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Ausbildungsqualität
28.03.2019

Gewalt in der Ausbildung ist alltäglich: 6 effektiven Gegenmaßnahmen

Gewalt im Betrieb ist ein beinahe alltägliches Problem. Einer Umfrage der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) zufolge erleben 60 % der Jugendlichen im Betrieb mindestens einmal in der Woche aggressives Verhalten, Konfrontationen oder Gewalt. Es scheint ein generelles Problem zu sein, dass Hemmschwellen sinken und häufig der Respekt voreinander fehlt.

Mit diesen vorbeugenden Maßnahmen können Sie aber gegensteuern

  1. Prüfen Sie bei der Auswahl Ihrer Azubis, ob Vermerke in Schulzeugnissen auf ungehobeltes oder gar gewalttätiges Verhalten hinweisen. Sind Sie sich unsicher, nehmen Sie mit der Schule Kontakt auf.
  2. Betrauen Sie keinen Mitarbeiter mit der Ausbildung, der bereits durch Gewalt aufgefallen ist. Das gilt auch für den Fall, dass dieser die Ausbildereignungsprüfung irgendwann einmal erfolgreich abgelegt hat.
  3. Achten Sie bei der Auswahl der Ausbildungsabteilungen darauf, ob es dort nicht ein gewisses aggressives Potenzial gibt.
  4. Im Ausbildungsbetrieb muss es klare Regeln geben. Werden diese positiv kommuniziert (d. h. Sie machen deren Sinn und Zweck und die Vorteile aus der Einhaltung der Regeln deutlich), besteht eine große Chance, dass sie generell eingehalten werden. Schulungen (gleich zu Beginn der Ausbildung) und Aushänge (der Betriebsordnung) tragen dazu bei.
  5. Reagieren Sie sofort – auch bei kleinen Vorfällen. Gehen Sie jedem Hinweis nach, der auf aggressives Verhalten gegenüber Azubis oder durch Auszubildende hindeutet. Auch wenn es „nur“ einen begründeten Verdacht gibt: Erinnern Sie zumindest in einem persönlichen Gespräch an angemessene Verhaltensweisen.
  6. Handeln Sie konsequent, wenn Grenzen überschritten worden sind. Direkte Gewaltanwendung mit dem Ziel, jemanden zu schädigen, rechtfertigt in der Regel auch in Ausbildungsverhältnissen die direkte Kündigung ohne vorherige Abmahnung.

 

Kündigung durchführen

Dieses Recht der direkten Kündigung auch ohne vorhergehende (mehrfache) Abmahnung sollten Sie nötigenfalls auch nutzen. Denn einerseits müssen Sie potenzielle Opfer vor Gewalt schützen – dazu ist es in der Regel erforderlich, den gewalttätigen Auszubildenden zu entlassen. Nur so sind Sie sicher, dass er in Ihrem Einflussbereich keinen Schaden mehr anrichten kann. Andererseits kann Ihr gegenüber der Gewaltanwendung inkonsequentes Handeln dazu führen, dass auch andere Auszubildende „ermutigt“ werden, Grenzen zu überschreiten. Eine Gewaltspirale, die schwer in den Griff zu bekommen ist, könnte die Folge sein.

Mein Tipp: Die VBG bietet auf ihrer Website unter www.vbg.de ein kostenloses Lernprogramm zur Gewaltprävention in der Ausbildung an (Stichwort „Gewaltprävention“ in die Suche eingeben).

 

Autor: Günter Stein

 

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