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Recht
26.09.2018

Kündigungsschutzklage bei Auszubildenden

Wird einem Auszubildenden gekündigt, hat dieser natürlich das Recht, dagegen vorzugehen. Es kommt immer wieder vor, dass Ausbildungsbetriebe frühzeitig und emotional beeinflusst eine Kündigung aussprechen. Steht diese juristisch nicht auf sicheren Füßen, sind die Chancen gut, dass die Kündigungsschutzklage des Azubis aus seiner Sicht positiv verläuft und die Kündigung unwirksam ist.

Allerdings gibt es hierbei eine wichtige Frist: Laut Kündigungsschutzgesetz (§ 4) muss die Klage innerhalb einer Frist von 3 Wochen beim zuständigen Arbeitsgericht eingehen. Wird diese Frist nicht eingehalten, ist auch eine Kündigung wirksam, bei der es höchst zweifelhaft ist, ob der Kündigungsgrund ausreicht.

Keine Regel ohne Ausnahme: Wenn der Azubi verhindert war

War der Auszubildende allerdings daran gehindert, Klage zu erheben, kommt eine Verlängerung infrage. Beispielsweise kann das eine Erkrankung des Auszubildenden sein. Oder aber ungewöhnlich lange Postlaufzeiten führten zum Versäumen der Frist. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass der Auszubildende die Beweislast trägt. Bei einer Erkrankung dürfe ihm das leicht-, bei langen Postlaufzeiten eher schwerfallen.

Für Sie bedeutet das

Markieren Sie sich den wichtigen Termin „3 Wochen nach Zugang der Kündigung“. Wurde bis dahin keine Kündigungsschutzklage erhoben, haben Sie normalerweise Rechts- und Handlungssicherheit. Sie können etwa Bemühungen starten, den Ausbildungsplatz nachzubesetzen.

Autor: Martin Glania

 

 

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