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Ausbildungsmarketing
02.06.2018

Azubimarketing – Möglichkeiten mit Veranstaltungscharakter

Firmen müssen sich heutzutage mehr einbringen als nur bei Jobmessen oder mit Annoncen. Veranstaltungen wie ein „Tag der offenen Tür“, „Girls/Boys Day“, die Teilnahme an einer Lehrstellenrallye oder ähnliche Aktivitäten bieten eine gute Möglichkeit, Ihr Unternehmen und den Ausbildungsberuf direkt vor Ort präsentieren zu können.

Neu im Trend: Recruitainment

Recruiting soll heute Spaß machen, speziell für die Zielgruppe, die Azubis der Zukunft. Das belegt ein aktueller Trend. Viele Mittelständler setzen auf Recruitainment, also den spielerischen Mix aus Recruiting und Entertainment. Vor allem die „Generation Gaming“ lässt sich durch solche kreativen Angebote erreichen. Mit diesem Instrument machen Betriebe für potenzielle Arbeitnehmer interessante Aspekte erlebbar, etwa Arbeitsumgebung, künftige Kollegen oder Jobanforderungen – mit anderen Maßnahmen kaum möglich. Es muss allerdings richtig gemacht werden. Vor allem kommt es darauf an, den Tonfall der jungen Generation zu treffen und soziale Medien einzubinden. Daneben muss auch die Internetseite der Firma Bewerbern einen guten Einblick bieten.

Oft sehr erfolgreich: Kooperationen mit Schulen oder Hochschulen

Auch über die Kooperation mit Institutionen und externen Anbietern in der Region lassen sich Azubis finden. Es gibt verschiedene Akteure, mit denen Sie zusammenarbeiten können. Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Ihrem Ausbildungsbetrieb und Schulen oder Hochschulen können sehr unterschiedlich und ressourcenintensiv sein. Die Kontaktaufnahme und die Kooperationsgestaltung bedeuten für Sie einen hohen Aufwand, aber einen noch höheren Nutzen.

Nehmen Sie Kontakt mit einer Schule in Ihrer Nähe auf

Schulen bieten Ihnen als Arbeitgeber durchaus die Gelegenheit, einmal Ihr Unternehmen vorzustellen, etwa im Rahmen eines Bewerber-Trainings, das Sie kostenfrei anbieten können. Regelmäßig gibt es an Schulen einen Tag für Informationsveranstaltungen. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihr Unternehmen dort vorzustellen. Die Schüler können sich dann persönlich über ihre Ausbildungsmöglichkeiten informieren und erste Kontakte zu Ihnen knüpfen. Setzen Sie sich mit dem Rektorat der Schule in Verbindung und fragen Sie nach möglichen Terminen. Falls es eine derartige Veranstaltung dort noch nicht gibt, schlagen Sie eine solche vor.

Mein Tipp: Konzentrieren Sie sich in erster Linie auf die Schulen bzw. Schularten, bei denen Sie mit der größten Resonanz rechnen und bei denen Ihre Anforderungen erfüllt werden können: Bieten Sie etwa eine Ausbildung zum Bankkaufmann an, zielen Sie mit Ihrer Ansprache auf Ausbildungsanfänger mit (Fach-)Hochschulreife, die nicht direkt ein Studium aufnehmen wollen. Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Schulabschluss hingegen lassen sich gern im Handel und im Gesundheitsbereich ausbilden, bei solchen mit erstem allgemeinbildenden Schulabschluss stehen Kfz-Mechatroniker und Maler ganz oben auf der Liste der Berufswünsche. Setzen Sie sich auch mit den Vertrauenslehrern der Abschlussklassen in Verbindung und fragen Sie nach den vorhandenen Berufswünschen.

 

 

Hochschulmarketing nicht vernachlässigen

Auch Hochschulen sind, speziell für duale Studenten, ein beliebter Ort, um junge Nachwuchskräfte zu rekrutieren. Hochschulmessen, Gastvorträge, Angebote für Werkstudenten, firmenspezifische Workshops oder Praktika sind wirkungsvolle Mittel, um den Kontakt zum Nachwuchs der Zukunft aufzubauen.

Präsentieren Sie sich auf regionalen Jobmessen

Diese für Schülerinnen und Schüler aller Schularten konzipierten Info-Messen werden von Kammern, Verbänden, den Arbeitsämtern oder Schulen im ganzen Bundesgebiet veranstaltet. Bei regionalen Jobmessen können Sie als Arbeitgeber vor Ort mit Bewerbern direkt ins Gespräch kommen. Ob nun Jobmessen oder gemeinsam organisierte „Tage der offenen Tür“ – zeigen Sie Präsenz. Es lohnt sich.

