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Recht
10.12.2019

Kein Handschlag mit Frauen – was nun?

In einem aktuellen Urteil  vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz (10 A 11109/19 vom 8.10.2019) ging es um die Entlassung eines Zeitsoldaten. Dieser war zum einen zum Islam übergetreten; zum anderen hatte er angegeben, dass er Frauen künftig keinen Handschlag mehr geben werde. Daraufhin wurde ihm gekündigt, wogegen er vor Gericht vorging.

Er hatte allerdings keinen Erfolg. Nach Ansicht des Gerichts hat er als Zeitsoldat die Pflicht, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten sowie achtungs- und vertrauenswürdiges Verhalten an den Tag zu legen. Dagegen hatte er verstoßen. Darüber hinaus ist das Ansehen der Bundeswehr beeingträchtigt, wenn Soldaten Frauen der Handschlag verweigern.

Das gilt in Ausbildungsverhältnissenbeim Thema Handschlag

Die Argumentationsweise des Gerichts ist nicht auf betriebliche Ausbildungsverhältnisse übertragbar. Allerdings sollten Sie ein solches Verhalten auch bei Auszubildenden als gravierend einstufen, weil es die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau infrage stellt. Insofern kann ein verweigerter Handschlag zu einer Abmahnung und letztendlich auch zur Kündigung führen. Das vermeiden Sie übrigens, wenn Sie diesen Aspekt bereits im Vorstellungsgespräch klären.

Ein Beitrag von Martin Glania.

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