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Ausbildungsmarketing
19.06.2018

7 Tipps für ein erfolgreiches Ausbildungsmarketing-Event

Wer eine Veranstaltung mit und für potenzielle Bewerber erfolgreich durchführt, der kann positive Effekte im Ausbildungsmarketing verbuchen. Allerdings trennt sich hier häufig die Spreu vom Weizen, denn nicht immer sind solche Events von Erfolg gekrönt. Lernen Sie aus den Fehlern anderer und machen Sie selbst alles richtig.

Die eigenen offenen Ausbildungsplätze im Internet zu bewerben, die sozialen Netzwerke zu bemühen und vielleicht einen Tag der offenen Tür zu veranstalten – das sind alles wichtige Komponenten des Ausbildungsmarketings. In vielen Branchen reichen sie allerdings nicht (mehr) aus. Denn in der Regel ist es vonnöten, einen Schritt mehr auf potenzielle Azubis zuzugehen, statt von einem möglichen Bewerber den Schritt in Ihre Richtung zu erwarten.

Diesen Schritt können Sie bewältigen, indem Sie ein Event veranstalten, das potenzielle Bewerber tatsächlich anspricht. Dieses Event muss zunächst nicht zwingend mit Ihren Ausbildungsaktivitäten verknüpft sein. Vielmehr soll es jungen Menschen in erster Linie Spaß bescheren. Wenn Sie es schaffen, ein solches Event auf die Beine zu stellen und gleichzeitig Ihr Ausbildungsengagement „verkaufen“, dann dürfte Ihr Bewerbungsstapel anwachsen – auch qualitativ.

Tipp 1: Legen Sie fest, was Sie vorhaben

Überlegen Sie – am besten gemeinsam mit Ihren derzeitigen Azubis –, welches Event für junge Leute in Ihrer Region infrage kommt. Sie können ein Konzert veranstalten und dort als Hauptsponsor auftreten. Haben Sie selbst entsprechende Beziehungen? Ist einer Ihrer Mitarbeiter bzw. Ihrer Auszubildenden Hobby-Musiker? Oder ist Ihnen ein anderes musikalisches Event lieber? Sie können auch verschiedene Schülerbands – möglichst von Schulen, deren Absolventen für Sie interessant sein könnten – im Rahmen einer größeren musikalischen Veranstaltung auftreten lassen. Oder noch besser: Veranstalten Sie einen Musik-Contest unter solchen Schülerbands. Trauen Sie sich das zu? Können sie eine Jury zusammenstellen?

Als Alternative zu einem musikalischen empfehle ich ein sportliches Event: Treten Sie als Sponsor einer Sportveranstaltung auf oder veranstalten Sie selbst ein entsprechendes Event. Auch hier können Sie Schüler verschiedener Schulen in einer populären Sportart gegeneinander antreten lassen. Infrage käme beispielsweise ein Leichtathletik-Wettbewerb oder – was im Jahr der Fußball-Europameisterschaft mit Sicherheit ankommt – ein Fußballturnier. Letzteres ließe sich mit übersichtlichem Aufwand veranstalten. Und die entsprechende Kompetenz haben Sie sicherlich im Haus.

 

Tipp 2: Prüfen Sie die rechtliche Seite des Events

Wer in Deutschland eine Veranstaltung durchführt, der muss verschiedene rechtliche Dinge prüfen und veranlassen. Das gilt beispielsweise für Sicherheitsbestimmungen, mögliche Einlasskontrollen, das Bereitstellen von Toiletten oder für das Einholen von Genehmigungen.

Wenn Sie beispielsweise ein Fußballturnier veranstalten, denken Sie daran, dass Spieler sich verletzen könnten und in diesem Fall versorgt werden müssen. Prüfen Sie daher, ob die Anwesenheit eines Sanitäters und eines entsprechenden Fahrzeugs für Sie verpflichtend ist.