Die Jugendlichen können sich auf diesen Messen detailliert über die Ausbildung in verschiedenen Berufen informieren. Sie haben die Möglichkeit, sich auf solchen Azubi-Messen neben anderen Unternehmen als Aussteller zu präsentieren. Das kann sich lohnen, denn die Besucherzahlen gehen leicht in die (Zehn-)Tausende.

Mein Tipp: Wenn Sie bereits Azubis ausbilden, nehmen Sie den einen oder anderen auf die Veranstaltung mit. Jugendliche können Gleichaltrigen ihre Begeisterung für einen bestimmten Ausbildungsgang fast immer besser vermitteln als Erwachsene.

 

Attraktiv sind solche Messen nicht zuletzt deshalb, weil ein umfangreiches Programm geboten wird:

  • Die Veranstalter der Azubi-Tage bieten Jugendlichen in kleinen Gruppen eine Führung über die Messe zu bestimmten Berufsfeldern an.
  • Weitere „Highlights“ sind etwa Bewerbungstrainings oder spezielle Vorträge für Abiturienten.
  • Nutzen Sie als Aussteller die Möglichkeit, durch Podiumsdiskussionen, Vorträge etc. auf sich aufmerksam zu machen.

Hauptsache dabei ist: Sie können viele Jugendliche für Ihr Unternehmen interessieren.

Es gibt übrigens bei diesen Veranstaltungen oft eine eigene Messezeitung, in der sich ein Stelleninserat für Sie lohnen kann. Hilfreich sind auch kleine Werbegeschenke, die den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe entsprechen (Feuerzeuge, Mini-Kopfhörer, Gutscheine für Energiedrinks, Verlosung eines Spotify-Gutscheins etc.).

Mein Tipp: Wenn Sie auf einer solchen Veranstaltung Kontakt zu einem Jugendlichen aufgenommen haben, der schon konkretes Interesse zeigt, sollten Sie ihn nicht gleich vor Ort einem Vorstellungsgespräch unterziehen. Vereinbaren Sie dazu lieber einen eigenen Termin.

 

Hier finden Sie weitere Informationen

Infos zu den jeweiligen Azubi-Tagen finden Sie unter www.azubitage.de. Da insbesondere Messen für Abiturienten immer mehr Zulauf verzeichnen, wird z. B. die Abiturientenmesse „Einstieg Abi“ mehrfach im Jahr an verschiedenen Standorten durchgeführt. Infos finden Sie unter www.einstieg-abi.de.

Recruitment-Castings – ein neuer Weg zur Azubi-Rekrutierung

Bei einem Azubi-Casting treffen Schüler, Schülerinnen und Unternehmen in einer lockeren Art und Weise aufeinander. Manchmal beschränkt sich das Kennenlernen auf ein entspanntes Gespräch, ein anderes Mal gibt es einen praxisnahen Test, um Teamgeist, Kreativität und Kommunikationsskills der angehenden Azubis auszuloten. Wichtig für Sie ist es, dabei Kontakte aufbauen und Ihr Unternehmen zu präsentieren.

Sponsoring von Veranstaltungen der Zielgruppe

Als Sponsor haben Sie eine besonders gute Möglichkeit, Ihr Unternehmen als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu präsentieren – und wenn es „nur“ dadurch geschieht, dass Ihre Firmenprospekte verteilt werden.

Möglichkeiten zum Sponsoring gibt es viele

Die Veranstalter von Hochschulfesten sind sicherlich für einen Sponsoren dankbar. Daneben gibt es Musikfestivals, Popkonzerte, Sportveranstaltungen etc., bei denen Sie ebenfalls auf Ihre Zielgruppe stoßen können.

Nacht oder Tag des offenen Unternehmens – treffen Sie Jugendliche und ihre Eltern

Gute Erfahrungen machen viele Arbeitgeber, wenn sie Jugendliche und ihre Eltern ins eigene Unternehmen einladen. Bei einer „Nacht/Tag des offenen Unternehmens“ oder ähnlichen Veranstaltungen wird der Ausbildungsberuf praxisnah von Auszubildenden und Mitarbeitern in der realen Arbeitsumgebung vorgestellt.

Durch zusätzliche Angebote wie einen Bewerbungsmappencheck oder ein Bewerbungstraining kann die Veranstaltung einen Mehrwert bieten und somit mehr Gäste ansprechen.

Sie können eine solche Veranstaltung eigenständig oder zusammen mit Kooperationspartnern organisieren und durchführen.

Mein Tipp: Erkundigen Sie sich bei der zuständigen IHK oder Handwerkskammer. In fast allen Bezirken bundesweit gibt es Kooperationen für verschiedene Aktionen.

 

Wie Ihnen Ihre Azubis beim Ausbildungsmarketing helfen können, erfahren Sie hier..

Autor: Günter Stein

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