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Motivation
12.02.2019

Ein Azubi hinkt hinterher? So kann ein Mentoring-Programm helfen

Gute Mentoring-Programme sind extrem hilfreich für jüngere Mitarbeiter wie Ihre Azubis. Mentoring bedeutet, dass ein erfahrener Mitarbeiter einen Azubi „unter seine Fittiche“ nimmt, ihn über einen längeren Zeitraum hinweg unterstützt und ihm bei der Ausbildung und beruflichen Entwicklung hilft. Die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit sind offensichtlich, doch die Umsetzung muss gut geplant sein. Ihr erfolgreiches Mentoring-Programm besteht aus folgenden 6 Schritten.

1. Mentoring als Teil der Firmenkultur beim Recruiting nutzen

Verankern Sie das Mentoring-Programm fest in der Unternehmenskultur. Inzwischen ist ein gutes Mentoring für Ausbildungssuchende ein großer Pluspunkt bei der Auswahl ihrer Top-Arbeitgeber. Stellen Sie deshalb ein dauerhaftes und nachhaltiges Mentoring-Programm auf und vergewissern Sie sich, dass es die Unterstützung aller Abteilungen hat. Bieten Sie außergewöhnliche Mentoring-Chancen an, etwa gemeinsame Betriebsausflüge, firmeninterne Wettbewerbe oder Mentoring-Schulungen, damit sich Mentor und Mentee besser kennenlernen können.

2. Bilden Sie Mentoren aus, damit diese gut ausbilden können

Ihre Mentoren sollten richtig geschult werden, damit sie den Mentees die beste Unterstützung zukommen lassen können. Dazu bieten sich Weiterbildungen und auch Vorträge von erfahrenen Mentoren, wie von Ihnen als Ausbilder, an. Nur wer selbst gut geschult ist und die Besonderheiten kennt, die Azubis vermittelt werden müssen, kann andere erfolgreich unterrichten. Machen Sie die Fortbildungsveranstaltungen für Mentoren zusammen mit Ihrer Personalabteilung zu einem festen Bestandteil der Auszubildenden-Förderung.

3. Erläutern Sie die Vorteile von gutem Mentoring

Die Vorteile von gutem Mentoring sind vielseitig: Mentoring verstärkt die Performance des Unternehmens, da die Azubis mit zusätzlicher Hilfestellung schneller in ihre Rollen hineinwachsen und selbstbewusster in ihrer Ausbildung arbeiten. Zusätzlich zum Beitrag zur positiven Entwicklung des Mentees steigert ein Mentoring-Programm aber auch den Zusammenhalt in der Firma und gibt den Mentoren einen anderen Blickwinkel auf das Unternehmen, den sie in ihrer eigenen Position eventuell nicht haben.

 

4. Definieren Sie Umsetzungsstrategien und Ziele für beide Partner

Stellen Sie sicher, dass sowohl Mentor als auch Azubi verstehen, was sie von der Zusammenarbeit erwarten können. Mitarbeiter sind oft zeitlich sehr eingebunden und müssen genau wissen, ob und wie sie den zusätzlichen Arbeitsaufwand einplanen können. So vermeiden Sie Enttäuschungen und Überlastungen.

5. Finden Sie „Traumpaare“

Nicht alle Paarungen arbeiten gut zusammen. Stellen Sie sicher, dass sich Paare finden, die viel voneinander lernen können, die z.B. in derselben Abteilung arbeiten oder gearbeitet haben. Die Chemie zwischen den beiden Partnern muss stimmen.

Mein Tipp: Eine Idee sind sogenannte Speed Dates für das Mentoring, in denen sich potenzielle Mentoren und Azubis kennenlernen. Dann können beide Seiten besser entscheiden, mit wem sie am liebsten zusammenarbeiten wollen.

6. Evaluieren Sie Rückmeldungen und verbessern Sie das Programm stetig

Eine ständige Evaluierung des Programms bietet die Möglichkeit, Verbesserungen zu finden und diese zu implementieren. Holen Sie sich dazu Rückmeldungen von beiden Seiten und setzen Sie die Verbesserungsvorschläge danach um.

Warum und wie Ihre Azubis von einem guten Mentor enorm profitieren

Die Vorteile, die sich aus einem etablierten Mentoring-Programm für Ihre Auszubildenden ergeben, sind vielseitig. Sie können sich in einer positiven Einstellung des Azubis zur Ausbildung und dem Unternehmen finden, aber auch konkrete Auswirkungen auf die Karriere des Auszubildenden haben:

  • Der Mentor gibt Ratschläge und berät in schwierigen und unbekannten Situationen, sodass diese für den Azubi einfacher zu handhaben sind.
  • Das bedeutet auch, dass der Mentor über einen längeren Zeitraum für den Auszubildenden bereitsteht und ihm unter die Arme greift, um die Regeln des Erfolgs im Unternehmen besser zu verstehen.
  • Der Mentor unterstützt und ermutigt, wenn sich der Azubi unsicher ist oder einen Rat braucht.
  • Die Erfahrung des Mentors hilft dem Auszubildenden, Probleme anzugehen und zu lösen.
  • Dadurch steigert der Mentor das Selbstbewusstsein des Azubis, was auch zu einem positiveren Ausblick auf die Entwicklung und die Zufriedenheit in der Ausbildung führt.
  • Der Mentor gibt konstante Rückmeldung, die hilft, die Umsetzung von Aufgaben zu hinterfragen und zu reflektieren und so die Herangehensweise zu verbessern.
  • Durch die Beziehung zum Mentor ist der Azubi in den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens sichtbarer, was zu mehr Anerkennung und schlussendlich zu einer Übernahme führen kann.
Autor: Günter Stein

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