0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
©Ivelin Radkov - stock.adobe.com
Ausbildungsqualität
14.01.2020

Feedback geben – aber richtig

Regelmäßiges Feedback ist im Rahmen einer Ausbildung
unerlässlich. Bei den Azubis des ersten Ausbildungsjahres, die ihre Probezeit
gerade bestanden haben, gilt das erst recht.

Immer dann, wenn Sie Ihren Auszubildenden Rückmeldung
bezüglich ihrer Ausbildungsleistung und ihres Sozialverhaltens geben, sollten
Sie die folgenden Aspekte beherzigen. Reagieren Sie stets zeitnah Wenn es einen
konkreten Anlass für ein Feedback gibt, dann geben Sie es möglichst sofort. Das
gilt sowohl im negativen Fall, wenn sich der Azubi etwas zu Schulden hat kommen
lassen, als auch im positiven Fall, wenn er sich ein Extralob verdient hat.
Seien Sie im Vorfeld selbstkritisch Stellen Sie vor allem dann Ihr eigenes
Ausbilderverhalten auf den Prüfstand, wenn Sie ein negatives Feedback geben
müssen. Fragen Sie sich zunächst:

  • Habe ich den Auszubildenden möglicherweise  überfordert?
  • Hatte er alle Informationen, die er brauchte?
  • War die Aufgabe klar definiert?
  • Habe ich ihm meine Hilfe angeboten?
  • Waren Störungen
    vorhersehbar? Sorgen Sie für einen
    formellen Rahmen für das Gespräch Ein Feedback-Gespräch sollte
    niemals zwischen Tür und Angel stattfinden. Auch
    sollte keine Person stören –
    weder durch plötzliches Auftauchen noch
    telefonisch. Kommt es zu Störungen, dann besteht die Gefahr, dass Ihre Aussagen
    nicht ernst genug genommen werden. Das gilt sowohl für Kritik als auch für Lob.

Die Feedback-Regeln

Zeitnahes Feedback zu aktuellen Anlässen ist genauso wichtig
wie eine gewisse Regelmäßigkeit bei der Durchführung von Feedbackgesprächen.
Diese bietet sich zum Beispiel zu jedem Abteilungswechsel Ihres Azubis an oder
zum Abschluss des jeweiligen Ausbildungsjahres.

Führen Sie Ihr
Feedback geplant und strukturiert durch

Ihr Auszubildender muss nachvollziehen können, worum es
Ihnen in Ihrem Feedback geht, welchen Sachverhalt Sie konkret besprechen
möchten, was er besonders gut gemacht hat oder was ihm nicht gelungen
ist – und wie er es besser machen kann. Überlegen Sie sich daher im
Vorfeld, was Sie konkret ansprechen möchten und wie. Das Gelingen des
Feedbackgesprächs liegt bei Ihnen. Ein gelungenes Feedback beugt nicht nur
Missverständnissen und Konflikten vor, es stärkt auch Vertrauen, Zusammenhalt
und Motivation. Handeln Sie deshalb nach den folgenden Feedbackregeln:

  1. Geben Sie Feedback so konkret wie möglich.
  2. Seien Sie bei negativem Feedback sachlich
    und  wahrheitsgetreu.
  3. Vermeiden Sie Feedback auf Kosten anderer.
  4. Geben Sie angemessenes Feedback.
  5. Geben Sie konstruktiv eine Perspektive für die
    Zukunft.
  6. Äußern Sie das Feedback aus Ihrer eigenen Sicht.
  7. Vermeiden Sie eine „Generalabrechnung“.
  8. Erwarten Sie keine Zustimmung.
  9. Rechtfertigen Sie sich nicht.

Ein Beitrag von Martin Glania.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Ideen für eine materielle Belohnung für Azubis gesucht

Frage: Ich möchte gern leistungsstarke Azubis mit einer besonderen Zulage belohnen. Mir ist klar, dass ich den Auszubildenden keine Sonderzahlungen gewähren kann. Kann ich mein Lob und meine Anerkennung zusätzlich mit einer... Weiterlesen

23.10.2017
Arbeitszeitkonto: Azubi darf Korrektur fordern

Werden auf dem Arbeitszeitkonto eines Auszubildenden zu wenige Stunden ausgewiesen, hat er Anspruch auf Korrektur. Schließlich soll das Arbeitszeitkonto darüber Auskunft geben, in welchem Umfang ein Azubi seine Arbeits- und... Weiterlesen

23.10.2017
Mein Azubi hat geklaut – und jetzt?

Frage: Trotz des Verbots, Büromaterial privat zu verwenden, hat ein Azubi ganz offensichtlich mit Absicht ein Paket Klopierpapier mit nach Hause genommen. Ich bin für die Ausbildung verantwortlich und die Personalabteilung hat... Weiterlesen