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Ausbildungsqualität
12.06.2018

Bei Azubi-Beurteilungen objektiv bleiben

Frage: Mir fällt es immer sehr schwer, meine Anti- bzw. auch Sympathien bei der Beurteilung der einzelnen Azubis außen vor zu lassen. Wenn wir mal ehrlich sind, mögen wir doch alle den einen Menschen mehr als den anderen. Aber wie verhalte ich mich als Ausbilder professionell?

Antwort: Was Sie beschreiben, ist menschlich und geht vermutlich fast jeder Führungskraft so. Fakt ist, dass Ihre persönliche Meinung immer in die Beurteilung des Azubis mit einfließt. Ganz objektiv können Sie nie sein. Aber Sie können sich dazu zwingen, möglichst neutral zu bleiben, indem Sie …

  • nicht unter Zeitdruck und nicht in erregter Stimmung beurteilen.
  • sich immer fragen: Woher weiß ich, dass es so oder so ist? Sammeln Sie Belege für Leistungen und Verhalten.
  • nur Tatsachen beurteilen und keine psychologischen Deutungen einfließen lassen.
  • sich nie vom ersten Eindruck leiten lassen. Sonst fällen Sie ein Vorurteil. Schieben Sie Ihre Gesamtbeurteilung so lange auf, bis alle Informationen vorliegen.
  • die jeweilige Situation in die Beurteilung des Verhaltens mit einbeziehen. Ein Azubi, der gerade den geballten Zorn eines Kunden abfangen musste, handelt anders als einer, der gerade mit Lob überschüttet wurde.
  • selbstkritisch sind. Beobachten Sie sich selbst, für welche Beurteilungsfehler Sie besonders anfällig sind: – Sind Sie eher streng oder milde? – Neigen Sie dazu, zu polarisieren und vorwiegend in den Kategorien „gut“ oder „schlecht“ zu beurteilen, weniger in den Grauzonen? – Beurteilen Sie Ihnen sympathische, ähnliche oder aus der gleichen sozialen Schicht wie Sie selbst stammende Azubis tendenziell besser?
  • auch andere Meinungen von Führungskollegen anhören, die den Azubi ebenfalls beobachten konnten.

Wie Sie motivierendes Feedback geben, erfahren Sie hier…

Autor: Günter Stein

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