Tipp 3: Ziehen Sie in Erwägung, einen Partner ins Boot zu holen

Je größer eine Veranstaltung ist, desto größer ist auch der organisatorische Aufwand. Vielleicht können Sie sich ein wenig entlasten und einen Partner ins Boot holen. Wenn es beim Event um die Besetzung von Ausbildungsplätzen geht, kommen hierfür auch die Agentur für Arbeit oder die für Sie zuständige Kammer infrage. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie sich nicht (zu viel) Konkurrenz „ins Haus“ holen.

Tipp Wenn Sie ein anderes Unternehmen an der Veranstaltung teilhaben lassen wollen, dann achten Sie darauf, welche Ziele dieses Unternehmen damit verbindet. Möglicherweise ist es für Ihren Partner eine reine Marketingveranstaltung, die nicht in erster Linie darauf abzielt, Azubis zu gewinnen. Das wäre ideal. Sie können aber auch gemeinsam Ausbildungsmarketing betreiben. Dann sollten Sie einen Partner wählen, der vorwiegend in anderen Berufen und Berufsfeldern ausbildet. Dabei könnte es sich beispielsweise um ein Unternehmen handeln, das technische Berufe ausbildet, die in Ihrem Unternehmen keine oder nur eine geringe Rolle spielen.

Bedenken Sie allerdings eines: Wenn ein Partner mit im Boot sitzt, verteilen Sie die Arbeit auf mehrere Schultern – das ist natürlich positiv. Gleichzeitig werden jedoch aufwendigere Abstimmungsprozesse nötig. Wichtig ist daher, dass für die Organisation der Veranstaltung eine Projektgruppe eingerichtet wird, die aus Mitarbeitern beider bzw. aller Partner besteht.

Tipp 4: Legen Sie Termin und Ort fest

Von großer Bedeutung ist die Bestimmung von Ort und Zeit der Veranstaltung. Beim Ort achten Sie vor allem darauf, dass er in Ihrer Region liegt und damit junge Leute anzieht, für die Sie als Ausbildungsunternehmen überhaupt in Betracht kommen. Im besten Fall liegt der Ort, zum Beispiel eine Veranstaltungshalle oder ein Sportplatz, direkt im Einzugsgebiet von mehreren Schulen, von denen demnächst interessante Absolventen abgehen.

Was bei der Bestimmung des Termins unbedingt vor Ihnen liegen muss: ein Ferienkalender Ihres Bundeslandes. Denn grundsätzlich ist ein Termin am Wochenende für eine solche Veranstaltung eher geeignet als ein Termin in den Ferien, in denen manch potenzieller Bewerber verreist sein dürfte. Darüber hinaus achten Sie darauf, dass Sie Überschneidungen mit potenziellen Konkurrenzveranstaltungen vermeiden.

Tipp 5: Machen Sie Ihr Ausbildungsmarketing-Event bekannt

Wenn Sie ein größeres Event planen, dafür Geld ausgeben und Personal zur Verfügung stellen, dann darf der Erfolg auf gar keinen Fall daran scheitern, dass die Veranstaltung nicht bekannt genug gemacht wurde. Daher ist von besonderer Wichtigkeit, mit Ihrer Pressearbeit in die Offensive zu gehen. Sie sollten ein bzw. 2 Pressemitteilungen herausgeben, die ausdrücklich auf die Veranstaltung hinweisen.

Darüber hinaus ist es wichtig, Ihre Kontakte zu Schulen, insbesondere zu Ihnen persönlich bekannten Lehrern und zur Schulleitung zu nutzen. Möglicherweise können Sie dort Flyer verteilen oder Aushänge am Schwarzen Brett vornehmen. Zudem denken Sie daran, Kontakte zu verfolgen, die Sie bereits erfolgreich im Rahmen von Messen und anderen Ausbildungsveranstaltungen knüpfen konnten. Streuen Sie Ihren Verteiler, mit dem Sie auf die Veranstaltung hinweisen, möglichst breit.

