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Ausbildungsmarketing
28.05.2019

Digitalisierung in der Ausbildung: 3 wertvolle Tipps für Ihre Praxis

Die Digitalisierung stellt Sie vor große Herausforderungen. Das gilt zum einen, weil alle Beteiligten – Vorgesetzte, Ausbilder, Auszubildende – neue Dinge zu lernen haben. Das gilt aber auch angesichts der Tatsache, dass manch eine Ausbildungsordnung noch nicht so weit ist und digitalisierte Prozesse darin eine untergeordnete Rolle spielen.

Gleichwohl macht die Digitalisierung vor kaum einer Tätigkeit halt. Wenn der Wertschöpfungsprozess im Unternehmen zu-nehmend technologischen Einflussfaktoren unterliegt, kann die Ausbildung – unabhängig vom Stand eines Neuordnungsverfahrens – davor nicht die Augen verschließen. Die folgenden 3 Tipps werden Sie beim Digitalisierungsprozess, aber auch bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Tipp 1: Spendieren Sie Tablets

Es klingt erstmal sehr großzügig, wenn Sie Ihre Auszubildenden mit Tablets ausrüsten. Natürlich kostet das zunächst einmal viel Geld. Sie erreichen dadurch aber, dass Sie die Ausbildung, das Ausbildungsmarketing und die betriebliche Entwicklung enorm voranbringen – und zwar deshalb:

  1. Sie zeigen Ihren Auszubildenden, dass Sie in die Ausbildung investieren. Ein Auszubildender ist keineswegs das letzte Rad am Wagen, sondern die Zukunft des Unternehmens. Da-her statten Sie ihn technologisch hervorragend aus.
  2. Sie bewirken natürlich auch, dass ein Tablet von Azubis mit Begeisterung genutzt wird. Die Begeisterung ist bei vielen Auszubildenden vom 1. Tag an vorhanden, bei manch einem dauert es etwas länger. So gut wie jeder bringt dadurch sei-ne Arbeit voran. Denn er kann seine Ausbildungsaktivitäten besser vorbereiten, durchführen oder archivieren.
  3. Außerdem machen Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft. Junge Menschen lernen schnell – deutlich schneller als die älteren Kollegen. Ihre Azubis, die technisch so gut ausgestattet sind, legen ein noch höheres Tempo vor. Wichtig dabei: Die Computerfreaks unter Ihren Azubis ziehen die Zurückhaltenden mit.
  4. Die Auswirkungen auf das Ausbildungsmarketing sind hervorragend. Bei Bewertungsportalen wie Kununu und in sozialen Netzwerken halten sich Azubis nicht zurück, wenn es darum geht, über solche Dinge begeistert zu berichten.

Tipp 2: Legen Sie Regeln für die digitale Kommunikation fest

Bei einer so hervorragenden Ausstattung ist es wichtig, Regeln für die elektronische Kommunikation festzulegen. Das gilt vor allem für den Fall, dass Ihre Azubis ihre Tablets mit nach Hause nehmen und auch privat nutzen dürfen. Den jungen Menschen muss klar sein, dass sie ihre Ausbilder keineswegs rund um die Uhr und auf digitalem Weg in einer Ausbildungsangelegenheit kontaktieren sollten. Hier gibt es Grenzen.

Auch bei der Handhabung von Social-Media-Kanälen, die in vielen Ausbildungsunternehmen von den Auszubildenden selbst betreut werden, brauchen Auszubildende Regeln: Auf welche Kommentare dürfen sie nach Feierabend und ohne Rücksprachemöglichkeit reagieren? Wie wird mit Lob oder Kritik um-gegangen? Gerade nach Feierabend besteht die Gefahr, dass schnell mal ein unbedachter Spruch in einem offiziellen Ausbildungskanal des Unternehmens den Weg ins weltweite Netz findet. Daher sollten Sie klar regeln, wer solche Social-Media- Kanäle außerhalb üblicher Bürozeiten betreut.

Tipp 3: Führen Sie Einstellungstests online und offline durch

Ein weiterer Tipp, den ich Ihnen geben möchte, betrifft das Auswahlverfahren. Vielleicht nutzen Sie bereits die Möglichkeiten von Online-Einstellungstests, die Bewerber von zu Hause aus absolvieren. Der Vorteil: Sie können eine große Zahl von Bewerbern besser kennenlernen und machen sich unabhängiger von Schulzeugnissen. Viele Ausbildungsunternehmen tun das bereits und kaufen sich entsprechende Tests und Auswertungsverfahren. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack: Hat tatsächlich der Bewerber selbst den Onlinetest bearbeitet? Oder war es doch sein Kumpel, der Bestnoten in der Schule hat? Oder waren unter Umständen die Eltern mit am Werk?

Sie können einem Missbrauch folgendermaßen vorbeugen: Sie kündigen bereits vor dem Onlinetest an, dass Sie danach über-prüfen werden, ob der Test allein absolviert wurde. Manch einer wird das ernst nehmen und sich allein an die Arbeit machen. Manch einer wird dennoch Hilfe in Anspruch nehmen. In der nächsten Runde – bei Ihnen im Betrieb – machen Sie dann Folgendes: Sie lassen Ihre Bewerber denselben Test noch einmal absolvieren – unter Aufsicht. Der Vergleich der Ergebnisse ist dann besonders erkenntnisreich und macht Ihnen die Entscheidung für oder gegen einen Bewerber viel leichter.

Autor: Martin Glania

 

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