0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
denisismagilov - Fotolia
Recruiting
17.04.2018

Das verraten Ihnen Mimik und Gestik Ihres Bewerbers

Die Phase der Vorstellungsgespräche mit Ihren künftigen Azubis steht in den nächsten Monaten bevor. Wie sich ein potenzieller Azubi in spe präsentiert, auf Ihre Fragen antwortet und Neugier entwickelt – darauf wird es unter anderem ankommen. Allerdings verraten Ihnen auch seine Mimik und seine Gestik bestimmte Dinge – und zwar oftmals solche, die er nicht freiwillig erzählt.

Achten Sie daher nicht nur auf das, was der Azubi-Kandidat sagt, sondern auch darauf, wie glaubwürdig er dabei erscheint. Seine Mimik verrät häufig mehr über ihn, als ihm selbst lieb ist. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, seine Signale, die fast jeder Mensch von sich gibt, zu verstehen und einzuordnen:

Übersicht

Kopf, Augen und Mund: Was Ihnen körpersprachliche Signale verraten

Haltung des Kopfes

Der Kopf ist nach links geneigt. Das ist ein Zeichen von Skepsis. Der Bewerber hat noch nicht das notwendige Vertrauen.
Der Kopf ist nach rechts geneigt. Ihr Gesprächspartner hat Vertrauen bzw. möchte es herstellen. Sie können nun offen reden und werden Interessantes mit hohem Wahrheitsgehalt erfahren.
Der Kopf ist nach hinten geneigt. Hier ist Vorsicht geboten, weil der Gesprächspartner Selbstsicherheit, aber auch Konfliktbereitschaft signalisiert. Wenn Sie sich darauf einlassen, könnte es gegebenenfalls laut, aber vor allem auch sehr erkenntnisreich für Sie werden. Der
Kopf ist abgewandt. Der Bewerber ist möglicherweise gelangweilt. Offenbar haben Sie ihn mit Ihren Ausführungen bislang noch nicht erreicht. Haken Sie nach, um zu erfahren, worauf es ihm bei seiner zukünftigen Ausbildungsstelle ankommt.

Blickrichtung der Augen

Die Augen zeigen einen offenen Blick. Das spricht für Interesse und oft auch für Sympathie. Nutzen Sie das, denn der Bewerber ist einer Ausbildung bei Ihnen nicht abgeneigt.
Der Blick ist eher gesenkt oder geht sogar zum Boden. Hier kann einerseits Unsicherheit die Ursache für das Verhalten des Bewerbers sein. Versuchen Sie dann, seinen Blick einzufangen. Mit einem Lächeln bauen Sie Vertrauen auf. Andererseits könnte der Bewerber aber auch etwas verbergen wollen, und sein Blick zum Boden signalisiert Ihnen, dass er gerade die Unwahrheit erzählt.
Die Augen sind weit aufgerissen. Das ist ein positives Zeichen. Der Gesprächspartner hat Interesse an dem, was Sie erzählen, und damit möglicherweise auch an einem Ausbildungsplatz.

Stellung des Mundes und der Lippen

Der Mund zeigt ein natürliches Lächeln. Dann können Sie von Zuwendung und Sympathie ausgehen. Sie haben offenbar gute Karten, als potenzieller Ausbildungsbetrieb den Bewerber zu begeistern.
Der Mund formt sich zu einem Dauerlächeln. Solche Verhaltensweisen sind in Zeiten von digitalen Medien vermehrt zu beobachten. Oft hat ein Lächeln nicht viel zu sagen, vor allem wenn es stereotyp erscheint. Seien Sie vorsichtig, denn Ihr Gesprächspartner ist nicht authentisch. Stellen Sie Fragen zu seinem Lebenslauf, mit denen Sie das Dauerlächeln möglicherweise durchbrechen können. Gelingt das nicht, rate ich dazu, von dem Bewerber Abstand zu nehmen.
Der Mund lächelt, aber die Augen spielen nicht mit. Das ist ein Zeichen dafür, dass Sie dem Bewerber offenbar nicht sympathisch sind bzw. dieser sich in der Bewerbungssituation nicht wohlfühlt. Das gilt gerade auch dann, wenn er beim Lächeln auffällig seine Zähne zeigt, die Augen aber trotzdem neutral erscheinen.
Die Lippen werden zusammengekniffen. Der junge Bewerber ist mit dem, was Sie gerade gesagt haben, überhaupt nicht einverstanden. Fragen Sie nochmal nach und verschaffen Sie sich einen Eindruck, ob das Gesagte mit seinem Gesichtsausdruck in Einklang zu bringen ist.
Autor: Martin Glania

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Interne Maßnahmen fürs Azubi-Recruiting

Sie denken, intern finden Sie keine Azubis? Weit gefehlt: Ihre Kolleginnen und Kollegen mit ihren Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen und dem Freundes- und Bekanntenkreis bieten großes Potenzial. Warum auch Mitarbeiter die... Weiterlesen

23.10.2017
Fortsetzung: Beurteilung von Auszubildenden: Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden

Es ist gar nicht so einfach, Leistungen objektiv zu beurteilen. Hier finden Sie 3 weitere Fehler, die bei der Azubi-Beurteilung häufig passieren. Fehler 3: Sie beurteilen immer nach dem gleichen Schema Ohne dass der Beurteiler es... Weiterlesen

23.10.2017
Haftung in der Ausbildung: Das sagen die Gerichte

Im Zusammenhang mit Haftungsfragen kommt es zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten. Sowohl wenn der Auszubildende Schadenersatz einfordert, als auch wenn dies der... Weiterlesen