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Recruiting
05.03.2019

Soziale Kompetenz: Diese Fragen sollten Sie Ihren Bewerbern stellen

Kommt es in Ihrem Unternehmen vor allem darauf an, dass Mitarbeiter und Auszubildende in die Belegschaft oder in ein bestimmtes Team passen? Sind die menschliche Komponente und die soziale Kompetenz entscheidend? Muss eine fachliche Qualifikation natürlich auch vorhanden sein, spielt sie aber nicht die allerwichtigste Rolle? Dann sollten Sie Ihre Vorstellungsgespräche danach ausrichten.

Gerade bei jungen Bewerbern gibt der Lebenslauf noch nicht viel her. Viele Faktoren kann man aufgrund der Schulbesuche und Noten kaum beurteilen. Das bedeutet, dass das Vorstellungsgespräch umso wichtiger wird. Schließlich wollen Sie den Menschen kennenlernen, weil die menschliche Komponente in Ihrem Unternehmen eine Schlüsselrolle spielt.

Sagen Sie klar, was Sie wollen

Grundsätzlich sollten Sie beim Kennenlernen eines Azubi-Kandidaten vor allem persönliche Fragen stellen – natürlich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten. Der Azubi, der sich gerade im Bewerbungsprozess befindet und auch schon andere Vorstellungsgespräche erlebt hat, muss sich also auf ganz bestimmte Fragen einstellen. Helfen Sie ihm dabei, indem Sie zu Beginn des Gesprächs darauf hinweisen, dass persönliche Fragen und menschliche Hintergründe für Sie von großer Bedeutung sind.

Seien Sie dabei ganz offen: Mit den persönlichen Fragen geht es darum festzustellen, ob sich der Azubi bei Ihnen wohlfühlen wird – und umgekehrt. Erleichtern Sie ihm die Situation, indem Sie zunächst einmal etwas von sich erzählen, zum Beispiel wie Sie leben, was Sie in Ihrer Freizeit tun und für welchen Fußballverein Sie brennen. Das stimmt den Azubi auf das Gespräch ein und lockert die Atmosphäre auf.

Ermitteln Sie das Verhältnis zu nahestehenden Menschen

Dann gehen Sie dazu über, Ihre Fragen zu stellen. Lassen Sie den Auszubildenden über Menschen aus seinem Leben erzählen (ohne dabei Namen zu nennen). Mit folgenden Fragen können Sie das erreichen:

  • „Beschreiben Sie Ihren Lieblingslehrer in der Schule. Was zeichnet ihn besonders aus? Welche Eigenschaften kennzeichnen Ihrer Meinung nach einen guten Lehrer?“
  • „Und generell: Mit welcher Art von Menschen kommen Sie besonders gut zurecht? Welche Eigenschaften muss ein Mensch haben, um mit Ihnen befreundet zu sein? Beschreiben Sie doch mal Ihren besten Freund.“

Nach der Einleitung wird sich der Azubi über solche Fragen nicht mehr wundern. Viele junge Menschen sind sogar froh darüber, dass ein Vorstellungsgespräch mit einfachen und lockeren Fragen beginnt. Und Sie selbst als Ausbildungsverantwortlicher? Sie erfahren jede Menge über die Beziehungen des Azubis zu Menschen.

 

Lassen Sie den Bewerber über seine Familie nachdenken

Lehrer und Freunde sind das eine, Verwandte das andere. Insbesondere Eltern und Geschwister spielen im Leben von Bewerbern eine prägende Rolle. Mit folgenden Fragen erfahren Sie etwas über die Familie des Bewerbers:

  • „Was glauben Sie? Was haben Sie von Ihrem Vater und was von Ihrer Mutter geerbt? Denken Sie an Ihre eigenen Eigenschaften und die Eigenschaften Ihrer Eltern.“
  • „Glauben Sie, Ihren Geschwistern (Ihrem Bruder/Ihrer Schwester) ähnlich zu sein? Gibt es Unterschiede? Beschreiben Sie diese.“

Ist das Eis erst einmal gebrochen, dann werden diese Fragen dazu führen, dass der Azubi jede Menge über sich und über seine familiären Bindungen erzählt.

Fragen Sie im Aufzug weiter

Auch folgende Technik können Sie einsetzen: Nach dem Vorstellungsgespräch begleiten Sie den Auszubildenden durch das Treppenhaus, fahren mit ihm Aufzug oder gehen eine Weile nebeneinander her. Nutzen Sie die Gesprächsatmosphäre und fragen Sie weiter – und zwar aus der Vogelperspektive: „Wie haben Sie das Gespräch empfunden?“ oder „Wir wissen ja, dass wir außergewöhnliche Dinge fragen, wir sind aber auch ein außergewöhnliches Ausbildungsunternehmen“. So ordnen Sie das Gespräch, die erlebte Situation und das gesamte Unternehmen für den Azubi noch einmal ein.

Fazit: Mit dieser Fragetechnik erfahren Sie einiges über seine Einstellungen zum Leben, zu Menschen, zu Leistung und sozialen Fragen. Sie können sich jetzt ein Bild machen, ob dieser Azubi und sein Menschenbild in Ihr Unternehmen passen oder nicht.

Autor: Martin Glania

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