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Recht
08.01.2019

Müssen Sie Ihren Azubis Überstunden ausbezahlen?

Grundsätzlich lautet die Antwort auf diese Frage: Ja! Allerdings muss es sich auch tatsächlich um Überstunden handeln. Was aber sind die Kriterien dafür? Ein Gerichtsurteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz gibt Orientierung (8 Sa 14/18 vom 8.5.2018).

Ein Arbeitnehmer wollte die Ausbezahlung von mehr als 100 Überstunden erreichen. Allerdings scheiterte sein Ansinnen an seiner Pflicht darzulegen, dass die Überstunden von seinem Arbeitgeber angeordnet, gebilligt oder geduldet waren. Was bedeutet das genau?

Wurden die Überstunden angeordnet?

Wurde der Arbeitnehmer ausdrücklich damit beauftragt, über seine normale Arbeitszeit hinaus zu arbeiten und Überstunden abzuleisten? Ist das der Fall, sind die Überstunden unstrittig. Der Arbeitgeber muss diese bezahlen.

Wurden die Überstunden gebilligt oder geduldet?

Von einer Billigung oder einer Duldung ist auszugehen, wenn der Arbeitgeber Kenntnis von der Mehrarbeit des Arbeitnehmers hat und nichts gegen die Überstunden unternimmt.

Gilt das auch für Auszubildende?

In Ausbildungsverhältnissen sollten Überstunden eher die Ausnahme sein. Gleichwohl kann es zu Überstunden von Azubis kommen, wenn beide Seiten mit diesen einverstanden sind. Aber auch dann gilt: Sie bezahlen nur angeordnete, geduldete oder gebilligte Überstunden. Daher sollten Sie als Ausbildungsverantwortlicher dafür Sorge tragen, dass Ihre Azubis hiervon Kenntnis erhalten. Zudem ist es sinnvoll, Überstunden von Auszubildenden grundsätzlich schriftlich zu vereinbaren. Damit vermeiden Sie Missverständnisse und nervenaufreibende Auseinandersetzungen, die im schlimmsten Fall vor Gericht landen.

Autor: Martin Glania

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