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Ausbildungsqualität
11.09.2018

So treten Sie selbstsicher vor Kollegen und Azubis auf

Wenn man Führungs- und Ausbildungsaufgaben wahrnimmt, ist ein sicherer Auftritt besonders wichtig. Schließlich agieren Sie als Vorbild, Ihre Auszubildenden wollen etwas von Ihnen lernen. Das Gute ist: Auch selbstsicheres Auftreten ist erlernbar.

Sie berichten Ihrem Vorgesetzten über die Ausbildungssituation im Unternehmen. Oder sie begrüßen die neuen Auszubildenden zu Beginn ihrer Ausbildung. Auf der Betriebsversammlung nehmen Sie die Ehrung eines Azubis vor. Oder halten bei der IHK einen Vortrag zur Einführung des neuen Ausbildungsberufs Kaufmann im E-Commerce. All das sind unterschiedliche Herausforderungen, die aber eine Gemeinsamkeit haben: einen Auftritt vor Kollegen, Azubis oder Geschäftspartnern, in dem Sie überzeugen sollten.

Wenn Sie sich in solchen Situationen nicht immer wohlfühlen oder glauben, Ihren Auftritt noch nicht optimal über die Bühne gebracht zu haben, überprüfen Sie, welchen oder welche der folgenden 4 Tipps Sie noch stärker beherzigen sollten.

Tipp 1: Seien Sie authentisch

Versuchen Sie bei einem wichtigen Auftritt nicht, Ihren Zuhörern eine Persönlichkeit vorzuspielen, die Sie nicht sind. Seien Sie stattdessen ganz Sie selbst, seien Sie authentisch (auch bei der Wahl Ihrer Kleidung), zeigen Sie Ihre Stärken, aber auch Ihre Schwächen. Das ist gar nicht so einfach, aber zur erfolgreichen Umsetzung gibt es einen guten Tipp: Überlegen Sie, wie andere Kollegen in einer vergleichbaren Situation Stärken und Schwächen gezeigt haben. Und verinnerlichen Sie, dass Letztere einfach dazugehören.

Natürlich gibt es Personen, die bei einem Vortrag optisch ziemlich perfekt auftreten. Und es gibt Menschen, die an Redegewandtheit kaum zu übertreffen sind. Dann gibt es die fachlichen Spezialisten, die durch ihr Wissen begeistern. Und außerdem gibt es Personen, die einfach durch ihre Art, durch Menschlichkeit und durch eine wenig abgehobene Wortwahl überzeugen. Niemand kann alles! Was von alldem können Sie? Setzen Sie auf Ihre Stärken!

Tipp 2: Achten Sie auf Ihre Stimme und Ihre Körpersprache

Sie wirken souverän, wenn Sie Ihre Körpersprache unter Kontrolle haben. Das gilt beispielsweise für Ihre Gestik. Setzen Sie ruhig Ihre Arme und Hände ein, aber übertreiben Sie nicht. Bleiben Sie mit Ihren Händen daher maximal auf Brusthöhe. Suchen Sie zudem den Blickkontakt mit Personen im Publikum oder Personen, die Sie konkret ansprechen. Extra-Tipp: Wenn Ihnen der Blick in die Augen Ihres Gegenübers schwerfällt, dann schauen Sie etwas tiefer, dorthin, wo sich die Tränensäcke befinden (würden). Das erweckt beim Gegenüber den Eindruck, dass Sie ihm in die Augen schauen.

Auch der Einsatz Ihrer Stimme ist von Bedeutung. Es gilt der Grundsatz: Wer laut redet, hat nur selten recht. Ich setze noch einen drauf: Wer laut redet, der wirkt nicht souverän. Das Problem: Je lauter ein Sprecher oder Redner agiert, desto eher hat das Publikum die Möglichkeit, selbst etwas zu besprechen oder ungewollt abzuschalten. Achten Sie in Zukunft darauf: Gerade Rednern, die mit leiser, aber fester Stimme agieren, schenkt man seine Aufmerksamkeit.

 

Tipp 3: Bleiben Sie bei schwierigen Fragen ruhig

Ihre Zuhörer haben natürlich stets das Recht, Fragen zu stellen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Einstellung zu Fragen positiv ist. Wenn Fragen gestellt werden, dann steht das für ein gesteigertes Interesse Ihres Publikums. Davor, bestimmte Fragen nicht beantworten zu können, brauchen Sie keine Angst zu haben. Es gibt so viele Möglichkeiten, trotzdem souverän zu reagieren. Bleiben Sie also ganz ruhig:

  • Sie können Gegenfragen stellen und darum bitten, die Frage zu präzisieren. So gewinnen Sie Zeit und erhalten darüber hinaus weitere Impulse für eine mögliche Antwort.
  • Sie stellen fest, dass Sie die Frage großartig finden. Betonen Sie, dass Sie selbst sich diese Frage schon oft gestellt haben. Schildern Sie die Gründe, warum es verschiedene Antwortmöglichkeiten gibt.
  • Sie reichen die Frage weiter an das Publikum. Jetzt sind Sie gespannt, wie die anwesenden Fachleute die Situation einschätzen.
  • Handelt es sich um eine Fachfrage, die Sie eigentlich beantworten können, aber im Moment – aus welchen Gründen auch immer – eben nicht, bleiben Sie trotzdem souverän. Sie kündigen an, die Antwort baldmöglichst nachzuliefern. Lassen Sie sich bei Bedarf die Kontaktdaten des Fragestellenden geben und melden Sie sich dann tatsächlich bei ihm.

Tipp 4: Behalten Sie Ihren Humor

Humor kommt immer gut an. Macht einer Ihrer Zuhörer eine humorvolle Bemerkung, dann zeigen Sie, dass Sie amüsiert sind. Reagieren Sie in einem ähnlichen Stil, beispielsweise auf Ironie mit Ironie.

Wenn Sie in Ihrem Vortrag einen Fehler machen, in der Aussprache oder in der Begrifflichkeit, dann gehen Sie ebenfalls humorvoll damit um. Haben Sie beispielsweise einen bestimmten Begriff nicht parat, dann zitieren Sie doch einfach Ihren Sohn mit dem Satz „Daddy, es geht los. Erste Anzeichen der Demenz.“ So gewinnen Sie Zeit und können die fehlende Begrifflichkeit möglicherweise sogar elegant übergehen.

Auch hier gilt: Fällt Ihnen ein Begriff oder eine Zahl nicht ein, dann beziehen Sie Ihr Publikum mit ein. Gerade bei Auszubildenden geht das besonders gut, schließlich befinden Sie sich in einer Lehr- und Lernsituation. Es ist daher immer legitim, Fachfragen weiterzuleiten. Nutzen Sie das!

Autor: Martin Glania

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