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Ausbildungsmarketing
06.09.2018

Ausbildungsmarketing in schwierigen Branchen

Es gibt immer wieder sehr ungewöhnliche Maßnahmen, wie man junge Menschen für einen Ausbildungsplatz begeistern kann. Manch eine Aktion ist so erfolgreich, dass alle Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen mit einem Schlag erledigt sind.

Das Wichtigste dabei ist der Einsatz von Medien – und natürlich eine gute Idee. In Branchen, in denen es schwierig oder regional sogar nahezu unmöglich ist, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, sind besondere Ideen gefragt. Ob Sie einem Azubi nun einen Firmenwagen zur Verfügung stellen, ein Smartphone spendieren oder ihn nach bestandener Abschlussprüfung auf eine Kreuzfahrt einladen – so etwas erregt Aufsehen.

Wenn ein Gastronom seit Jahren vergeblich versucht, einen Azubi zu finden, dann kann das Stichwort „Kreuzfahrt“ schon reichen, um das Interesse von jungen Menschen und natürlich auch der Medien zu wecken. So hat ein niedersächsischer Gastwirt aus der Nähe von Hannover angedeutet, er könne Bewerber mit einer Kreuzfahrt zum bestandenen Abschluss ködern – und es sprang tatsächlich ein Zeitungsartikel dabei heraus: Vor ein paar Wochen gab es in der Onlineausgabe der Hannoverschen Allgemeinen einen Artikel unter der Überschrift „Gastronom sucht Azubi – mit ungewöhnlicher Idee“. Das Beispiel zeigt, dass allein schon das In-Erwägung-Ziehen einer spektakulären Belohnung Aufmerksamkeit erregt.

Perfektes Beispiel: Glaserei Sterz

Wie man mit überschaubarem Aufwand ein sehr breites Publikum begeistern kann, machte die norddeutsche Glaserei Sterz vor ein paar Monaten vor. Der Betriebsinhaber ließ vor laufender Kamera eine größere Glasscheibe fallen. Anschließend warb er für seine Firma als Ausbildungsbetrieb – und zwar mit guten Argumenten: überdurchschnittliche Ausbildungsvergütung, Sonderzahlung bei Note 3 in der Zwischen- und der Abschlussprüfung, Unterstützung beim Führerschein, Übernahme der Kosten für die Fahrten zur Berufsschule.

Das Ganze wurde bei YouTube hochgeladen, tausende Male angeklickt und vor allem: Es kamen Bewerbungen ohne Ende. In diesem Ausbildungsjahr wurden daher nicht nur die erhofften 2 Auszubildenden eingestellt, sondern gleich 3. Seine neuen Azubis stellte der Betriebsinhaber übrigens auch per YouTube-Video vor.

 

Vorhandene Medienstruktur nutzen

Das Beispiel zeigt, dass nicht einmal Kontakte zu den Printmedien oder zum Radio zwingend notwendig sind. Die Nutzung sozialer Netzwerke oder eines YouTube-Kanals kann dafür sorgen, dass die Verbreitung Ihrer Botschaft besser funktioniert, als es bei klassischen Medien der Fall wäre.

Mein Tipp: Falls Sie solche Möglichkeiten auch in Ihrer Branche sehen, ist das Wichtigste: Seien Sie authentisch. Das hat in sozialen Netzwerken absolute Priorität. Denken Sie daran: Wenn ein Video auf YouTube allzu gestellt wirkt, kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Über Nacht kann sich unvorhersehbar ein Shitstorm entwickeln. Holen Sie sich daher vor der Veröffentlichung unbedingt das Feedback einer Testgruppe (Ihre Auszubildenden eignen sich dazu hervorragend) ein!

Alles zum Thema Ausbildungsmarketing finden Sie übrigens hier!

Autor: Martin Glania

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