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Ausbildungsmarketing
03.12.2018

4 Best-Practice-Beispiele um geeignete Bewerber zu finden

Im letzten Ausbildungsjahr wurden wieder weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen. Die Zahl sank auf 522.200. Das sind wieder 1,4 % weniger als 2013. Zehntausende Lehrstellen blieben unbesetzt. Gerade in weniger bekannten Ausbildungsberufen wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Bewerber zu finden. Hier 3 innovative Ansätze, mit denen Unternehmen Nachwuchskräfte für sich gewinnen:

  1. Praxis statt Theorie: die Ausbildung „zum Anfassen“

Leo Lübke, Geschäftsführer des westfälischen Möbelherstellers CORInterlübke, präsentiert das Unternehmen regelmäßig auf Ausbildungsmessen in der Region. Er sucht Azubis für Polsterer- und Möbeltischlerlehren. Als Lockmittel lässt er auf der Messe einen kompletten Polsterer-Arbeitsplatz aufbauen. Interessenten können sich hier eins zu eins in die Arbeiten einführen lassen und ebenso selbst Hand anlegen. „Es ist wichtig, dass die Haptik rüberkommt. Wir haben attraktive Produkte zum Anfassen“, so Lübke.

Der Effekt: Das Unternehmen schafft Aufmerksamkeit für die Ausbildung und macht sie plastisch – sehr wichtig für wenig bekannte Ausbildungsberufe jenseits oft gewählter Wege wie Bankkaufmann.

  1. Potenzielle Bewerber aktiv abholen

Bernard Krone, CEO des Landmaschinenherstellers Krone, lässt auf den Schulhöfen der Region eine Häckselmaschine vorfahren. Die kann dann von den Schülern in der Unterrichtszeit besichtigt werden. Solche Aktionen sind Bestandteil der „Young Professionals Tour“, die Krone regelmäßig durchführt. Die Termine mit den Schulen werden also exklusiv vereinbart, Krone ist jeweils das einzige Unternehmen, das an einem Vormittag präsentiert.

Der Effekt: Über das Produkt kann direkt das Interesse an den Arbeitsfeldern von Krone geweckt werden.

 

  1. Authentischer Auftritt statt geschliffener Werbetexte

Der Maschinenbauer Hermle (953 Mitarbeiter) ließ unter dem Motto „Von Azubis für Azubis“ seine Homepage für Berufseinsteiger komplett von den eigenen Azubis gestalten (https://www.hermle.de/de/karriere/ausbildung/). Statt mit trockenem Personalertext werden Azubi-Interessenten hier in ihrer Sprache und mit passenden Geschichten angesprochen.

Der Effekt: Potenzielle Azubis fühlen sich persönlich angesprochen. Außerdem vertrauen sie den Aussagen „Gleichgesinnter“ mehr als den Werbetexten.

  1. Nutzen Sie Ihre Kunden für sich

Die Tischlerei Julius Möbel aus dem Bergischen sucht dort nach Azubis, wo Vertrauen in sie herrscht: Bei ihren Kunden!

Der Effekt: Kunden, die mit der Arbeit der Firma zufrieden sind, schätzen die Firma. Sie werden sie gern im Familien- und Bekanntenkreis weiterempfehlen – sowohl für ihre Dienstleistung als auch ihre offenen Azubi-Stellen.

 

Mein Fazit für Sie

Machen Sie Ihr Unternehmen erlebbar. Es lohnt sich, in der Personalwerbung nicht nur den Intellekt anzusprechen. Stände, Werbebroschüren, Info-Texte über Ihr Unternehmen im Internet – das sind alles Standards, nicht mehr. Differenzierung erreichen Sie über Emotionalität, also interessante Produkte oder erlebbare Arbeitsvorgänge. Setzen Sie das gemeinsam mit Ihren Ausbilderkollegen im Unternehmen um.

Autor: Günter Stein

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