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Ausbildungsqualität
02.04.2019

Brainstorming: Mit Ihren Azubis auf geniale Ideen kommen

Das Ideensammeln auf Zuruf, das sogenannte Brainstorming, bietet jede Menge Potenzial für die Ausbildung. Es fördert das persönliche Vorankommen Ihrer Azubis und die Effizienz der Vorgänge in Ihrem Ausbildungsunternehmen. Daher sollten Sie das Instrument des Brainstormings in der Ausbildung gezielt einsetzen.

Brainstorming ist eine Methode, um gewöhnliche und ungewöhnliche Ideen zur Lösung eines Problems zu finden. In dem englischen Begriff stecken die Wörter Gehirn (brain) und Sturm (storm). Das macht durchaus Sinn. Denn mit Brainstorming soll das Gehirn stürmisch und direkt auf ein Problem losgelassen werden. Auszubildende sollten im Rahmen des Brainstormings daher aufgefordert werden, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und diese in diesem Rahmen sofort zu artikulieren.

Warum Brainstorming?

Die Methode des Brainstormings dient dem lösungsorientierten Arbeiten in Unternehmen. Auszubildenden sollten bereits während der Ausbildung damit konfrontiert werden. Konkreten Nutzen stiftet dieses Instrument in der Ausbildung auf 3 Ebenen:

Ebene 1 – Brainstorming als Selbstzweck. Ihre Azubis erlernen diese Methode zur Ideenfindung und wenden sie später im Berufsleben an.

Ebene 2 – Lösung einer fiktiven Aufgabe. Sie konfrontieren Ihre Auszubildenden in der Theorie mit einem Problem. Die Azubis sollen spontan sagen, was ihnen dazu einfällt, bzw. sie sollen Lösungsvorschläge machen. Beispiel: „Angenommen, das Lager platzt aus allen Nähten. Welche Lösungen für dieses Problem fallen Ihnen ein?“

Ebene 3 – Lösung eines realen Problems. Es werden Ideen etwa für das Marketing zusammengetragen, Vorschläge für mehr Umweltschutz bei der Produktion gesammelt oder es wird das Ziel für den nächsten Azubi-Ausflug gesucht.

Verschiedene Typen sind gefragt

Gibt es in Ihrem Unternehmen verschiedene Berufsfelder (Wirtschaft und Verwaltung, technische und gewerbliche Auszubildende)? Dann scheuen Sie sich nicht, ein gemeinsames Brainstorming mit einer gemischten Gruppe (oder verschiedenen gemischten Gruppen) durchzuführen.

Dadurch ergeben sich 2 positive Aspekte:

  1. Bei der Sammlung der Ideen werden verschiedene Berufsfelder, Denkweisen und Problemlösungsstrategien berücksichtigt. Die Zahl der Ideen und deren Breite nehmen mit unterschiedlichen Berufsfeldern zu.
  2. Die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Auszubildenden verbessert sich.

Besser nicht zwischen Tür und Angel

Ein Brainstorming kann bei einem aktuell auftauchenden Problem relativ kurzfristig angewandt werden. Zu spontan sollten Sie allerdings nicht sein. Ein Brainstorming zwischen Tür und Angel dürfte nicht ans Ziel führen. Vielmehr sind verschiedene Dinge zu beachten, die einer Vorbereitung bedürfen:

  • Es muss eine bestimmte Gruppe an Teilnehmern (zum Beispiel alle Auszubildenden eines Ausbildungsjahres) festgelegt werden.
  • Der Leiter bzw. Ausbilder muss das Problem verständlich vorstellen.
  • Die von den Auszubildenden spontan geäußerten Beiträge und Ideen müssen schriftlich fixiert werden. Entweder Sie halten die Beiträge für alle sichtbar auf einer Tafel fest. Oder Sie bitten einen Protokollanten, die Ideen aufzuschreiben und später an die Gruppe zu versenden.

Vorsicht! Es gibt nur gute Ideen

Von besonderer Wichtigkeit ist, dass sich die Auszubildenden trauen, auch ungewöhnliche Ideen spontan vorzutragen. Daher gilt die Regel: Alle vorgetragenen Ideen sind gut. Es gibt keine schlechten Ideen. Es sollte eine Atmosphäre herrschen, die von Respekt vor den Ideen anderer geprägt ist. Spontane Bewertungen von Ideen sind daher unbedingt zu unterlassen. Das gilt auch dann, wenn die Machbarkeit einzelner Ideen für jeden sichtbar infrage steht. Nicht oder kaum machbare Ideen bringen den Denkprozess voran. Bei der Ideensammlung gilt also: „Masse statt Klasse“ – und nicht umgekehrt. Der anschließende Prozess des gemeinsamen Aussortierens von Ideen muss schließlich mit Leben und Diskussion gefüllt sein. Erfahrungsgemäß liefert gerade das Diskutieren, Abwägen und Aussortieren wichtige Impulse, um zur besten Lösung zu kommen.

Autor: Martin Glania

 

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