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Recruiting
28.01.2019

Azubis über 40: Warum sie großes Potenzial bieten

Warum nicht Auszubildende einstellen, die deutlich älter sind als üblich? Das Risiko, das Sie hierbei eingehen, ist überschaubar. Dazu profitieren Sie von einer gehörigen Portion Berufserfahrung, die so ein Auszubildender mit sich bringt. In Zeiten des Fachkräftemangels sind Azubis über 40 eine ernsthafte Überlegung wert.

Es gibt viele Menschen, die ihr Berufsleben aus verschiedenen Gründen umstrukturieren wollen oder müssen. Da kommt im alten Beruf möglicherweise eine Erkrankung oder die Insolvenz des bisherigen Arbeitgebers dazwischen. Oder eine Frau möchte nach längerer Familienzeit beruflich wieder Fuß fassen, ist aber zu lange aus ihrem alten Beruf heraus. In solchen Fällen kann eine Berufsausbildung für alle Seiten Vorteile bringen – auch dann, wenn der Azubi über 40 ist.

Wann die Einstellung älterer Azubis zu empfehlen ist

Unternehmen, die ihre Ausbildungsplätze nicht mehr besetzen können, sollten über alternative Wege nachdenken. Beispielsweise sollten Personen, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Orientierung, aber schon älter sind als für Ausbildungszeiten üblich, als potenzielle Azubis in Betracht gezogen werden. Sie bringen berufliche Erfahrung und eine große Portion Lebenserfahrung mit. Dazu kommen weitere Vorteile: großes Durchhaltevermögen und hohe Verlässlichkeit.

Manches Unternehmen ist heute schon aktiv dazu übergegangen, gezielt nach solchen Bewerbern zu suchen – die oft eine Bereicherung für das Unternehmen sind. In Stellenausschreibungen wird offen darauf hingewiesen, dass Bewerber aller Altersklassen in der Ausbildung willkommen sind. Eine Formulierung dieser Art hat zudem den Vorteil, dass ein Konflikt mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – wegen Benachteiligung aufgrund des Alters – ausgeschlossen ist.

 

Sind ältere Azubis auch etwas für Sie?

Wenn Sie sich vorstellen können, Auszubildende über 40 einzustellen, dann informieren Sie Ihre Arbeitsagentur. Die kommt öfter, als man denkt, in die Verlegenheit, ein Unternehmen für eine sogenannte betriebliche Einzelumschulung einer nicht mehr ganz jungen Person zu finden. In dieser Umschulung geht es um nichts anderes als um eine duale Berufsausbildung.

Mein Tipp: Unter Umständen besteht sogar die Möglichkeit einer Förderung aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit. Hier können gesundheitliche Gründe, Gründe der Qualifikation (bei ungelernten Bewerbern) und eine vorhergehende Arbeitslosigkeit den Ausschlag für einen Zuschlag geben. Fragen Sie gezielt bei Ihrer Arbeitsagentur nach.
Autor: Martin Glania

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