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Recht
25.01.2020

Neues Berufsbildungsgesetz: Auch Volljährige werden nach der Berufsschule freigestellt

Häufig taucht die Frage auf, inwiefern Berufsschulzeiten eigentlich auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Das wurde seit dem 1. 1. 2020 für volljährige und minderjährige Auszubildende vereinheitlicht.

Grundsätzlich gilt nach dem neuen Berufsbildungsgesetz (BBiG):

  1. Sie müssen Auszubildende für die Zeit der Berufsschule bei voller Bezahlung freistellen.
  2. Dazu kommt Ihre Freistellungsverpflichtung für Pausen und Wegezeiten, wenn ein Azubi nach beendetem Berufsschultag in den Betrieb kommt.
  3. Dauert der Berufsschulunterricht länger als 5 Unterrichtsstunden pro Tag, dann wird dieser Tag als voller Tag angerechnet. Das bedeutet: Der Auszubildende muss anschließend nicht mehr in den Betrieb kommen. Was bisher nur für jugendliche Azubis galt und vom Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt wurde, ist nunmehr in das reformierte Berufsbildungsgesetz aufgenommen worden und gilt für alle Auszubildenden, auch für die volljährigen. Halten Sie also nicht an der ursprünglichen Regelung fest. Denn seit dem 1.1.2020 bedeutet das einen Verstoß gegen das Berufsbildungsgesetz.
  4. Die unter 3. beschriebene Regelung gilt nur einmal in der Woche. Das bedeutet konkret: Hat der Auszubildende an 2 Tagen in der Woche Berufsschule und umfassen beide Tage mehr als 5 Unterrichtstunden, dann muss er an einem der Tage noch im Betrieb erscheinen, am anderen nicht. Um Ihre Azubis zu informieren, können Sie folgende Kurz-Info, beispielsweise als Aushang, nutzen:

Information für Auszubildende
Am 1.1.2020 sind neue Regeln in Kraft getreten, die Auszubildende ab 18 Jahren betreffen. Künftig entfällt die Verpflichtung, nach mehr als 5 Stunden Berufsschulunterricht noch im Betrieb zu erscheinen. Haben Sie allerdings an 2 Tagen in der Woche Berufsschulunterricht im Umfang von mehr als 5 Stunden, dann gilt diese Neuregelung nur für einen der Tage. Damit unterscheiden sich die Regelungen für volljährige und minderjährige Auszubildende in dieser Frage nicht mehr. Bitte informieren Sie die Kollegen und Ausbilder in Ihrem Umfeld darüber, wann Sie künftig zur Verfügung stehen und wann nicht. Herzlichen Dank!

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