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Recruiting
12.03.2019

Wie Sie Ihre Azubis als Ausbildungsbotschafter einsetzen

Der Ausbildungsmarkt ist zurzeit von 2 gravierenden Problemen geprägt: Zum einen bewerben sich für zahlreiche Berufe immer weniger Schulabgänger. Und zum anderen sind die Erwartungen von Auszubildenden oft nicht realistisch. Diese Probleme können Sie dadurch eindämmen, dass Ihre Azubis als Ausbildungsbotschafter fungieren.

Ausbildungsbotschafter gibt es in zahlreichen Kammerbezirken, beispielsweise in Baden-Württemberg und in Niedersachsen. Im Vordergrund steht dabei, Schüler im Rahmen ihrer Berufsorientierung – also vorwiegend solche in den Klassen 8 bis 10 – über bestimmte Ausbildungsberufe zu informieren. Dabei sind nicht Funktionsträger aus Verbänden und Kammern, Ausbilder oder Ausbildungsleiter diejenigen, die sich vor eine entsprechende Schulklasse stellen. Nein, es sind die Auszubildenden selbst – oft diejenigen, die sich gerade im 2. Ausbildungsjahr befinden – die aktiv sind und über ihren Ausbildungsalltag berichten.

Dabei sind diese Auszubildenden ganz besonders glaubwürdige Zeugen des Berufslebens. Sie berichten häufig mit großer Begeisterung, wirken ehrlich und ermutigen die Schüler, zu fragen, was ihnen auf den Nägeln brennt. Denn als Angehöriger der gleichen Generation – schließlich beträgt der Altersunterschied von Schülern und Auszubildenden nur wenige Jahre – hat kaum jemand Angst, sich bei Fragen zu blamieren.

Darum sollten Sie Ihre Azubis hierzu animieren

Wenn Ihre Auszubildenden als Ausbildungsbotschafter agieren, dann tun sie das auch, um zu helfen. Denn schließlich tragen sie dazu bei, dass Ausbildungsbetrieb, Beruf und Azubi letztlich zueinander passen. Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile für die beteiligten Azubis und vor allem auch für den Ausbildungsbetrieb:

  1. Als Repräsentant des eigenen Unternehmens berichten die Auszubildenden aus ihrem spannenden Berufsalltag. So schaffen sie es, nicht nur ihren Beruf vorzustellen und so bei den Bewerbern im Kopf für klare Verhältnisse zu sorgen, sondern auch Werbung für ihr Ausbildungsunternehmen zu machen. Wer also nach einem Auftritt eines Ausbildungsbotschafters vom Beruf überzeugt ist, bewirbt sich voraussichtlich Erstes dort, von woher der Azubi berichtet hat.
  2. Durch die realistische Darstellung der Ausbildung wird der Ausbildungsbotschafter auch gewisse Schüler von einer Bewerbung abhalten. Sie haben nämlich ein Stück Klarheit mit auf den Weg bekommen und können einschätzen, ob der Beruf etwas für sie ist. Insofern bewerben sie sich nicht für diesen Beruf und gehören dann nicht zu denjenigen, bei denen ein Ausbildungsabbruch droht, weil man sich die Ausbildung ganz anders vorgestellt hat.
  3. Ihre Auszubildenden machen einen Riesenschritt nach vorne. Sie lernen, Verantwortung zu tragen, zu repräsentieren, vor anderen zu sprechen und Werbung in eigener Sache bzw. für den Ausbildungsbetrieb zu betreiben. Das steht in keiner Ausbildungsordnung und ist ein echter Zusatznutzen, der ein hohes Maß an Selbstvertrauen mit sich bringt.
Mein Tipp: Sprechen Sie die Azubis, denen Sie diese Aufgabe zutrauen an. Fragen Sie, ob sie Interesse an dieser abwechslungsreichen und herausfordernden Betätigung haben. Erkundigen Sie sich zudem bei Ihrer Kammer, ob sie an engagierten Ausbildungsbotschaftern interessiert ist. Als zuständige Stelle für die Berufsausbildung hat sie ein hohes Interesse daran, dass Bewerber und Ausbildungsbetriebe künftig passgenauer zueinanderfinden.
Autor: Martin Glania

 

 

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