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Ausbildungsmarketing
24.07.2018

Lehrstellen-Rallye: Wie Sie diese Idee problemlos umsetzen

Junge Menschen sollten bereits zu Schulzeiten zahlreiche Einblicke in Ausbildungsunternehmen erhalten. So kann vermieden werden, dass sie ihre Ausbildung mit falschen Erwartungen beginnen. Eine Idee, möglichst viele und vielseitige Einblicke zu gewähren, ist eine sogenannte Lehrstellen-Rallye.

Im hohen Norden haben die Wirtschaftsjunioren Rendsburg einmal mehr eine solche Rallye rund um Ausbildungsplätze organisiert. Ziel war es, Jugendlichen die Tore von Ausbildungsunternehmen zu öffnen und ihnen einen attraktiven Tag zu bieten, ohne dass ihnen Kosten entstehen.

In und um Rendsburg beteiligten sich in diesem Jahr fast 1.000 Jugendliche aus 14 Schulen sowie 23 ausbildende Unternehmen. Die Jugendlichen konnten kostenfrei mit einem privaten Verkehrsunternehmen umherfahren, um möglichst viele Unternehmen zu besichtigen. Auf einer Stempelkarte, die vorab ausgehändigt wurde und gleichzeitig als Fahrkarte zählte, wurde ihnen der Besuch jedes einzelnen Betriebs bescheinigt.

Auch Sie wollen eine Rallye veranstalten? Einfach nachfragen!

Die Idee, eine solche Lehrstellen-Rallye durchzuführen, halte ich für ausgesprochen gut. Wenn Unternehmen in Zusammenarbeit mit Schulen und Busunternehmen ihre Tore öffnen, führt das genau zu den Einblicken, die vielen Auszubildenden heutzutage fehlen. Prüfen Sie, ob es in Ihrer Region bereits ein ähnliches Projekt gibt oder ob eines in Planung ist. Fragen Sie einfach bei den Wirtschaftsjunioren Deutschland unter http://www.wjd.de nach.

Noch besser: Initiieren Sie selbst eine Lehrstellen-Rallye

Darüber hinaus können Sie selbst aktiv werden und eine Vorreiterrolle übernehmen. Fragen Sie bei den Ausbildungsunternehmen Ihrer Region nach, ob Interesse an einem solchen Projekt besteht. Wahrscheinlich werden Sie offene Türen einrennen. Wenden Sie sich auch an Ihre Kammer, die möglicherweise in eine ähnliche Richtung denkt, solchen Ideen gegenüber aufgeschlossen ist und Ihre Initiative aufnimmt oder unterstützt.

Organisatorische Vorbereitungsarbeiten sind für den Initiator insbesondere auf den folgenden 3 Ebenen zu bewältigen:

Ebene 1: Ausbildungsunternehmen – wer macht mit?

Wenn bei einigen Unternehmen Interesse an einer Rallye besteht, reicht das bereits aus. Es müssen nicht unbedingt 20 Unternehmen sein; 10 oder auch weniger – je nach Zahl der teilnehmenden Schüler – reichen völlig aus.

 

Ebene 2: Schulen – wer gibt schulfrei?

Schulen lassen sich gerne bei der Berufsvorbereitung ihrer 9. und 10. Klassen unterstützen. Insofern dürften Anfragen bei Schulen mehrheitlich erfolgreich sein. Wichtig ist, dass die Zusage von der Schulleitung kommt und in Schriftform erfolgt.

Ebene 3: Transportunternehmen – wer fährt kostenlos?

Schüler sollten nichts bezahlen müssen, um von Betrieb zu Betrieb gefahren zu werden. Daher muss die Finanzierung gesichert sein. Möglicherweise kann mit Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs ein Abkommen geschlossen werden, sodass die Teilnehmer der Rallye kostenlos befördert werden. Für den Verkehrsbetrieb bedeutet das keinen Verlust, da die Schüler zusätzliche Kunden sind. Möglicherweise kann der Verkehrsbetrieb seinerseits die Chance beim Schopf packen und sich selbst an diesem Tag als Ausbildungsunternehmen präsentieren. Dann wäre die Fahrt von Betrieb zu Betrieb nichts anderes als ein zusätzlicher Einblick in die Praxis.

Autor: Martin Glania

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