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Motivation
20.11.2018

4 Schritte für eine erfolgreiche Selbstmotivation

Sich selbst zu motivieren ist für das Erreichen Ihrer Ziele als Ausbilder unerlässlich. Allerdings wird oft genug die Selbstmotivation – bewusst oder unbewusst – untergraben. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie Ihre eigene Motivationstaktik aufbauen und konsequent verfolgen. Lernen Sie außerdem Ihre speziellen Motivationskiller kennen und beherrschen: mithilfe der hier vorgestellten effektiven Strategien zur persönlichen Motivationssteigerung. Denn ganz ehrlich: Sie benötigen ein gehöriges Maß persönlicher Motivation, um die Doppelbelastung als Ausbilder erfolgreich zu meistern.

Was Motivation bewirkt – und warum sie so wichtig ist

Viele Aufgaben werden ohne die richtige Motivation sehr mühsam

Ein angestrebtes Ziel erreichen, ein Projekt beenden, einen Auftrag erhalten – all das sind Aktivitäten, für die Sie Motivation brauchen.

Motivation

  • verleiht Ihnen die Energie, schnell und effektiv auf ein Ziel hinzuarbeiten, und
  • hilft Ihnen über eventuelle „Durststrecken“ hinweg, wie sie bei größeren Aufgaben und bei jeglichem Lernprozess immer wieder einmal auftauchen ,
  • wirkt auch inspirierend auf die Kollegen.

Der Grad Ihrer Motivation sagt außerdem auch etwas darüber aus, wie Sie im Moment zu einer Aufgabe stehen.

Das Fehlen von Motivation

  • zeigt Ihnen innere Widerstände und Bedenken auf und
  • gibt Ihnen damit einen Hinweis darauf, dass Ihre Herangehensweise nicht optimal ist bzw. dass Sie eventuell das Projekt selbst noch einmal überdenken sollten.

Was muss also geschehen und wie müssen Sie vorgehen wenn die Motivation einmal ausbleibt, wenn Sie sich für eine Aufgabe so gar nicht erwärmen können? Die Zähne zusammenbeißen und so gut wie möglich durch? Oder in die Motivations-Trickkiste greifen, um sich mithilfe toller Belohnungen wieder in Bewegung zu setzen?

Achtung! Belohnungen sind ein probates Mittel und durchaus geeignet, als Anreize und Verstärker der Selbstmotivation zu dienen. Nur: Wer sie häufiger einsetzt, wird zu immer stärkeren Motivationsanreizen greifen müssen, um sein Ziel überhaupt zu erreichen.

Das heißt: Motivation vollbringt nicht das Wunder, dass sich plötzlich Unlust und Frust in Engagement wandeln. Diese Blockade müssen Sie erst einmal verstehen, um entsprechende Schritte der Auflösung einzuleiten. Dann wird auch Ihre Motivation wieder greifen können.

Mit 4 Schritten schaffen Sie eine Basis für Ihre erfolgreiche Selbstmotivation

Schritt 1: Lernen Sie Ihre jetzigen Motivationsstrategien kennen

Bei jedem Menschen bilden sich im Laufe der Zeit Motivationsstrategien aus, die schnell und problemlos zum Einsatz kommen. Dieser Automatismus hat natürlich einen großen Vorteil: Sie müssen nicht erst lange überlegen, welche Anreize Sie für das Bewältigen der Aufgabe benötigen. Das spart Zeit und Energie. Allerdings sind Sie so auch „überfordert“, wenn Ihre Motivation „plötzlich“ nicht mehr greift und Sie sich gar demotiviert fühlen. Das Erkennen und das Verstehen Ihrer Motivationsstrategien helfen Ihnen, gezielte Änderungen daran vorzunehmen und sie zu optimieren.

Überlegen Sie:

  • Wie haben Sie sich bisher motiviert? Durch Lob und Belohnungen? Oder eher durch negative Antreiber wie „So langsam wie ich arbeitet keiner. Nun mach schon“? Durch Druck wie beispielsweise knappe Deadlines? Oder durch Angstgefühle wie „Wenn ich das nicht schaffe, platzt meine Beförderung“?
  • Wie haben Sie sich verhalten, wenn Ihre Motivation nachließ? Sich noch mehr angestrengt? Gerieten Sie in Panik? Haben Sie Ihre Demotivation nicht verstanden? Haben Sie aufgegeben? Oder sich bis zur Zielerreichung gequält?

Schritt 2: Machen Sie sich Ihre Motivationskiller bewusst

Die meisten Motivationsstrategien verschaffen Ihnen kurzfristig einen Auftrieb. Es können sich jedoch auch regelrechte Motivationskiller einschleichen. Ihr Engagement wird langsam ausgehöhlt, Ihr Selbstwertgefühl sinkt. Das erreichte Ziel, für das Sie Ihre Motivation einsetzen, hinterlässt keine positive Bestätigung, sondern einen schalen Nachgeschmack – alles Auswirkungen der Motivationskiller.

Viele dieser Motivationskiller haben Sie während Ihrer Kindheit gelernt und verinnerlicht. Deshalb nehmen Sie die negative Wirkung dieser Strategien nur minimal wahr, denn sie „gehört einfach dazu“. Statt den freien Fluss Ihres Engagements zu fördern, errichten Sie auf diese Weise Blockaden – fast so, als wollten Sie mit angezogener Handbremse Auto fahren.

