben. Die Hochachtung Ihrer Azubis, Ihrer Kollegen und auch Ihrer eigenen Chefs bekommen Sie, wenn Sie ehrlich zu dem stehen, was Sie „verbockt“ haben. Ihrem Vorbild folgend, werden Ihre Mitarbeiter dann auch zu ihren Irrtümern und Missgeschicken stehen – und das erleichtert die Führungsarbeit und hilft, aus den Fehlern wirklich zu lernen!

  1. Ihr Verhalten spiegelt die Werte des Unternehmens

Als Ausbilder leben Sie die Orientierung an den ethischen Werten des Unternehmens vor. Dabei spielt Ihr Vorbild eine Schlüsselrolle. Ihre Azubis wollen einen Chef, bei dem die Ansprüche ans Team übereinstimmen mit dem, was er mit seinem eigenen Verhalten vorlebt. Alles andere wäre unehrlich.

Mein Fazit für Sie

Ehrlichkeit ist ein hoher ethischer Wert und die Grundlage vertrauensvoller zwischenmenschlicher Beziehungen. Wenn Sie einen ehrlichen Führungsstil leben, sind Sie für Ihre Auszubildenden verlässlich. Sie bringen Ihnen Respekt entgegen und sind motiviert, sich ebenfalls ehrlich zu verhalten, um Ihr Vertrauen mit gleicher Münze zurückzuzahlen. So erhalten Sie eine tragfähige Basis für ein gutes Miteinander!

 

Autor: Günter Stein

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