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Recruiting
13.08.2018

Erst ein Anforderungsprofil erstellen, dann Azubis suchen

Jedes Jahr bleiben zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt. Doch davon sollen Sie nicht betroffen sein. Wenn Sie Ihr Azubi-Recruiting mit passenden Anforderungsprofilen ankurbeln, wird Ihre Suche erfolgreich verlaufen. Das geht mit folgenden 4 Punkten ganz einfach:

Schritt 1: Anforderungsprofile für Ausbildungsstellen

Sie kennen das: Für die meisten oder gar alle Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen liegen entsprechende Stellenbeschreibungen vor. Auf dieser Basis wurde ein Anforderungsprofil entwickelt, durch das genau bekannt ist, welche Eigenschaften und Qualifikationen zur Erfüllung der Stelle notwendig sind. Doch existieren in Ihrem Betrieb auch Anforderungsprofile für Ihre Ausbildungsplätze? Egal, wie Sie diese Frage beantworten: Gibt es bei Ihnen noch keine Anforderungsprofile für Ausbildungsstellen, dann tun Sie das Richtige, wenn Sie diese erstellen. Bestehen bereits welche, prüfen Sie sie einmal auf ihre Aktualität und Richtigkeit. Denn: Nur mit einem richtig gestalteten Anforderungsprofil ist Ihre Azubi-Suche erfolgreich und Fehlbesetzungen sind weitestgehend ausgeschlossen.

Schritt 2: Das gehört in Ihr Anforderungsprofil

Setzen Sie sich zunächst mit den einzelnen Berufsfeldern, für die Sie Auszubildende suchen, intensiv auseinander. Bestimmen Sie die fachlichen Qualifikationen, die für diesen Ausbildungsberuf erforderlich sind. Dazu zählt etwa der erforderliche Schulabschluss. Wichtig dabei: Schätzen Sie notwendige Abschlüsse realistisch ein. Es muss nicht immer ein Abitur sein. Für viele Berufsgruppen – auch kaufmännische Ausbildungsstellen – reicht stattdessen die Fachoberschulreife völlig aus. Legen Sie ein Abitur wirklich nur dann als Anforderung fest, wenn dies zwingend für die erfolgreiche Bewältigung der Ausbildung nötig ist.

Bestimmen Sie außerdem Persönlichkeitseigenschaften für das Anforderungsprofil. Diese können je nach Berufsgruppe sehr unterschiedlich sein. Vergeben Sie Ausbildungsstellen im Einzelhandel, haben Sie höhere Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit als beispielsweise bei IT-Systemkaufleuten. Bei Letzteren fordern Sie eventuell mehr Analytik. Nachdem Sie alle Anforderungen festgelegt haben, sollten Sie die einzelnen Eigenschaften gewichten – von 1 (weniger wichtig) bis 5 (sehr wichtig). Was ist Ihnen besonders wichtig, was gegebenenfalls weniger? So wissen Sie genau, was Muss- und Kann-Kriterien für den Ausbildungsplatz – angepasst an Ihr Unternehmen – sind.

 

Schritt 3: Machen Sie sich attraktiv für die Zielgruppe

Es ist besonders wichtig, dass Sie Ihre Zielgruppe genau kennen. Sie sollten sich im Klaren darüber sein, was angehende Auszubildende von Ihnen als Arbeitgeber erwarten. Nur so können Sie potenzielle Kandidaten erreichen und für sich gewinnen.

Mein Tipp: Lernen Sie Ihre Zielgruppe so gut wie möglich kennen. Ein wesentliches Ergebnis aus verschiedenen Studien zu jungen Generationen: Vielen sind der Spaß und Sinn bei der Arbeit wichtiger als das eigentliche Einkommen. Hier können Sie als Ausbildungsbetrieb punkten. Sorgen Sie für einen gewissen Spaßfaktor in der Ausbildung. Und vor allem: Kommunizieren Sie diesen nach draußen. Sie könnten beispielsweise zufriedene Azubis anderer Ausbildungsjahre dazu ermuntern, sich in sozialen Netzwerken positiv zu äußern. So erfahren auch potenzielle Bewerber von Ihnen.

Eine Untersuchung der IHK Stuttgart unter 1.000 Jugendlichen in der Region zeigt unter anderem:

  • Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen legt Wert auf sehr gutes Betriebsklima.
  • Die bedeutendsten Informationsquellen zur beruflichen Orientierung sind Praktika und der Austausch mit Menschen, die den angestrebten Beruf gut kennen.
  • Eine erste Anlaufstelle bietet eine Telefonhotline. Der direkte Kontakt zum Unternehmen ist für Jugendliche also sehr wichtig.
  • Junge Menschen legen Wert auf eine gute Verkehrsanbindung ihres Arbeitgebers und günstige Wohnmöglichkeiten. Mehr als ein Drittel bevorzugt einen Unternehmensstandort in der Nähe zum Heimatort.

Das bedeutet für Sie:

Suchen Sie nicht überregional nach Azubis, denn die Umzugsbereitschaft von Jugendlichen ist sehr gering. Setzen Sie auf lokale Präsenz. Nehmen Sie Kontakt mit den Schulen in der Umgebung auf. Dort können Sie z.B. Plakate aufhängen oder Flyer auslegen. Zudem sprechen Sie mit einem Tag der offenen Tür Kandidaten in der Region gut an. Zudem bekommen Interessierte dabei einen guten Eindruck von Ihrem Betriebsklima. Das wiederum kommt Ihnen zugute: Überzeugte lassen Ihnen direkt die Bewerbung zukommen.

Schritt 4: So optimieren Sie Ihre Suche nach potenziellen Auszubildenden

Die zielgerichtete Suche steht im Mittelpunkt Ihres Recruitings. Gemäß den Studienergebnissen wissen Sie: Jugendliche suchen eher in der Region, legen Wert auf Erstinformationen via Praktika und Telefonhotline. Mit den folgenden Tipps können Sie kurzfristig Bewerbungen für Ihre  Ausbildungsplätze erhalten:

  • Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Azubi-Suche auf Ihre Region. Machen Sie sich also Gedanken, welche Medien Jugendliche in der Region konsumieren.
  • Erkundigen Sie sich nach Orten, Sportvereinen oder anderen Institutionen, wo sich Ihre Zielgruppe in der Freizeit besonders gerne aufhält.
  • Nehmen Sie Kontakt mit Schulen in der näheren Umgebung auf. Sprechen Sie mit den Verantwortlichen über die jeweiligen Möglichkeiten.
  • Nutzen Sie verstärkt das Modell „Praktikum“, um Azubis zu gewinnen
  • Schaffen Sie für Ihre potenziellen Azubis mehr Kontaktmöglichkeiten. Sie sollten sich unkompliziert und jederzeit informieren können. Geben Sie deshalb in allen Werbemitteln, Anzeigen und Artikeln eine Kontakttelefonnummer an, unter der Ihre Ansprechperson erreichbar ist.
Autor: Günter Stein

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