0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
T. Michel - Fotolia
Ausbildungsqualität
24.04.2019

Schockbeispiele, damit Arbeitsschutz nicht ignoriert wird

Sie wissen am besten, welche verheerenden Folgen es haben kann, wenn grundlegende Regeln missachtet werden. Doch solange nichts passiert, bleiben die Gefahren für viele Azubis abstrakt. Es lohnt sich daher für Sie, ein paar Beispiele von realen Unfällen parat zu haben, bei denen sowohl das Fehlverhalten einzelner Personen als auch die schwerwiegenden Folgen für jeden leicht erkennbar sind. Dies zeigen die folgenden Beispiele.

Tod wegen eines verrückten Bauzauns

Ein tödlicher Unfall ereignete sich auf dem Werksgelände eines Stahlkonzerns in Bochum: Ein 50 kg schweres Blech stürzte von einem Baukran auf einen Arbeiter. Das Blech geriet infolge einer Windböe in Schwingung und löste sich aus der Verankerung.

Das Fatale: Unter dem Kran hätte sich niemand aufhalten dürfen. Das Gelände war ursprünglich abgesperrt worden. Doch irgendjemand verschob den Bauzaun.

Flex zerfetzt Arm eines Azubis

Elektrische Handschleifer sind beliebt und vielseitig einsetzbar. In den meisten Industriebetrieben gehören sie zum Standard. Aber: Sie sind und bleiben gefährlich. Dies zeigt ein aktuelles Unfallbeispiel: Ein Auszubildender einer Umzugsfirma war beauftragt, einen Lkw-Rahmen zu zerlegen. Arbeitsmittel war die bewährte Flex. Unglücklicherweise knickte ein halb durchtrenntes Rahmenteil plötzlich um und klemmte die Trennscheibe ein, die der Belastung nicht standhielt und zersprang. Als der junge Mitarbeiter sein Arbeitsgerät instinktiv hochriss, traf ihn die sich noch drehende Flex mit den Resten der Schleifscheibe am Oberarm und verletzte ihn schwer. Die beim Arbeiten mit einer Flex auftretende Kräfte werden leicht unterschätzt. Wenn eine Trennscheibe bei mehr als 200 km/h verkantet, kann sie ohne Vorwarnung äußerst heftig zurückschlagen. Wenn dann Bruchstücke der Scheibe unkontrolliert durch die Gegend geschleudert werden, können über den Bediener der Maschine hinaus auch weitere Personen verletzt werden.

Machen Sie Ihren Azubis Folgendes klar

Azubis haben ein Recht darauf, dass ihr Arbeitgeber sie vor möglichen Gefahren und Risiken schützt, und zwar immer nach dem Stand der aktuellen Technik. Aber: Das bewusste Missachten von Sicherheitsregeln und -vorschriften ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Bei Verstößen können nicht nur eine Abmahnung und empfindliche Geldbußen fällig werden, sondern auch Gefängnisstrafen.

Autor: Günter Stein

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Mit Reverse Mentoring in 3 Schritten zum hochmotivierten Azubi

Macht Sie das auch nervös? Die Stimmen, die immer lauter werden und behaupten, die zunehmende Digitalisierung würde in den nächsten Jahren 10 % aller Arbeitsplätze vernichten? Doch so pauschal kann man das nicht sehen. Denn... Weiterlesen

23.10.2017
Kein Mindestlohn für unterbrochenes 3-Monats-Praktikum

Es ist sehr zu empfehlen, einen Bewerber vor dem Abschluss eines Ausbildungsvertrags in den angestrebten Beruf hineinschnuppern zu lassen – am besten im Rahmen eines Praktikums. Seit der Einführung des flächendeckenden... Weiterlesen

23.10.2017
6 Gründe, warum potenzielle Azubis abspringen

Bewerber der Generation Z ticken anders als Sie. Für diese jungen Menschen stellt die Unterschrift unter einen Ausbildungsvertrag nicht zwingend eine endgültige Entscheidung dar. Vielmehr gibt es zahlreiche Gründe, einen... Weiterlesen