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Motivation
02.10.2018

Mit der 5-W-Methode leiten Sie Ihre Azubis an, ein Problem selbst zu lösen

„Die Maschine ist einfach stehen geblieben!“ Wenn ein Azubi, der die Verantwortung für eine Maschine hatte, vor Ihnen steht und Ihnen diese Mitteilung macht, können Sie 2 Dinge tun: Entweder Sie kümmern sich allein um das Problem (oder bitten einen ausgelernten Beschäftigten, dies zu tun). Oder aber − und das ist mit Blick auf das Thema Ausbildung die bessere Methode − Sie lösen das Problem mit dem Azubi gemeinsam. Hier kommt die 5-W-Methode ins Spiel!

Die 5-W-Methode (5-Why-Method) berücksichtigt mit ihren 5 Warum-Fragen einen für die Ausbildung sehr wichtigen Aspekt: Es geht nicht nur darum, das Problem selbst zu lösen (im Eingangsbeispiel also das Wieder-in-Gang-Bringen der Maschine). Es geht auch darum, die Ursache für die Störung bzw. für das Problem zu finden, um diese abzustellen.

Die Vorgehensweise der 5-W-Methode

Bildlich lässt sich dieser Sachverhalt gut mit der Tätigkeit des Unkrautjätens vergleichen. Das ist ein Bild, das sich Ihrem Azubi schnell erschließt: Will man Unkraut beseitigen, hat das bloße Abschneiden der an der Beetoberfläche herausschauenden Pflanze nur kurze Wirkung. Nach einiger Zeit wird sie wieder nachwachsen. Um es wirklich zu beseitigen, muss die Pflanze mitsamt ihren Wurzeln entfernt werden. Man muss also tiefer graben und bis zur Wurzel des Problems vordringen. Die 5-W-Methode setzt genau hier an Deswegen wird sie im englischen Sprachgebrauch auch den Techniken der Root-Cause-Analysis (Root = Wurzel; dt.: Ursache-Wirkungs-Analyse) zugeordnet. Die Vorgehensweise bei der Anwendung dieser Methode ist denkbar einfach und gleichzeitig sehr wirkungsvoll:

  1. Problembeschreibung

Zuerst nehmen Sie eine kurze Beschreibung des Problems auf:

  1. Was ist genau passiert?
  2. Wo ist das Problem aufgetreten?
  3. Wann ereignete sich der Vorfall?
  4. Wer war daran beteiligt?
  5. Wer hat das Problem entdeckt?
  6. Welche Auswirkungen sind durch das Problem entstanden?

Gehen Sie Frage für Frage mit Ihrem Azubi durch. Lassen Sie ihn eventuell eine Skizze oder ein Foto anfertigen, um das Problem zu verdeutlichen. Dann können Sie im innerbetrieblichen Unterricht darüber referieren – und Ihre anderen Auszubildenden auch darüber informieren, wie das Problem und die Ursache gelöst wurden!

Mein Tipp: Wenn Sie dabei positiv herausstellen, welchen Anteil der Azubi dabei hatte, sorgt das auch bei den anderen Azubis für einen zusätzlichen Motivationsschub.

  1. Ursachenanalyse

Im Anschluss führen Sie mit Ihrem Azubi gemeinsam eine Ursachenanalyse durch. Dabei fragen Sie (bzw. Ihr Azubi, fordern Sie ihn ausdrücklich dazu auf) so lange warum, bis Sie die eigentliche Ursache des Problems finden. Jedes Mal, wenn auf die Warum-Frage eine Antwort erfolgt, hinterfragen Sie – bzw. der Azubi – diese mit einer erneuten Warum-Formulierung. Auf diese Weise dringen Sie immer tiefer bis zur eigentlichen Ursache des Problems vor.

  1. Abstellmaßnahmen

Haben Sie die Ursache gefunden, gilt es, geeignete Abstellmaßnahmen daraus abzuleiten und umzusetzen. Ein entsprechender Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten und Zeitvorgaben unterstützt Sie bei der Umsetzung – und natürlich auch Ihren Auszubildenden!

  1. Überprüfung der Wirksamkeit

Direkt nach der Umsetzung kontrollieren Sie gemeinsam das Ergebnis der Maßnahmen:

  • Existiert das Problem noch oder wieder?
  • Waren die Maßnahmen wirksam?
  • Wenn nicht, wie lösen wir das Problem dann?
Autor: Günter Stein

 

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