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Motivation
15.01.2019

Runder Tisch mit Ihren Azubis: So machen Sie alles richtig

Gruppengespräche mit Auszubildenden sorgen für zusätzliche Impulse in der Ausbildung. Wenn Sie das Bedürfnis haben, Ihre Auszubildenden zu loben, ihnen Wertschätzung entgegenzubringen und sie noch einen Tick mehr zu motivieren, dann bitten Sie zum Gespräch am runden Tisch – gerne auch regelmäßig.

Gruppengespräche sind eine effektive Möglichkeit, die Beziehung zwischen Auszubildenden und dem Ausbildungspersonal zu vertiefen. Gerade wenn eine größere Gruppe Azubis zusammen ist, sorgt das häufig für eine positive Dynamik. Je nach Unternehmensgröße können alle Azubis eines bestimmten Ausbildungsjahres, alle Azubis eines Berufszweigs und – in kleinen Unternehmen – die Gesamtzahl aller Azubis an einem runden Tisch teilnehmen.

Auch beim Ausbildungspersonal lässt sich das Teilnehmerfeld variieren. Zumindest sollten die jeweils betroffenen hauptamtlichen Ausbilder und Ausbildungsverantwortlichen am runden Tisch sitzen. Aber auch nebenberufliche Ausbilder sollten eingeladen werden – mit der Bitte, sich für 1 bis 2 Stunden Zeit zu nehmen.

Raus aus der Routine: Warum das so wichtig ist

Solche Zusammenkünfte am runden Tisch bewirken, dass sich die Auszubildenden aus ihrer gewohnten Routine herausbewegen. Da sich Azubis häufig in sehr unterschiedlichen Ausbildungsumfeldern befinden, kann der runde Tisch dazu beitragen, dass sie sich orientieren, sich auf spätere Ausbildungsabschnitte vorbereiten und sich gegenseitig inspirieren können. Es ist dabei durchaus sinnvoll, die Azubis aufzufordern, aus ihrem jeweiligen Ausbildungsumfeld zu berichten. So können nicht nur die Azubis, sondern auch die teilnehmenden Ausbilder ermuntert werden, gute Ideen aus anderen Bereichen ebenfalls umzusetzen.

Damit unterscheiden sich Zusammenkünfte am runden Tisch gravierend von Ausbildungsveranstaltungen, die dem Vermitteln von Inhalten dienen. Dabei gibt es nämlich einen sachlichen Bezug, und ein Verantwortlicher, meistens ein Ausbilder oder Ausbildungsleiter, stellt sich nach vorn, um die Azubis auf den betrieblichen Alltag, auf Prüfungen oder Klassenarbeiten vorzubereiten. Das ist beim runden Tisch nicht der Fall. Hier unterhält man sich auf einer Ebene.

Diskutieren Sie über aktuelle Entwicklungen und Probleme

Gleichwohl sollte sich derjenige, der zur Veranstaltung einlädt, Gedanken machen, was er auf die Tagesordnung setzt. Natürlich braucht das Zusammenkommen eine gewisse Struktur. Orientiert man sich an einer Tagesordnung, kann das Impulse geben, zur Diskussion anzuregen, aber auch gewisse Dinge ins rechte Licht rücken.

Beispiel: Es ist über das Ausbildungsunternehmen ein Zeitungsartikel mit negativem Unterton erschienen: Es sollen angeblich Stellen gestrichen werden, da die Umsätze in den letzten Jahren zurückgegangen seien. Über so etwas kann man mit Auszubildenden durchaus diskutieren. Vielleicht sind durch die Berichterstattung ja Ängste entstanden und Bedenken, ob die Ausbildung in den nächsten Jahren fortgesetzt werden kann.

Als Ausbildungsverantwortlicher können Sie die Chance nutzen, diesen Zeitungsartikel ins rechte Licht zu rücken. Ihr Tenor könnte sein: „Nicht alles, was in dem Artikel steht, ist korrekt. So ist mir beispielsweise nicht bekannt, dass Stellen gestrichen werden sollen.“ Oder auch: „Es stimmt, dass Stellenstreichungen im Raum stehen. Allerdings ist das noch nicht sicher. Und eines sollten Sie auch wissen: Die Letzten, die aufgrund wirtschaftlicher Probleme entlassen werden können, sind die Auszubildenden. Abgesehen davon, dass das keiner vorhat, sind Azubis im besonderen Maße durch das Berufsbildungsgesetz geschützt.“

Tagen Sie regelmäßig

Es macht Sinn, des Öfteren einen runden Tisch zu veranstalten. Es kann durchaus einen regelmäßigen Rhythmus geben, beispielsweise alle 3 Monate. Schließlich gibt es über das Ausbildungsunternehmen, über die Ausbildung generell oder in bestimmten relevanten Berufen immer wieder neue Informationen.

Mein Tipp: Ehemalige Auszubildende zu einem solchen Treffen einzuladen, kann eine Bereicherung sein. Die können etwa nicht nur Tipps zur Bewältigung der Abschlussprüfung geben, sondern sind auch gute Beispiele dafür, was man im Unternehmen nach der Ausbildung so werden kann. An solchen Informationen sind Azubis normalerweise stark interessiert.

Mein Tipp:

Autor: Martin Glania

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