0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
Focus Pocus LTD - Fotolia
Motivation
30.04.2018

4 Anzeichen von Demotivation: So reagieren Sie professionell

Demotivation, die für Sie als Ausbilder sichtbar ist, dürfen Sie auf keinen Fall unterschätzen. Oftmals handelt es sich um Vorboten größeren Ärgers oder einer Kündigung. Beides ist natürlich nicht in Ihrem Interesse.

Deshalb ist es wichtig, Anzeichen von nachlassender Motivation frühzeitig zu erkennen, die Lage zu analysieren und professionell zu  reagieren.  Wenn  eines  oder  mehrere  der  folgenden  4 Alarmsignale auftreten, dann sollten Sie hellhörig werden:

Alarmsignal 1: Arbeitszeiten werden nicht mehr ernst genommen

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich  Auszubildende an Arbeitszeiten halten  –  ebenso wie an die Unterrichtszeiten in der Berufsschule. Wenn die Motivation allerdings nachlässt, dann kommt es zu kleinen, wenig auffälligen Arbeitszeitverletzungen: War der jeweilige Auszubildende früher nach der Pause immer überpünktlich am Arbeitsplatz, so haben sich  mittlerweile Verspätungen eingeschlichen. Oder Sie erhalten einen Anruf von der Berufsschule und erfahren, dass er morgens offenbar gezielt einen Bus später nimmt und eine Verspätung  einkalkuliert.

So reagieren Sie: Bei solchen Vergehen haben Sie im Grunde 2 Aufgaben:  Zum einen sollten Sie darauf hinweisen, dass es  sich bei Arbeitszeitverletzungen um schwerwiegende Vorfälle  handelt, die sogar eine Abmahnung nach sich ziehen können. Wer auf Dauer zu spät kommt, der riskiert seinen Ausbildungsplatz. Zum anderen sollten Sie den Azubi dazu befragen – vor allem,  wenn parallel weitere Alarmsignale der Demotivation (s. u.) auftreten. Aber Vorsicht: Der Druck darf nicht zu groß werden. Sonst könnte der Azubi die Reißleine ziehen und kündigen. Erinnern Sie ihn daran, dass es mit der Pünktlichkeit früher besser geklappt hat. Fragen Sie aktiv, was mit ihm los ist, und bieten Sie Ihre Hilfe an.

 

Alarmsignal 2: Die Bereitschaft zur Kommunikation lässt nach

Ein wichtiges Alarmsignal ist auch die nachlassende Bereitschaft, mit Vorgesetzten, Ausbildern und Kollegen zu kommunizieren. Früher hat ein bestimmter Azubi einiges von sich preisgegeben. Jetzt macht er  das  gar  nicht  mehr. Schauen Sie genauer hin: Zieht sich der Azubi zurück? Achtet er darauf, dass es möglichst wenige Einblicke in sein Leben gibt? Haben sich seine Pläne – privat und beruflich – geändert? Haben Sie das Gefühl, dass die Ursache für die Zurückhaltung etwas mit der Ausbildung zu tun haben könnte?

So reagieren Sie: Kein Auszubildender ist verpflichtet, am Ausbildungsplatz Privates von sich preiszugeben. Insofern handelt es sich hier um ein Signal, nicht um ein Vergehen. Gleichwohl sollten Sie den Azubi darauf ansprechen und ihm mitteilen, dass Ihnen in seinem Kommunikationsverhalten Veränderungen aufgefallen sind. Aber Vorsicht: Stochern Sie nicht in der Wunde   herum, sondern stellen Sie sich als Vertrauensperson dar. Gegebenenfalls wird er Ihnen dann mehr verraten – eventuell tut er das nicht gleich, sondern erst mit der Zeit.

Alarmsignal 3: Soziale Kontakte verlagern sich auffällig

In nahezu jedem Unternehmen gibt es kleine Oppositionsgruppen. Das ist fast nicht vermeidbar, denn man kann es nicht jedem recht machen. Wenn ein Azubi, der früher Kontakte hatte, die sich positiv auf das Arbeits- und Sozialverhalten auswirken,  heute eher mit notorischen Nörglern zu tun hat, dann sollten Sie unbedingt etwas unternehmen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die negativen Erscheinungsweisen verstärken.

