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Ausbildungsqualität
14.12.2019

Verbal-Angriff durch Azubi: So reagieren Sie richtig

Manche Auszubildende haben einfach eine „große Klappe“. Das muss nicht unbedingt negativ sein. Viele leisten damit wertvolle Beiträge und sorgen auch mal für Belustigung. Allerdings kommt es durchaus vor, dass ein Azubi mit einem Verbal-Angriff  über die Stränge schlägt – auch dem Ausbilder gegenüber. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie in einem solchen Fall am besten reagieren.

Wenn ein Ausbilder mit seinen Azubis in einer Runde zusammensitzt, dann ist man nicht unbedingt immer einer Meinung. Das ist auch gut so. Denn junge Menschen müssen lernen, andere Meinungen zu akzeptieren, Kompromisse zu finden und kontrovers zu diskutieren, ohne eine andere Person dabei verbal anzugreifen. Dennoch ist ein solcher Verbal-Angriff schnell erfolgt.

Wenn ein Azubi beispielsweise in Ihre Richtung äußert: „Wo Sie sind, da ist Chaos“ oder „Bei Ihnen haut wie immer gar nichts hin“, dann muss Ihrerseits eine Reaktion erfolgen. Wichtig ist, dass Sie diesen Azubi in keiner Weise dazu ermutigen, derartige – oder gar schlimmere – Dinge auch in Zukunft zu Ihnen zu sagen. Sich demütig zu entschuldigen und sich dem Azubi damit ein Stück weit unterzuordnen, ist daher genau die falsche Reaktion. Aber welche Strategie ist zu empfehlen? Wägen Sie zwischen folgenden 3 Varianten ab:

Reagieren Sie nicht verbal – und damit nicht auf einer Ebene mit dem Azubi

Gerade dann, wenn ein Auszubildender schon einmal durch unangemessene Kommentare und persönliche Angriffe aufgefallen ist, können Sie sich das Beantworten und Kommentieren seines Beitrags sparen. Zeigen Sie allerdings Reaktion, indem Sie ganz bewusst mit ihm Blickkontakt halten. Quittieren Sie den Angriff für einige Sekunden mit Schweigen. Fahren Sie dann wieder mit den Dingen fort, mit denen Sie vor dem Kommentar beschäftigt waren.

Sorgen Sie für eine Überraschung und stimmen Sie dem Verbal-Angriff zu

Wenn Sie nicht in die Defensive gehen, sondern dem Azubi scheinbar zustimmen, ist das für den verbalen Angreifer eine Überraschung. Reagieren Sie etwa mit „Ja, wo gearbeitet wird, da fallen Späne“ oder „Sie haben recht, aber nur wer das Chaos beherrscht, ist wirklich König“. Sie werden anschließend die Unsicherheit des Azubis spüren, der nicht sicher ist, inwieweit er Ihre Reaktion als ernst oder als ironisch werten soll. Wenn Sie es für richtig halten, können Sie die Verunsicherung noch mit dem Satz „Auch Sie werden das noch lernen“ abrunden.

Stellen Sie offene und offensive Fragen

Offene Fragen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können. Handeln Sie in diesem Sinne ganz nach dem Motto „Wer fragt, der führt“. So holen Sie sich Ihren Führungsanspruch, den der vorlaute Azubi ein Stück weit infrage gestellt hat, zurück. Fragen Sie beispielsweise: „Was genau meinen Sie? Was genau hat nicht hingehauen?“ oder „Wenn Sie das als Chaos bewerten, dann schildern Sie doch einmal, wie erfolgreich Ihr organisatorischer Beitrag zur Ausbildungsmesse letzte Woche war. Mir ist da so einiges zu Ohren gekommen.“ Um die Situation nicht ganz so scharf zu gestalten, können Sie das auch mit einem Augenzwinkern sagen.

Ein Beitrag von Martin Glania.

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