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Ausbildungsmarketing
12.02.2019

Setzen Sie Ihre Azubis als Testimonial ein und überzeugen Sie so neue Bewerber

Authentische Video-Botschaften sind angesagt und werden zunehmend im Ausbildungsmarketing eingesetzt. Besonders erfolgreich können Sie agieren, wenn Sie Ihre Azubis als Testimonials, also als informierende Akteure in einem glaubwürdigen Video, einsetzen.

Videobotschaften, bei denen Ihre derzeitigen Auszubildenden als Protagonisten mitwirken, sind eine solche Möglichkeit. Gehen Sie folgendermaßen vor:

Schritt 1: Legen Sie zentrale Botschaften fest

Worauf kommt es Ihnen an? Mit welchen Argumenten wollen Sie überzeugen? Was ist das Überzeugende und besonders Positive an einer Ausbildung in Ihrem Unternehmen? Gehen Sie diesen Fragen gezielt nach. Bei den Antworten können das Betriebsklima, die attraktiven Ausbildungsberufe, die Modernität des Unternehmens, besondere Zusatzleistungen für Auszubildende oder auch die Berücksichtigung der Work-Life-Balance, die gerade für die junge Generation immer wichtiger wird, eine Rolle spielen.

Mein Tipp: Wenn Sie mehrere verschiedene Auszubildende als Testimonials gewinnen, bietet es sich an, jeweils unterschiedliche Themen in den Vordergrund zu stellen. Sie können dann – gemeinsam mit den beteiligten Azubis – eine passgenaue Zuordnung vornehmen.

Schritt 2: Gewinnen Sie geeignete Azubis als Testimonials

Nicht alle Auszubildenden sind als Akteure in Videobotschaften geeignet. Das bedeutet für Sie als Ausbildungsverantwortlichen, dass Sie die Auswahl sorgfältig steuern. Grundsätzlich haben Sie hierbei 2 Möglichkeiten, nachdem Sie Ihr Vorhaben im Kreise aller Auszubildenden vorgestellt haben:

  1. Azubis können sich bewerben. Zunächst einmal haben alle Auszubildenden die Möglichkeit, ihre Fragen loszuwerden. Anschließend sollten Sie darum bitten, dass sich jeder Auszubildende darüber Gedanken macht, ob er als Testimonial tätig werden und damit sein Ausbildungsunternehmen – zumindest in den internen Medien – vertreten möchte. Geben Sie ausreichend Bedenkzeit, sodass sich jeder Azubi seine Gedanken machen kann. Als Nachteil dieser Methode könnte sich allerdings herausstellen, dass sich nur selbstverliebte und extrovertierte Auszubildende bewerben und andere sich nicht trauen.
  2. Sie nominieren Auszubildende und stellen diese in Azubi-Kreisen vor. Im Rahmen einer Diskussion und Abstimmung können Sie die geeignetsten Auszubildenden ermitteln. Das hat den Vorteil, dass die als Testimonials ausgewählten Azubis den Rückhalt der Beteiligten haben. Allerdings ist bei dieser Verfahrensweise zu beachten, dass Sie niemanden zwingen können, als Botschafter für das Ausbildungsunternehmen aufzutreten. Azubis, die zwar geeignet sind, aber das partout nicht wollen, sollten nicht überzeugt werden. Denn nur wer sich mit einer Ausbildung und mit dem Unternehmen umfassend identifiziert und die Aufgabe gerne übernimmt, wird als Video-Testimonial überzeugend auftreten.

Schritt 3: Entwickeln Sie mit Ihren beteiligten Azubis eine Kampagne

Wenn die grundsätzlichen Themen und die Ausbildung feststehen, sollten Sie einen Kampagnen-Plan entwickeln, aus dem hervorgeht,

  • welcher Azubi für welche Botschaft stehen sollte,
  • wann die Videos produziert werden und ob gegebenenfalls fremde Hilfe – extern oder intern – notwendig ist,
  • welche qualitätssichernden Maßnahmen, zum Beispiel probeweise interne Vorführung, Sie ergreifen und
  • wann und in welchen Kanälen die Videobotschaften verbreitet werden.

Beachten Sie:

Wenn Sie auf professionelle externe Hilfe verzichten können, weil eine gewisse Kompetenz im Unternehmen vorhanden ist, profitieren Sie von 3 Vorteilen:

  1. Sie nutzen die in Ihrem Ausbildungsunternehmen vorhandene Kreativität und ermöglichen so dem einen oder anderen Mitarbeiter die Mitwirkung an einem attraktiven Projekt.
  2. Die Videos werden möglicherweise zwar nicht perfekt, aber das ist auch nicht das Ziel. Das Wichtigste ist Authentizität, die gerade keine perfektionistische Vorgehensweise voraussetzt.
  3. Die Kosten halten sich im Rahmen, da Ihr Betrieb keine externen Rechnungen zu bezahlen hat. Es müssen lediglich die ebenfalls beteiligten Kollegen zwischenzeitlich für diese Arbeit freigestellt sowie ggf. ein Sachkostenbudget zur Verfügung gestellt werden.

 

Schritt 4: Setzen Sie die Kampagne gezielt um

Wenn es an die konkrete Umsetzung geht, sollten Sie allen Beteiligten, vor allem den Auszubildenden, hierfür Zeit zur Verfügung stellen. Berücksichtigen Sie bei den Planungen daher auch Berufsschulzeiten, mögliche Urlaubszeiten und gegebenenfalls auch saisonale Schwankungen, die eine Durchführung mal problemlos zulassen, zu anderen Zeitpunkten aber Konflikte hervorrufen.

Sind die Videos fertiggestellt und zur Verwendung freigegeben, dann veröffentlichen Sie diese zu den gemeinsam festgelegten Zeitpunkten in den entsprechenden Medien. Hierbei kommen Ihr Intranet, Ihr Online-Auftritt sowie Verlinkungen in sozialen Netzwerken infrage.

Beachten Sie: Bei der Verwendung in interaktiven Netzwerken sollten Sie die eingehenden Kommentare überprüfen lassen. So können Sie angemessen auf mögliche Kritik oder unsachliche Schmähungen reagieren und vermeiden einen Shitstorm.

Mein Tipp: Achten Sie darauf, dass die Online-Auftritte, in denen Ihre Videobotschaften veröffentlicht werden, für mobile Geräte optimiert sind. Das ist für die Smartphone-affine junge Generation von besonderer Wichtigkeit.

Schritt 5: Sorgen Sie für einen kontinuierlichen Ausbau

Wenn Ihre Kampagne abgeschlossen ist, sollten Sie den Fundus an Videos, die für Ihr Ausbildungsmarketing eingesetzt werden, Schritt für Schritt vergrößern. Hierzu kann es auch spontane Anlässe geben. Denken Sie also daran, bei bestimmten betrieblichen Veranstaltungen, bei Azubi-Events und auf Betriebsausflügen stets eine Kamera mitzunehmen. So entstandene Videos sind besonders authentisch und damit bestens geeignet für Ihre Zwecke.

Mein Tipp: Nutzen Sie die Möglichkeit, neben Videomaterial auch Bildmaterial zu produzieren. Auch hierfür gilt, dass eingekaufte Fotos mit 90-60-90-Fotomodellen und wenig authentischem Lächeln eine schlechtere Wirkung erzielen als Ihre spontan während eines Arbeitstages oder Ausfluges geknipsten Azubis.
Autor: Martin Glania

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