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Recht
13.02.2020

So schalten Sie den Medizinischen Dienst ein

Manchmal hat man schon ein komisches Gefühl, wenn sich immer wieder derselbe Auszubildende krankmeldet. Das gilt gerade dann, wenn er eigentlich einen ganz munteren Eindruck macht. Sie stellen sich die Frage: Was hat es mit seinen Krankmeldungen auf sich?

Normalerweise gilt zunächst einmal: Krank ist krank. Wenn
ein Arzt bescheinigt, dass ein Auszubildender aus Gesundheitsgründen nicht
arbeitsfähig ist, dann müssen Sie das erst einmal glauben. Wir wissen aber alle,
dass es in der Realität dazu kommen kann, dass die Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall ausgenutzt wird. Schließlich sind manche Auszubildenden durchaus
in der Lage, dem Arzt eine Krankheit vorzuspielen.

Der Medizinische Dienst hilft

Haben Sie begründete Zweifel, dass ein Auszubildender tatsächlich krank ist, können Sie nach § 275 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) den Medizinischen Dienst der Krankenkasse dieses Auszubildenden einschalten.

Wenn Sie die Krankenkasse und den Medizinischen Dienst um
Mithilfe bitten, tun Sie das schriftlich und erwähnen Sie dabei folgende
Details:

  • Name, Anschrift und Krankenversicherungsnummer
    des Auszubildenden
  • Termin der Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und Dauer der voraussichtlichen
    Arbeitsunfähigkeit
  • Ihre Gründe für Zweifel an der Erkrankung
  • Antrag nach §
    275 Absatz 1a, Satz 3 SGB V, die Begutachtung des Auszubildenden durch den
    Medizinischen Dienst vorzunehmen, um festzustellen, ob Anspruch auf
    Lohnfortzahlung besteht
  • Bitte um zeitnahe Mitteilung des Begutachtungsergebnisses

Ein Beitrag von Martin Glania.

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