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Recruiting
29.12.2018

4 lukrative Förderhilfen bei der Jagd auf Ihren nächsten Azubi-Jahrgang

Fachkräftemangel beklagen Unternehmen seit Jahren – vor allem bei der Suche nach talentierten Auszubildenden. Um auf der Jagd nach den Talenten von morgen die Nase vorn zu haben, sollten Sie auch an Fördergelder denken. Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, erläutere ich Ihnen im Folgenden.

Wenn Sie in den Nachwuchs investieren, können Sie Unterstützung in Anspruch nehmen. Die EU, der Bund und die Länder stellen in jedem Jahr mehrere Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln zur Unterstützung von Ausbildungsbetrieben bereit. Im Einzelnen stehen Ihnen folgende „Töpfe“ zur Verfügung.

1. Lassen Sie sich mit „Jobstarter“ von Anfang an fördern

Das Programm „Jobstarter“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Rekrutierung geeigneter Ausbildungskandidaten sowie bei der Strukturierung und Durchführung der Ausbildung. Ansprechpartner sind die unterschiedlichen Projektträger, die Sie auf der Homepage www.jobstarter.de finden.

Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds finanziert. Im Auftrag dieser beiden Institutionen fördert das Bundesinstitut für Berufsbildung Projekte, die kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, mehr jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen. Projekte werden durch eine nicht rückzahlbare Zuwendung für eine Laufzeit von bis zu 36 Monaten unterstützt.

Personalausgaben werden mit bis zu 600.000 € übernommen

Gefördert werden im Rahmen des Programms Personalausgaben sowie Ausgaben für projektbezogene Reisen des Projektpersonals. Für diese förderfähigen Ausgaben kann eine anteilige Zuwendung von bis zu 100 % beantragt werden, maximal sind 600.000 € für den Zeitraum der Bewilligung möglich.

Unterstützung vor allem beim Ausbildungsmarketing

Das Programm stellt Personalressourcen für Einstellungsverfahren und organisatorische Tätigkeiten bereit. Dadurch sollen die oft nicht so bekannten kleinen und mittleren Unternehmen, die sogenannten stillen Stars, auch ins Bewusstsein der jungen Erwachsenen gerufen werden. Außerdem können sich Unternehmen generell über den Einstieg in die Ausbildung von Nachwuchskräften beraten lassen, beispielsweise über Coaching-Angebote.

2. Unterstützung über die betriebliche Einstiegsqualifizierung der Bewerber

Unterstützung können Sie auch über die sogenannte betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) erhalten. Die Bundesagentur für Arbeit bietet dieses Programm für Schulabgänger an, die zum Stichtag 30.9. noch keinen Ausbildungsplatz haben oder denen ein qualifizierender Schulabschluss fehlt. Diese Kandidaten werden mittels eines 6- bis 12-monatigen Langzeitpraktikums an den Unternehmensalltag und den Ausbildungsberuf herangeführt.

Für Sie hat das Programm den Vorteil, dass Sie den zukünftigen Auszubildenden und seine Fähigkeiten bereits praktisch kennenlernen und so optimal einschätzen können.

Arbeitsagentur übernimmt einen Teil des Praktikanten-Entgelts

Während des Langzeitpraktikums übernimmt die Arbeitsagentur einen Teil des Gehalts für den Bald-Auszubildenden. Der Zuschuss für die Vergütung beträgt bis zu 231€ pro Monat. Außerdem bezahlt sie einen Pauschalbetrag zum Sozialversicherungsbeitrag des Praktikanten.

Um an dem Programm teilzunehmen, müssen sowohl der potenzielle Praktikant als auch Ihr Betrieb bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sein.

 

3. Besondere Förderung von Spezialisten

Ist Ihr Unternehmen in seinem Fachgebiet sehr stark spezialisiert und kann es daher einem Auszubildenden in einer Praktikumsphase nicht alle Inhalte einer möglichen Ausbildung vermitteln, kann sich Ihr Unternehmen mit anderen in einem sogenannten Ausbildungsverbund zusammenschließen. Diesem Verbund können neben anderen Unternehmen auch Bildungsdienstleister angehören.

Ausbildungsverbund ist Ländersache

Die Auszubildenden können in solch einem Verbund zwischen den Unternehmen wechseln und auf diese Weise zu qualifiziertem Fachpersonal geschult werden. Die Förderung dieser Ausbildungsverbünde erfolgt auf Landesebene und gestaltet sich daher sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Programme unterscheiden sich zudem durch die mit der Förderung verknüpften Vorgaben. Infos erhalten Sie bei den zuständigen Stellen, wie Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.

4. Ausbildungsbegleitende Hilfen für Jugendliche mit Qualifizierungsdefiziten

Neben der Ausbildung oder während einer EQ unterstützen sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen junge Menschen mit zusätzlichem fachlichem Unterricht oder Sprachunterricht. Dabei werden die Jugendlichen mit einem persönlichen Förderplan unterstützt, um beispielsweise Nachhilfeunterricht in Deutsch oder Mathematik zu erhalten.

Durch die assistierte Ausbildung wird ein Betrieb vor und auch während der Ausbildung von Jugendlichen ohne oder mit schwachem Schulabschluss von der Arbeitsagentur begleitet. Sowohl Sie als auch der Azubi erhalten Unterstützung – jeweils an die individuellen Bedürfnisse angepasst.

Betriebe und Azubis erhalten beispielsweise Hilfe bei

  • der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung,
  • der Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses durch die Begleitung im Betriebsalltag,
  • der Wissensvermittlung in Allgemeinbildung oder in Fachtheorie,
  • Problemen im sozialen Umfeld.

Informationen erhalten Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Autor: Günter Stein

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