3 typische Motivationskiller:

  • Motivationskiller 1: negativer innerer Dialog Sie machen sich selbst schlecht, zweifeln an Ihrer Kompetenz und Ihren Fähigkeiten. Gedanken wie „Das schaffst du nie“, „Meine Güte, habe ich mich gerade dumm angestellt“ oder „Anderen geht das viel leichter von der Hand“ senken nicht nur Ihre Motivation: Sie entwerten sich so auch selbst. Selten handelt es sich dabei um einzelne Gedanken. Meist sind es Gedankenketten, die endlos im Kopf ablaufen. Gerade deshalb dürfen diese Gedanken nicht unterschätzt werden. Machen Sie sich diese Gedankenketten bewusst. Je öfter Sie dann bei ihrem Wiederauftreten „Stopp“ sagen, desto schneller verlieren sie ihren Schrecken.
  • Motivationskiller 2: Emotionen Angst, Unsicherheit, aber auch Freude können Ihre Motivation bremsen. Vielleicht wurde Ihnen beigebracht, sich erst nach vollbrachter Leistung zu freuen. Oder Sie haben Angst davor, Fehler zu machen, weil Fehler in Ihrem Selbstverständnis nicht erlaubt sind. Achten Sie auf starke Emotionen und nutzen Sie die Informationen, die sie Ihnen vermitteln.
  • Motivationskiller 3: Aufschieben und Passivität Kommen Sie trotz Motivation nicht in die Gänge? Schieben Sie immer wieder etwas auf? Betrachten Sie den inneren Widerstand, der hier Ihre Motivation ausbremst: Was ist die wirkliche Ursache für Ihr Verhalten?

 

Schritt 3: Schaffen Sie Realität als Motivationsschub

Zur Motivation benötigen Sie eine realistische Einschätzung Ihrer Vorgehensweise, Ihres Arbeitsrhythmus, Ihrer Fähigkeiten und Ihrer Kenntnisse, sonst stürzt sie schnell wieder ab. Leider werden diese Fakten oft übersehen oder gar ausgeblendet.

Beispiel:

Voller Begeisterung stürzt sich Bernd R. in die Arbeit für das neue Azubi-Projekt. Nach etlichen Stunden kontinuierlicher Sichtung der Ideen und nach ersten Entwürfen geht ihm die Puste aus. Seine Motivation ist auf den Nullpunkt gesunken. Verwundert zweifelt er daran, dass die Übernahme des Projekts wirklich eine gute Idee war.

Motivation ist nicht unbegrenzt verfügbar

Ihre Motivation wird Ihnen kaum über mehrere Stunden zur Verfügung stehen, wenn Sie sich normalerweise nach gut einer Stunde einer anderen Aufgabe zuwenden. Sie haben sich und Ihre Motivation in diesem Moment einfach überfordert. Nicht allein dadurch, dass Sie mit Ihrer Motivation ein neues Projekt „pushen“ wollen. Das Durchbrechen Ihres üblichen Arbeitsrhythmus ist auch eine Neuerung, die Sie zusätzlich einführen und die normalerweise eine große Portion Ihrer Motivation beansprucht. Kein Wunder, dass Sie sich schließlich nach den vielen Stunden „ausgebrannt und leer“ fühlen. Deshalb ist das Schaffen von Realität eine wichtige Basis für Ihre Motivation.

Beachten Sie hierfür vor allem folgende 2 Faktoren:

  1. Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse: Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Was können Sie für das Ziel konkret einsetzen? Was müssen Sie sich „erarbeiten“?
  2. Ihr Arbeitsrhythmus: Wie arbeiten Sie normalerweise? Wann machen Sie Pausen? Wann sind Ihre Hochphasen der Konzentration, Kreativität und/oder Ihres analytischen Denkens?

Schritt 4: Setzen Sie sich ein konkretes und realisierbares Ziel

Oft scheitert Motivation an einem zu hoch gesteckten Ziel mit unrealistischen Umsetzungsschritten. Sei es beispielsweise, wöchentlich selbst 5 Stunden Englisch zu pauken, um den Azubis innerbetrieblichen Unterricht zu geben, oder 6 neue Schubladenaufgaben für Ihre Azubis zu entwickeln. Ein anderes Mal kann Motivation kaum aktiviert werden, weil ein Ziel zu oberflächlich definiert wird, etwa so: „Ich will öfters für die Azubis ansprechbar sein.“

Unterstützen Sie Ihre Motivation durch folgende Realisierungsfaktoren:

  • Definieren Sie konkret, was Sie erreichen wollen. „Bis Ende des Jahres will ich mein Englisch so verbessern, dass ich den Azubis mühelos das Wirtschaftsvokabular beibringen kann.“
  • Überprüfen Sie, was Sie in dieses Ziel investieren wollen – sei es zeitlich, finanziell, geistig, emotional oder sozial. Wenn Sie schon beim Auflisten dieser „Investitionen“ einen Widerstand in sich spüren, sollten Sie das Ziel sofort entsprechend abändern.
  • Formulieren Sie einen Realisierungsplan, der Ihnen beim Aufstellen schon Freude bereitet: „Ich reserviere mir jeweils donnerstags eine Stunde, in der ich Artikel aus der ‚Financial Times‘ studiere, unbekannte Wörter herausschreibe und nachschlage. Die Vokabeln spreche ich aufs Handy und höre sie mir im Lauf der Woche an.“
  • Listen Sie möglichst viele Zwischenschritte auf, die die Umsetzung überschaubar machen.

Weitere Motivations-Taktiken für sich selbst finden Sie hier.

Autor: Günter Stein

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