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Ausbildungsqualität
05.11.2018

Mit Vielrednern effektiv und einfühlsam umgehen

Es gibt Menschen, die viel reden, aber wenig sagen – bestimmt auch unter Ihren Kollegen und Auszubildenden. Manchmal ist der Umgang mit solchen Menschen schwierig, gerade wenn es sich um junge Azubis handelt, denen man einfühlsam begegnen muss. Passen Sie daher auf, welche Worte Sie beim Umgang mit ihnen wählen.

Manche Auszubildende – so sympathisch wie sie auch sein mögen – kommen einfach nicht auf den Punkt. Sie antworten auf eine kurze Frage viel zu lange, ohne direkt etwas zur Sache beizutragen. Oder sie reden sogar ungefragt auf Sie ein, obwohl Sie eigentlich gar keine Zeit haben – das scheinen die Quasselstrippen eh nicht zu bemerken. Solchen Vielrednern sollten Sie Einhalt gebieten – und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Der Auszubildende stiehlt anderen die Zeit und merkt es offenbar überhaupt nicht. Daher müssen Sie ihm das klarmachen. Das geht am besten, indem Sie ihn auffordern, sich in die Situation von Ausbildern und Kollegen hineinzuversetzen. Helfen Sie ihm zu erkennen, ob ein Kollege viel oder wenig Zeit hat. Weisen Sie ihn darauf hin, dass die Frage „Haben Sie kurz Zeit für mich?“ so gut wie nie überflüssig ist. Stellt der Azubi diese Frage und hat sein Ansprechpartner gerade keine Zeit, dann bekommt er im schlimmsten Fall eine vertröstende Antwort und sollte sein Anliegen daher verschieben.
  2. Darüber hinaus schadet der Azubi sich selbst. Er bekommt den Ruf eines Vielredners oder einer Quasselstrippe, was bei Kollegen oft mit schlechten Eigenschaften wie mangelndem Fleiß, ungenügender Konzentrationsfähigkeit oder Hang zum Tratschen in Verbindung gebracht wird. Ganz gleich, in welchem Beruf der Azubi ausgebildet wird: Es gehört zum Erwerb der beruflichen Handlungskompetenz, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und entsprechend auch die Zeit, die man verbal für eine Angelegenheit verwendet, einzuteilen. Helfen Sie ihm dabei!

 

Und wie konkret kann Ihre Hilfe aussehen?

Fällt Ihnen auf, dass ein Azubi ständig zu viel redet, dann weisen Sie ihn vorsichtig darauf hin. Das tun Sie am besten dann, wenn Sie selbst involviert sind. Beispiel: Sie sind in Eile – und das sollte auch für jeden erkennbar sein. Als Sie über den Gang hetzen, fängt der Azubi Sie jedoch wegen einer Lappalie ab und lässt sich nicht abwimmeln. Ein wenig lassen Sie sich aufhalten, aber am Ende müssen Sie ihn stehen lassen. So reagieren Sie am besten:

  • Wenn Sie wieder mehr Zeit haben – möglichst aber noch am selben Tag – bitten Sie ihn zum Gespräch.
  • Lassen Sie ihn dann schildern, wie er die Situation empfunden hat. Meist wird er selbst auf den Aspekt, der Ihnen wichtig ist, zu sprechen kommen.
  • Falls nicht: Machen Sie ihn darauf aufmerksam. Sagen Sie ihm ganz konkret, woran er hätte merken müssen, dass Sie es eilig haben.
  • Bieten Sie ihm an, dass er in solchen Situationen über E-Mail oder WhatsApp in Kontakt mit Ihnen treten kann, damit Sie später, wenn es die Zeit erlaubt, reagieren können. Die allermeisten Angelegenheiten lassen sich so bestens regeln.
  • Zum Abschluss weisen Sie darauf hin, dass diese Situation keine weiteren Folgen hat (falls das stimmt). Damit geben Sie ihm ein gutes Gefühl.
Autor: Martin Glania

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