0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
Picture-Factory - Fotolia
Recruiting
03.02.2019

Schülerpraktikanten: Geschickte Auswahlfragen und eine kleine Vergütung

Wollen Sie sich Ihre künftigen Auszubildenden vor dem Beginn der Berufsausbildung erst einmal „ansehen“? Dann bieten Sie Ihren Interessenten doch ein Praktikum an. Wie Sie Ihre potenziellen Praktikanten und eventuell späteren Azubis am schlausten durch die richtigen Fragen auswählen und was geschieht, wenn Sie das Praktikum vergüten, verrate ich Ihnen hier.

Das sind die cleversten Fragen für das Gespräch mit dem potenziellen Praktikanten

Orientieren Sie sich bei Ihren Fragen an den bekannten Fragen für ein „normales“ Vorstellungsgespräch. Zusätzlich können Sie einem Schüler aber noch ein paar „besondere Fragen“ stellen:

  • „Beschreiben Sie bitte Ihren schulischen Werdegang.“
  • „Erzählen Sie etwas über sich selbst, über Ihre Familie und Ihre Hobbys.“
  • „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“
  • „Weshalb haben Sie sich bei uns für dieses Praktikum beworben?“
  • „Auf was legen Sie im Leben wert?“
  • „Auf was legen Sie in der Schule wert?“
  • „Was genau unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?“
  • „Aus Ihrer Sicht: Was erwarten Sie von dem Praktikum?“
  • „Aus Ihrer Sicht: Welche Aufgaben erwarten Sie hier?“
  • „Wie erfolgreich waren Sie bisher nach Ihren eigenen Maßstäben?“
  • „Bewerten Sie sich auf einer Skala von eins bis 10.“
  • „Welche schulischen Fächer haben Ihnen besonders Spaß gemacht?“
  • „Welche schulischen Fächer haben Ihnen keinen besonderen Spaß gemacht?“
  • „Arbeiten Sie lieber alleine oder im Team mit anderen zusammen?“
  • „Beschreiben Sie eine Situation, in der Ihre Arbeit in der Schule kritisiert wurde.“
  • „Was sind Ihre Pläne nach der Schule?“
  • „Was genau erwarten Sie von diesem Praktikum?“

Sie sollten jedoch auch auf Fragen der Bewerber vorbereitet sein. Solche Fragen zeigen letztendlich, dass sich der Schüler gut auf das Gespräch vorbereitet hat:

  • „Gibt es Themengebiete, die ich mir noch mal anschauen sollte?“
  • „Was genau werden meine Aufgaben sein?“
  • „Wie wird ein Arbeitstag aussehen?“
  • „Mit wem werde ich zusammenarbeiten?“
  • „Muss ich noch etwas besorgen?“

 

Warum eine Vergütung für ein Schülerpraktikum vorteilhaft ist

Wenn Sie dem Schüler – und zukünftigen Azubi – eine Vergütung zahlen, zeigen Sie ihm, dass er ihnen wichtig und seine Tätigkeit wertvoll ist. Das motiviert für die anstehende Ausbildung. Wenn Sie während des Praktikums ein Arbeitsentgelt von monatlich mehr als 450 € auszahlen, hat das 2 Folgen

  1. Es besteht unter Umständen eine Sozialversicherungspflicht als Arbeitnehmer.
  2. Das Praktikum zählt noch nicht zur Ausbildungszeit, sondern als Beschäftigungsverhältnis.

Beispiel: Ein Schüler, der kurz vor dem Abschluss steht, bewirbt sich Anfang des Jahres um einen Ausbildungsplatz. Sie vereinbaren mit ihm, dass er in den Osterferien (also zu einem Zeitpunkt, zu dem er noch zur Schule geht) ein 2-wöchiges Praktikum in Ihrem Unternehmen ableistet. Als Anerkennung für die Arbeit erhält er 100 €. Es kommt anschließend zum Abschluss des Ausbildungsvertrags. Die Ausbildung beginnt am 1.9.2019.

Beim Job in den Osterferien handelt es sich um ein Schülerpraktikum, das aufgrund seiner zeitlichen Befristung und des geringen Arbeitsentgelts sozialversicherungsfrei ist. Ab 1.9.2019 ist der Azubi kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig.

Wenn ein künftiger Auszubildender seine Schulausbildung bereits beendet hat und zuvor – z. B. in den Sommerferien – eine kurzfristige Beschäftigung „zur Probe“ absolviert, ist diese Beschäftigung nicht sozialversicherungsfrei. Der Grund: Für Schulabsolventen vor Ausbildungsbeginn gilt jede kurzfristige Beschäftigung als berufsmäßig ausgeübt, was die Sozialversicherungsfreiheit ausschließt.

Nutzen Sie das Schülerpraktikum, um die Bindung zum Unternehmen aufzubauen

Nutzen Sie als Praktikumsbetrieb die Chance aktiv, dass der Praktikant bereits heute eine Bindung zum Unternehmen aufbaut. Das geht recht einfach:

Lassen Sie die Schülerpraktikanten z. B. ein beleuchtetes Logo Ihres Unternehmens anfertigen. Oder ein spezielles Werkstück, das mit einer kleinen Tafel versehen ist, auf der sein Name steht.

Dieses erinnert ihn auch nach Ende des Praktikums an 2 Dinge:

  1. „Wenn ich eine Ausbildung mache oder ein duales Studium absolviere, dann nur dort.“
  2. „Wenn ich mir mal das Produkt XY kaufe, dann weiß ich, zu welcher Marke ich tendiere.“
Autor: Günter Stein

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Kleiner Diebstahl oder doch ein Kündigungsgrund?

4 Monate – und keinen Tag länger. So lange dauert die Probezeit bei Azubis. Doch selbst wenn die Probezeit um ist, heißt das nicht, dass Ihre Azubis unkündbar wären. Lesen Sie dazu den folgenden Fall, in dem schon ein... Weiterlesen

23.10.2017
Vorstellungsgespräche mit Azubis – mehr erfahren

Frage: In Vorstellungsgesprächen fällt es mir immer sehr schwer, möglichst viel über den jeweiligen Bewerber zu erfahren. Denn oft hangeln sich die Azubi-Anwärter in der Gesprächssituation am Lebenslauf entlang. Dadurch... Weiterlesen

23.10.2017
Wie Sie sich als empathischer Ausbilder zeigen können

Was fühlen, denken und wünschen sich Ihre Auszubildenden? Welche Ziele haben sie – auch wenn sie diese nicht aussprechen? Als empathischer Ausbilder haben Sie hierauf Antworten und begünstigen damit eine dauerhaft hohe... Weiterlesen