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Motivation
24.07.2018

Wie Sie sich als empathischer Ausbilder zeigen können

Was fühlen, denken und wünschen sich Ihre Auszubildenden? Welche Ziele haben sie – auch wenn sie diese nicht aussprechen? Als empathischer Ausbilder haben Sie hierauf Antworten und begünstigen damit eine dauerhaft hohe Zufriedenheit und Motivation Ihrer Auszubildenden. Schulen Sie daher Ihre empathischen Fähigkeiten und setzen Sie diese gezielt ein.

Insbesondere im Gespräch mit einem Auszubildenden können Sie sich in Sachen Empathie weiterentwickeln. Nutzen Sie dazu die folgenden 6 Tipps:

Tipp 1: Bereiten Sie sich auf jedes Gespräch vor

Machen Sie sich vor jedem Gespräch klar, welches Gesprächsziel Sie haben: Was wollen Sie vom Auszubildenden wissen? Worüber wollen Sie ihn informieren? Gegebenenfalls bereiten Sie einen Fragenkatalog vor, der Ihnen als Gesprächsleitfaden dient. Wenn Sie offene Fragen stellen, die nicht bloß mit ja oder nein beantwortet werden können, erfahren Sie viel über die Einstellungen, Denkweisen und Pläne des Azubis. So wird es Ihnen immer besser gelingen, sich in Ihren Auszubildenden hineinzuversetzen.

Tipp 2: Hören Sie jede Botschaft 4-fach

Jeder Satz und jede Botschaft, die Ihnen Ihr Auszubildender übermittelt, hat 4 Ebenen: die Sachebene, die Beziehungsebene, die Appellebene und die Selbstoffenbarungsebene. Sagt Ihr Auszubildender beispielsweise zu Ihnen „Jetzt bin ich leider nur noch eine Woche in dieser Abteilung tätig“, können Sie daraus ableiten:

Sachebene: „In einer Woche wechsle ich die Ausbildungsabteilung und bin leider weg.“

Beziehungsebene: „Kannst du/können Sie überhaupt auf mich verzichten? Es klappt doch so gut hier.“

Appellebene: „Kannst du/können Sie nicht irgendetwas machen, damit ich länger bleiben kann?“

Selbstoffenbarungsebene: „Ich bin sehr unglücklich darüber, dass ich diese Abteilung verlassen muss.“

Tipp

Notieren Sie sich die zentralen Sätze Ihres Auszubildenden, die er im Gespräch von sich gibt. Werten Sie diese nach dem Muster oben aus und entschlüsseln Sie so seine 4 Botschaften.

 

Tipp 3: Zeigen Sie aktiv, dass Sie interessiert sind

Hören Sie dem Auszubildenden im Gespräch aktiv zu. Schauen Sie ihn an, nicken Sie ihm zu und fordern Sie ihn so auf, weiterzuerzählen. Damit zeigen Sie Interesse. Vor allem aber stellen Sie Fragen und geben dem Auszubildenden so die Möglichkeit, sich seinen Frust oder auch seine Begeisterung von der Seele zu reden. Ebenso sollten Sie Verständnisfragen stellen, die zeigen, dass Sie aufmerksam zuhören.

Tipp 4: Belegen Sie Ihre Anteilnahme durch Kontaktaussagen

Noch prägnanter können Sie Ihren Auszubildenden dazu bringen, von sich und seinen Plänen zu erzählen, wenn Sie kurze Einwürfe machen, während er redet. Kontaktaussagen wie „Das ist ja interessant“ oder „Ja …?“ zeigen Ihr Interesse, Ihre Empathie, Ihre Fähigkeit zuzuhören und Ihren Willen, den Azubi zu unterstützen.

Beachten Sie: Unterbrechen Sie Ihren Auszubildenden durch solche Kontaktaussagen nicht. Halten Sie sie daher kurz und gehen Sie bei der letzten Silbe mit der Stimme leicht nach oben, als würden Sie ihn etwas fragen. Damit ist klar: Sie wollen nicht unterbrechen. Im Gegenteil: Sie wollen, dass er weiterredet.

Tipp 5: Fragen Sie nach unrealistischen Zielen

„Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie bei einer guten Fee einen Wunsch frei hätten?“ Stellen Sie diese Frage doch einmal ausdrücklich berufsbezogen. Natürlich müssen Sie damit rechnen, dass Sie die geäußerten Wünsche nicht erfüllen können. Das weiß der Auszubildende jedoch auch. Er gibt Ihnen aber eine Richtung vor, die Sie eventuell gemeinsam verfolgen können: Ist er eher freizeitorientiert? Oder an Reichtum interessiert? Ist ihm Harmonie wichtig? Oder will er Gutes tun? In jedem Fall gilt: Wenn der Azubi seine Träume Ihnen gegenüber vertrauensvoll äußert, werden Sie ihn besser kennenlernen.

Tipp 6: Öffnen Sie sich und zeigen Sie Parallelen zu Ihrem Leben auf

Gerade der vorige Tipp mit den unerfüllbaren Wünschen bietet Ihnen im Anschluss eine weitere Chance: Teilen Sie mit, welche Träume Sie hatten, als Sie im Alter des Azubis waren. Dabei ist es nicht wichtig, ob diese Träume in Erfüllung gegangen sind. Wichtig ist, dass Sie sich ihm ebenfalls offenbaren.

Wenn Sie Parallelen zu Dingen entdecken, die Sie selbst erlebt haben, nutzen Sie die Chance, ihm das anzuvertrauen. Ein Fußball spielender Azubi freut sich, wenn auch sein Ausbilder Fußball spielt oder früher gespielt hat. Dabei können Sie durchaus über die Zahl Ihrer geschossenen Tore sprechen. Das kann aufschlussreich und zugleich amüsant sein. Und es fördert die gegenseitigen empathischen Fähigkeiten.

Autor: Martin Glania

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