Tipp: Beziehen Sie Ihre Azubis ein: Die haben jede Menge Kontakte, die sie, beispielsweise über soziale Netzwerke, nutzen können. Bei Facebook & Co. darf ein Hinweis auf Ihre Veranstaltung mit allen relevanten Informationen natürlich nicht fehlen.

Tipp 6: Laden Sie – interne und externe – Prominenz ein

Sie werten Ihre eigene Veranstaltung auf, wenn Sie lokal oder regional bekannte Persönlichkeiten gewinnen, die ein paar Begrüßungsworte sagen oder auf Ihrem Flyer eine Art Grußwort schreiben. Dabei kann es sich um den Bürgermeister, den Landrat oder den Vorsitzenden einer Institution (Kammer, Arbeitsagentur) handeln. Wenn es Ihnen gelingt, eine entsprechende Persönlichkeit schon für die Werbung der Veranstaltung zu gewinnen, wird diese bereits im Vorfeld aufgewertet und damit noch interessanter für potenzielle Teilnehmer.

Darüber hinaus denken Sie daran, dass auch Repräsentanten Ihres Unternehmens zeitweise anwesend sein sollten, um Ihrem Event einen bedeutenden Charakter zu geben. Denken Sie daran, dass Sie mit der Veranstaltung Ihr Ausbildungsunternehmen repräsentieren. Ein nebenbei durchgeführtes Fußballturnier, von dem die Presse nichts weiß und bei dem auch keine Persönlichkeiten anwesend sind, wird keine Vorteile nach sich ziehen. Wirkt die Veranstaltung etwas schlampig und stehen die Fehler im Vordergrund, ist sogar ein negativer Effekt in Sachen Ausbildungsmarketing möglich.

Tipp 7: Erstellen Sie einen Ablaufplan – und zwar möglichst genau

Sichern Sie den Erfolg Ihrer Veranstaltung ab, indem Sie diese perfekt organisieren, einen exakten Ablaufplan erstellen und vor allem Verantwortlichkeiten vergeben. Achten Sie darauf, dass ein Rad ins andere greift, und binden Sie Ihre derzeitigen Azubis aktiv mit ein. Diese können sich nicht nur beweisen, indem Sie Verantwortung bei der Organisation übernehmen. Sie können sich auch als Gesprächspartner im Rahmen der Veranstaltung zur Verfügung stellen oder selbst daran teilnehmen – beispielsweise bei einer Sportveranstaltung mit Wettbewerbscharakter.

Beachten Sie: Vergessen Sie nicht Ihr eigentliches Ziel: das Ausbildungsmarketing. Zwar sollte das Berufliche nicht im Mittelpunkt stehen – schließlich sind die jungen Menschen aus anderen Gründen zu Ihrer Veranstaltung gekommen. Trotzdem sollten Sie für Gespräche offen sein, die sich am Rande ergeben könnten. Daher empfiehlt es sich, einen kleinen Stand aufzubauen, an dem solche Gespräche geführt und auch Flyer mit näheren Informationen zur Ausbildung ausgegeben werden können. Dieser Stand kann beispielsweise mit der Essensausgabe kombiniert werden. Ein attraktiv gestalteter Flyer kann potenziellen Bewerbern so zusammen mit dem Kulinarischen ausgehändigt werden.

Tipp: Sie können sich auch spezielle Tablett-Unterlagen (aus Papier) bedrucken lassen, auf denen Sie Ihre Ausbildungsberufe vorstellen. Gleiches gilt für das Bedrucken von Servietten. Möglicherweise reicht auch der Aufdruck der einschlägigen Internetadresse, zum Beispiel www.unternehmensname. de/ausbildung, auf Bechern und Papptellern.

Weitere  Azubimarketing-Möglichkeiten mit Veranstaltungcharakter finden Sie hier.

Autor: Martin Glania

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