So reagieren Sie: Hierbei zeigt  sich  eindeutig, dass der Azubi mit bestimmten Dingen im Unternehmen oder in der Ausbildung nicht einverstanden ist.  Er ist freiwillig in die Opposition gegangen,  weil er sich nicht anders zu helfen wusste. Möglicherweise hat er sich nicht getraut, Ihnen direkt zu sagen, was ihn stört. Das können Sie ihm angesichts seines Alters nicht übel nehmen. Das Gute ist: Sie haben es erkannt und werden nun Ihrerseits aktiv. Wenn Sie ihn fragen, was ihn in letzter Zeit gestört hat und was in der Ausbildung aus seiner Sicht besser laufen müsste, werden Sie ziemlich sicher eine Antwort erhalten, auf die Sie aufbauen können.

Alarmsignal 4: Freiwillig mehr machen? Das war einmal

Wer meldet sich für eine Aufgabe freiwillig? Wer ist bereit, den  nächsten  Azubiausflug  zu  organisieren?  Und wer  kandidiert für die Jugend-  und  Auszubildendenvertretung? Es  gibt  in  Unternehmen  gerade  für  junge  Menschen  viele  Möglichkeiten, sich  zu  engagieren. Das ist nicht jedermanns Sache. Wenn jemand aber schon  bewiesen  hat,  dass er das  kann  und  will,  und  Sie  feststellen, dass diese Bereitschaft plötzlich nicht mehr da ist, dann schauen Sie genauer hin.

So reagieren Sie: Suchen Sie auch dann das Gespräch mit dem Auszubildenden. Wählen Sie dabei den positiven Ansatz: Schließlich trauen Sie ihm zu, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Dass er das kann, hat er ja schon bewiesen. Sie  hätten  gerne, dass er an solche Zeiten  anknüpft: Bieten Sie ihm an, gemeinsam ein Projekt zu entwickeln, bei dem er zusätzliche Verantwortung übernimmt. Eine solche maßgeschneiderte Lösung sollte ihn aus seiner Phase der Demotivation herausholen.

Weitere Motivationstipps gesucht? Sehen Sie sich doch einmal diese 10 Tipps an!

Autor: Martin Glania

1 Kommentare zu 4 Anzeichen von Demotivation: So reagieren Sie professionell

  1. Einer meiner Azubis war zu Beginn der Ausbildung sehr motiviert, das hat jetzt aber leider nachgelassen. Er kommt häufig zu spät und tut nur noch das Nötigste. Ich werde jetzt mal versuchen, Ihre Tipps umzusetzen.. Danke schonmal.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Best-Practice: Darum bittet die Deutsche Bahn um Bewerbungen ohne Anschreiben

Bewerbungen mit oder ohne Anschreiben? Wozu tendieren Sie? Die Deutsche Bahn AG machte kürzlich Schlagzeilen mit diesem Thema, weil sie von jungen Kandidaten, die sich bei ihr für eine Ausbildungsstelle bewerben, künftig kein... Weiterlesen

23.10.2017
So nehmen Ihre Azubis auch die Zwischenprüfung ernst

Nur außergewöhnlich ehrgeizige Auszubildende bereiten sich ähnlich gewissenhaft auf die Zwischenprüfung vor wie auf die Abschlussprüfung. Die meisten allerdings können sich kaum motivieren, eine scheinbar belanglose Prüfung... Weiterlesen

23.10.2017
Wie Sie ein jährliches Azubi-Treffen organisieren – und davon profitieren

Azubis eines Unternehmens oder einer Unternehmensgruppe sollten sich kennen. Das gilt für die verschiedenen Berufsfelder, Standorte und Filialen. Aber auch die Azubis von Tochter- und Schwesterunternehmen sollten sich hin und... Weiterlesen