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Ausbildungsmarketing
12.04.2018

Ausbildungsmarketing in sozialen Netzwerken

Auch wenn der Weg über soziale Netzwerke, zum Beispiel Facebook, ein moderner ist, dürfen Sie die klassischen Inhalte nicht vergessen. Eine Diskussion in sozialen Netzwerken sollte nicht zur reinen Unterhaltung werden. Stattdessen sollte sie relevante Informationen transportieren.

Bedenken Sie, dass die Aktivitäten, die Sie als Ausbildungsverantwortlicher in sozialen Netzwerken betreiben, der Azubi-Akquise dienen. Daher sollten diese nicht in erster Linie unterhaltsam, sondern seriös erscheinen. Dazu gehören sachliche Inhalte, mit denen ein potenzieller Bewerber etwas anfangen kann. Diese haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Welche Berufe bilden Sie aus?

Nennen Sie Ihre Ausbildungsberufe nicht nur beim Namen, sondern stellen Sie diese ausführlich vor. Genau hier sind Facebook und Co. der gewöhnlichen Stellenanzeige überlegen: Sie könnten zu jedem Beruf eine Bildergalerie einfügen und ein Interview mit einem Azubi, der diesen Beruf erlernt, veröffentlichen.

Ziel ist es, dass Nutzer sozialer Netzwerke einen realistischen Eindruck vom Ausbildungsberuf erhalten. Dieser Eindruck sollte natürlich attraktiv sein und möglichst zum Weiterklicken animieren. Wählen Sie daher das Foto, mit dem Sie einen Beitrag in einem sozialen Netzwerk eröffnen, besonders sorgfältig aus.

Ihr Vorteil: Die Qualität der Bewerbungen wird steigen, wenn ein Bewerber genau weiß, was ihn im Ausbildungsberuf erwartet. Das ist keineswegs selbstverständlich. Lange nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens stellt der ein oder andere junge Mensch in der Probezeit fest, mit welch ungeliebten Tätigkeiten er konfrontiert wird. Das führt nicht selten zum Ausbildungsabbruch.

 

Was erwarten Sie von Ihren Auszubildenden?

Auf der anderen Seite sollte der potenzielle Bewerber natürlich auch wissen, welche Erwartungen Sie an ihn haben. Wenn Sie also Azubis mit einer schlechten Note in Mathematik prinzipiell ausschließen, weil für den Beruf gute Mathekenntnisse erforderlich sind, formulieren Sie Ihre Ansprüche entsprechend. Auch das wird die Qualität der Bewerbungen steigern.

Nennen und kommunizieren Sie einige Schlüsselqualifikationen, mit denen ein junger Mensch etwas anfangen kann. Wenn die Teamfähigkeit besonders wichtig ist, dann sollten Sie das im Rahmen Ihrer Social-Media-Aktivitäten vermitteln. Gleiches gilt beispielsweise für Technik-Begeisterung, Identifikation mit dem Unternehmen oder soziale Einstellungen. Nur so kann sich jeder potenzielle Bewerber selbst hinterfragen und entscheiden, ob er sich bei Ihnen bewerben möchte.

Was bieten Sie Ihren Azubis – während und nach der Ausbildung?

Bewerbung – ja oder nein? Diese Entscheidung macht ein Auszubildender vor allem von Ihren Leistungen abhängig. Viele angehende Azubis wollen wissen, wie viel sie während der Ausbildung und danach verdienen können. Vielen ist zudem wichtig, ob sie die Chance haben, übernommen zu werden.

Machen Sie hierbei aber keine Versprechungen, die Sie nicht halten können, sondern formulieren Sie die tatsächliche Perspektive. Was die Verdienstmöglichkeiten angeht, seien Sie vorsichtig. Plaudern Sie in sozialen Netzwerk niemals Durchschnittseinkommen oder individuelle Einkommen in Ihrem Unternehmen aus. Orientieren Sie sich bei Ihren Angaben vielmehr an den Tarifverträgen.

Welche Fristen und Formalien sind zu beachten?

Letztendlich müssen Sie interessierten jungen Menschen den Weg zu einer Bewerbung leicht machen. Nennen Sie daher auch in sozialen Netzwerken den von ihnen bevorzugten Bewerbungsweg. Dabei rate ich davon ab, auf eine schriftliche Bewerbung zu bestehen. Gerade Personen, die sich in sozialen Netzwerken bewegen, möchten ihre Bewerbungsunterlagen möglichst auf einfachem Weg digital abgeben. Das kostet deutlich weniger Zeit und schont das Portemonnaie der jungen Menschen.

Ganz wichtig sind auch die Fristen, die von Bewerbern zu beachten sind. Erwähnen Sie diese in sozialen Netzwerken immer wieder, um Verspätungen und Missverständnisse zu vermeiden. Zudem kann sich der Bewerber die genaue Frist in seinem digitalen Kalender vormerken. Damit wäre Ihr Unternehmen schon mal in seinen persönlichen Dateien erwähnt.

Letztlich schreiben Sie auch auf, welche Bewerbungsunterlagen Sie erwarten und an wen diese gesandt werden sollen. Vermeiden Sie dabei, die Zusendung eines Bewerbungsfotos als verbindlich und unumgänglich zu bezeichnen. Dies hat schon das ein oder andere Mal zu Konflikten mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geführt: beispielsweise, wenn erfolglose Bewerber behauptet haben, ihr Foto und die darauf erkennbare Abstammung oder Hautfarbe sei für ihre Ablehnung verantwortlich. Bedenken Sie zudem, dass Sie von vielen Bewerbern aufgrund des Kontakts in sozialen Netzwerken bereits digitale Fotodateien zur Verfügung haben.

Autor: Günter Stein

1 Kommentare zu Ausbildungsmarketing in sozialen Netzwerken

  1. Unser Betrieb hat gerade erst mit dem Ausbildungsmarketing auf Facebook begonnen. Danke für die Tipps, die sind eine super Orientierung!

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