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Motivation
13.08.2018

So machen Sie auch Individualisten zu Teamplayern

Jeder Auszubildende hat zweifellos seine Qualitäten. Aber nicht jeder ist von Beginn an ein Teamplayer. Es gibt Individualisten, die ausgesprochen gute Fähigkeiten haben, die im Team aber nur zur Geltung kommen, wenn Sie etwas nachhelfen. Nur wenn Sie individuell auf Ihre Azubis eingehen, bleiben diese langfristig motiviert und haben Spaß an der Arbeit. Wie Sie das am besten anstellen, lesen Sie im Folgenden.

Manch ein Auszubildender ist besonders extrovertiert und steht gerne im Mittelpunkt. Andere dagegen arbeiten am liebsten für sich allein – möglichst am PC; je komplizierter der Auftrag, desto besser. Für solche Azubis hat der Ausdruck „Nerd“ Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Dann gibt es wiederum Azubis, die vieles infrage stellen – häufig auch zu Recht. Im Folgenden stellen wir Ihnen die individuellen Azubi-Typen vor, die in der Praxis am häufigsten vorkommen. Außerdem geben wir Ihnen Tipps, wie Sie deren Teamfähigkeit jeweils ausbauen können.

Der Azubi-Chef: Lassen Sie ihn an der langen Leine

Ein solcher Azubi liebt die Freiheit und bestimmt gerne, wo es langgeht. Er braucht eine lange Leine, um seine Fähigkeiten einzubringen. Seine Schwäche liegt in der manchmal fehlenden Einsicht, etwas nicht zu können. Auch mit der Kritikfähigkeit hapert es schon mal.

Ihre Maßnahmen: Ein solcher Azubi braucht herausfordernde Arbeiten. Übertragen Sie ihm beispielsweise die Verantwortung für ein anspruchsvolles Azubi-Projekt. Lassen Sie ihn ein solches Projekt, bei dem bereits im Vorfeld komplexe Fragen beantwortet werden müssen, vorbereiten. Legen Sie seinen Aufgabenbereich bewusst so an, dass er Kollegen und andere Auszubildende um Rat fragen muss. Das schärft seine Erkenntnis, dass ihm Grenzen gesetzt sind. Der Auszubildende wird schnell merken, dass sich bestimmte Arbeiten im Team besser bewältigen lassen.

Der Azubi-Star: Bieten Sie ihm eine Bühne

Manche Menschen sind ausgesprochen extrovertiert und lieben die Bühne. Sie arbeiten gerne vor Publikum, mit Kunden und im Rahmen von Veranstaltungen, bei denen sie im Mittelpunkt stehen. Wenn sie entsprechend ihrer Fähigkeiten eingesetzt werden, sind sie durchaus teamfähig. Können sie ihre Fähigkeiten nicht ausleben, besteht die Gefahr, dass sie sich mehr und mehr zurückziehen und die Teamfähigkeit leidet.

Ihre Maßnahmen: So ein Auszubildender ist dringend darauf angewiesen, in Abteilungen Berufserfahrung zu sammeln, in denen er seine Fähigkeiten einsetzen kann. In der Öffentlichkeitsarbeit, im Marketing und immer dann, wenn er etwas präsentieren kann, fühlt er sich wohl. Geben Sie ihm die Möglichkeit, sich etwas bei erfahrenen Mitarbeitern, die ähnliche Interessen und Fähigkeiten haben, abzuschauen. Sorgen Sie dafür, dass der Azubi seinen Vorgesetzten, zum Beispiel dem Marketingleiter, zuarbeiten kann. So wird er spüren, dass auch Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, auf ein funktionierendes Team angewiesen sind.

 

Der Azubi-Rebell: Nutzen Sie seinen kritischen Geist

Ein Auszubildender, der zum Widersprechen neigt, ist häufig teamfähiger, als man denkt. Er hat den Vorteil, dass er Dinge hinterfragt und zur Diskussion stellt. Auf der anderen Seite neigt er dazu, sich durch seine ständigen Gegenargumente unbeliebt zu machen.

Ihre Maßnahmen: Nutzen Sie unbedingt das Potenzial eines solchen Auszubildenden. Junge Menschen, die sich ihre eigenen Gedanken machen und nicht hinter der Mehrheit hertrotten, braucht jedes Unternehmen. Sorgen Sie allerdings dafür, dass ein solcher Auszubildender seine Teamfähigkeit mit höflichem Auftreten und guten Formulierungen untermauert. Tritt er mal wieder etwas zu respektlos auf, besprechen Sie das anschließend mit ihm.

Der Azubi-Nerd: Lassen Sie ihn tüfteln

Ein Stück weit kann man einen Nerd einen Nerd sein lassen. Allerdings gibt es Grenzen. Es ist ein Drahtseilakt, die Fähigkeiten eines Nerds zu nutzen und ihn gleichzeitig zu einem teamfähigen Mitarbeiter zu machen. Möglich ist es allerdings durchaus.

Ihre Maßnahmen: Überlegen Sie sich, welche Arbeiten, bei denen es auf Teamarbeit ankommt, ein solcher Azubi wahrnehmen kann. Einerseits können Sie ihn ein paar Stunden allein tüfteln lassen. Andererseits muss er zu einem bestimmten Zeitpunkt, den er genau kennt, ins Team eingebunden werden. Erstellt er beispielsweise selbstständig eine Kalkulation im Rahmen eines Azubi-Projektes, geben Sie ihm vor, wann er diese im Team vorstellen muss. Beachten Sie dabei, dass Individualisten vom Typ Nerd Termine manchmal nicht einhalten. Haben Sie hierauf auf jeden Fall einen Blick. Machen Sie ihm klar, dass die Arbeit eines ganzen Teams an der pünktlichen Erledigung der Aufträge hängt.

Autor: Martin Glania

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