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30.10.2018

Private Handynutzung in der Ausbildung – ja oder nein?

Viele Jugendliche greifen alle paar Minuten zum Handy. Sie sind das aus ihrer Freizeit und häufig auch aus dem Elternhaus gewohnt und haben bislang nur die Schule als begrenzenden Faktor empfunden. Mit dem Beginn der Ausbildung muss allerdings klar sein: Was in der Schule galt, das gilt auch im Ausbildungsbetrieb. Denn die Nutzung von Privat-Handys während der Arbeitszeit ist problematisch.

Leider gibt es hierzu in vielen Unternehmen keine klare Regelung. Dazu kommt, dass das private Handy immer öfter auch während der Arbeitszeit genutzt wird. Das kann durchaus gut funktionieren, wenn die Blicke auf das Handy nicht überhand nehmen, verpasste Arbeitszeit gegebenenfalls nachgeholt wird und sich die Ablenkung in Grenzen hält.

Beachten Sie:

Vielfach kann die Nutzung des Privat-Handys sogar vorteilhaft für den Mitarbeiter oder Auszubildenden sein. Das gilt gerade dann, wenn er dadurch Privates und Geschäftliches koordinieren kann. Möglicherweise recherchiert er über sein Handy im Internet, dass seine Bahn Verspätung hat. So kann er 10 Minuten länger am Arbeitsplatz bleiben. Oder er verschiebt per WhatsApp eine private Verabredung, weil noch ein wichtiger Termin im Betrieb wahrzunehmen ist. Die Nutzung des Handys widerspricht also nicht automatisch den Interessen des Ausbildungsunternehmens.

Daher sollten Sie sich genau überlegen, was Sie Ihren Auszubildenden erlauben und was Sie verbieten. Wer Handynutzung ohne Begrenzung zulässt, muss damit rechnen, dass dies von jungen Menschen ausgenutzt wird und die Ausbildung sowie die betrieblichen Interessen leiden. Wer die Nutzung andererseits rigoros verbietet, der sorgt unter Umständen dafür, dass sich Auszubildende zu stark reglementiert, eingeengt und vom Privatleben abgeschnitten fühlen. Insofern sollte eine begrenzte Privatnutzung im Ausnahmefall gestattet sein. Ihre Ausbilder in den Abteilungen haben die Aufgabe zu überprüfen, ob mit der Handynutzung negative Effekte verbunden sind. Ist das der Fall, dann sollte dies beim nächsten Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Azubi zur Sprache kommen.

 

Die folgende Checkliste gibt Ihnen Anhaltspunkte, was Sie bezüglich der Nutzung von Privat-Handys im Ausbildungsbetrieb beachten sollten:

Checkliste Privatnutzung von Handys – das sollte geregelt sein

  • Gibt es klare Regelungen in Ihrem Ausbildungsbetrieb, wann Azubis zu ihrem Privathandy greifen dürfen und wann nicht?
  • Entsprechen das Verhalten und die Arbeitsweise der Vorgesetzten und Ausbilder den Regelungen, denen sich Ihre Azubis beugen müssen? Sind die Autoritätspersonen geeignete Vorbilder?
  • Dürfen Ihre Azubis Ihr Internet nutzen, wenn sie mit dem Handy (z.B. in den Pausenzeiten) aktiv sind?
  • Ist es erlaubt, das Handy an der Steckdose im Ausbildungsbetrieb aufzuladen?
  • Weiß jeder Ihrer Azubis, ob Foto- und Videoaufnahmen im Unternehmen erlaubt sind? Kennen Ihre Azubis die Regelung für die mögliche Veröffentlichung entsprechender Bilder (z.B. über Facebook)?
Autor: Martin Glania

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