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Recruiting
15.01.2019

Ein Tag Azubi: Einblicke in die Ausbildung gewähren

Praktika, Vorstellungsgespräche und Tage der offenen Tür – all das sind Möglichkeiten, Kontakte zu potenziellen Auszubildenden zu bekommen. Außerdem lernen Sie Bewerber dadurch kennen. Eine Alternative hierzu: Sie empfangen Schulabgänger in Ihrem Unternehmen und stellen sie für einen Tag an die Seite ihrer vielleicht künftigen Azubi-Kollegen.

Lernen Sie künftige Auszubildende im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs wirklich gut kennen? Erfährt der Bewerber tatsächlich, was in einer Ausbildung auf ihn zukommen könnte? Wie ist das bei einem Tag der offenen Tür oder Veranstaltungen, bei denen Sie Schulabgänger empfangen oder Betriebsführungen durchführen? Kommt da wirklich ein Kontakt zustande, auf dessen Grundlage sich eine erfolgreiche Ausbildung aufbauen lässt?

Am besten ist es natürlich, der Ausbildung ein Praktikum vorzuschalten, in dem sich potentielle Azubis und Ausbildungsbetrieb näherkommen. Andererseits zeigt die Realität: Dafür ist nicht immer Zeit. Auch der organisatorische Aufwand, einen jungen Menschen vor seiner Ausbildung über Wochen oder Monate bei Ihnen als Praktikanten zu beschäftigen, ist ziemlich hoch. Warum also nicht einen Mittelweg gehen?

Ein Tag Azubi: So lernen Sie Bewerber wirklich kennen

Haben Sie schon einmal an folgendes Konzept gedacht: Sie bringen einen Bewerber für einen Tag mit einem Ihrer Auszubildenden zusammen. Sie lassen ihn kleine Arbeiten durchführen, beobachten ihn und kommunizieren im Laufe des Tages immer wieder mit ihm. Der Aufwand für einen solchen Bewerbertag ist überschaubar, die Vorteile sind enorm.

Daran sollten Sie denken

Für ein solches Projekt brauchen Sie Auszubildende, die bereit sind, gemeinsam mit Ihnen die Verantwortung für die eintägige Betreuung eines Bewerbers zu übernehmen. Darüber hinaus müssen Sie Ihre Auszubildenden, die eine solche Aufgabe übernehmen, natürlich einweisen. Klären Sie, worauf sie besonders achten müssen. Fordern Sie sie auf, falls möglich ein paar Notizen zu machen. Richten Sie gemeinsam mit diesen Auszubildenden den Fokus auf die Frage, ob der Bewerber sich wirklich für den Ausbildungsplatz, den er gerade live erlebt, interessiert.

Mein Tipp: Gehen Sie auf Nummer sicher: Halten Sie mindestens einen Ersatz-Azubi bereit, der einspringen kann, falls ein Azubi unerwartet erkrankt und seine Betreuungsaufgabe nicht erfüllen kann. Alternativ könnten Sie veranlassen, dass ein Auszubildender sich sogar um 2 Bewerber kümmert. Natürlich sollten Sie das vorher mit dem entsprechenden Azubi besprechen.

Von diesen Vorteilen profitieren Sie

Einen Bewerber einen ganzen Tag zu erleben, ist Gold wert. Wenn sich einer Ihrer Azubis um den Bewerber kümmert, wenn dieser gut eingewiesen wird und weiß, worauf es ankommt, werden Sie zu wichtigen Erkenntnissen kommen. Unterschätzen Sie hierbei die Fähigkeiten Ihrer Auszubildenden nicht, potenzielle Bewerber – also andere junge Menschen – zu beurteilen.

Mein Tipp: Bleiben Sie als Ausbildungsbeauftragter direkt am Ball und bauen Sie an einem solchen Bewerber-Azubi-Tag 2- oder 3-mal eine 5- bis 10-minütige Gesprächsphase ein. Dann können Ausbilder, erfahrene Kollegen, aber auch Personalverantwortliche gezielt mit dem jungen Bewerber sprechen. So werden Ihre Erkenntnisse über den jungen Menschen noch umfassender sein. Darüber hinaus können Ihre eingebundenen Auszubildenden solche Gesprächspausen dazu nutzen, ein paar Notizen über den bisherigen Verlauf des Tages zu machen.

Nicht zu unterschätzen ist zudem der Vorteil, dass auch die Bewerber zu der Erkenntnis kommen können, dass der Ausbildungsberuf, in den sie gerade hineinschnuppern, nichts für sie ist. Ist das der Fall, sollten Sie nicht enttäuscht sein, sondern dankbar, dass das zu einem so frühen Zeitpunkt erkannt wurde. Mittel- und langfristig gesehen verringern Sie durch das intensive Kennenlernen die Abbruchquote in der Ausbildung.

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland haben bundesweit einen solchen Aktionstag ins Leben gerufen. Dieser wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Dadurch soll vor allem benachteiligten Bewerbern eine Chance gegeben werden, einen Tag lang in bestimmte Ausbildungsberufe hineinzuschnuppern. Wenn Sie von diesem Netzwerk profitieren wollen, statt das Projekt „Ein Tag Azubi“ selbst und nur für Ihr Unternehmen zu organisieren, dann können Sie Ihre Bereitschaft, Bewerber einen Tag lang kennenzulernen, unter https://www.1000-chancen.de/ein-tag-azubi/wie-kann-ich-mitmachen/ signalisieren.

Autor: Martin Glania

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