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Recht
23.08.2019

In diesen Fällen hat Ihr Azubi ein Leistungsverweigerungsrecht

Die Nichtvereinbarkeit mit der Ausbildungsordnung, die im konkreten Fall zu einem Kündigungsschutzprozess führte, ist für den Auszubildenden nur ein Grund von vielen, bestimmte Aufträge nicht auszuführen. Darüber hinaus kann er die Arbeit auch in diesen 3 Fällen verweigern, d.h. ihm steht ein Leistungsverweigerugsnrecht zu:

Fall 1: Überstunden

Der Azubi soll die Arbeit im Rahmen von Überstunden durchführen. Es wurde aber nie mit ihm vereinbart, dass Überstunden prinzipiell möglich sind. Eine solche Vereinbarung geht in manchen Fällen aus dem Ausbildungsvertrag hervor; ansonsten muss sie individuell aufgesetzt werden, was auch während der Ausbildung noch möglich ist.

Fall 2: Religion

Der Auszubildende kann bestimmte Arbeiten aus religiösen Gründen oder wegen anderer ernsthafter Gewissenskonflikte verweigern. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, bereits im Vorstellungsgespräch eventuelle religiös bedingte Einschränkungen abzufragen. Weist der Azubi auf diese hin, dann dürfen Sie entsprechende Tätigkeiten nicht von ihm verlangen. Das damit verbundene Ausbildungsziel muss dann anderweitig erreicht werden.

Fall 3: Arbeitsschutz

Arbeitsschutzvorschriften oder sonstige relevante Gesetze müssen natürlich bei jedem Arbeitsauftrag an einen Azubi beachtet werden. Werden entsprechende Gesetze und betriebliche Vereinbarungen ignoriert und weist der Azubi darauf hin, ohne dass sich im Anschluss etwas tut, darf er die Arbeit verweigern. Auch wenn die Gesundheit von sehr jungen Azubis (Jugendarbeitsschutzgesetz) oder schwangeren Auszubildenden (Mutterschutzgesetz) gefährdet ist, ist selbstverständlich eine Arbeitsverweigerung möglich.

Ein Beitrag von Martin Glania.

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