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Recht
28.02.2019

Dieses Urteil hilft erkrankten Azubis

Bis das Kind volljährig wird, haben Eltern automatisch Anspruch auf Kindergeld. Absolviert das Kind eine Ausbildung, kann die Fortzahlung des Kindergeldes beantragt werden. Grund: Zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr haben die Eltern bzw. Kinder immer noch Anspruch auf Kindergeld, beispielsweise wenn das Kind eine Berufsausbildung macht. Dazu gehört, dass die Ausbildungszeit pro Woche mindestens 10 Stunden betragen muss. Außerdem muss die Ausbildung den Besuch einer berufsbildenden Schule und eines Betriebs beinhalten. Was geschieht nun, wenn der Azubi die Ausbildung abbrechen muss?

Der Fall

Eine Auszubildende musste gesundheitsbedingt die Ausbildung abbrechen. Sie befand sich in ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung. Der Kindergeldanspruch wurde aufgrund des Abbruchs gestrichen.

Das Urteil

Diese Streichung erfolgte zu Unrecht, so das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz in seinem Urteil vom 20.2.2018 (Az. 2 K 2487/16). Die Auszubildende hatte nämlich geltend gemacht, erneut eine Ausbildung aufnehmen zu wollen, sobald sie hierzu gesundheitlich wieder in der Lage sei. Ein amtsärztliches Zeugnis hatte diese Aussage unterstützt. Deshalb sei das Kindergeld weiterzuzahlen, so das FG. Maßgeblich sei damit, dass die Ausbildung aus krankheitsbedingten Gründen unterbrochen worden sei.

Eine Unterbrechung ist aber auch in anderen Fällen unschädlich, z.B. (kraft Gesetzes) bei einer Schwangerschaft bzw. während der Mutterschutzzeiten oder (nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes) bei einer unberechtigten Untersuchungshaft.

Autor: Günter Stein

 

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