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Motivation
25.04.2018

Ausbildungskrise meistern: Schließen Sie mit Ihrem Azubi einen Vertrag ab

Liegt eine Ausbildungskrise vor, ist Handeln angesagt. Das kann auch im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Ihnen und dem Auszubildenden geschehen. Beide Seiten übernehmen Pflichten und machen den Kahn wieder flott.

Verträge haben den Vorteil, dass sie allseits anerkannt und verpflichtend sind. Sie sind das ideale Mittel, um:

  • den Azubi dazu zu bringen, bestimmte Änderungen tatsächlich durchzuführen.
  • deutlich zu machen, dass Sie selbst aktiv helfen wollen, können und sich auch dazu verpflichten.

Voraussetzung für einen Vertrag ist die Erkenntnis (auch des Auszubildenden), dass er in eine Ausbildungskrise „geschlittert“ ist. Fragen Sie den Azubi, was er konkret zu tun bereit ist, um die Ausbildungssituation zu verbessern.

Beispiel:

Die Berufsschulnoten sind katastrophal schlecht.

Ihr Azubi bietet für die nächsten 3 Monate an:

  • immer alle Hausaufgaben zu machen;
  • zusätzlich im Umfang von 2 Stunden in der Woche zu ü

Sie bieten für die nächsten 3 Monate an:

  • ihn für 2 Stunden in der Woche von der Arbeit zu befreien und ihm zum Lernen einen Raum zur Verfügung zu stellen;
  • in dieser Zeit für Fragen zum Lernstoff zur Verfügung zu stehen.

Nach Ablauf der 3 Monate setzen Sie sich zusammen, um den Erfolg dieser Vereinbarung zu überprüfen und das weitere Vorgehen zu vereinbaren.

 

Achten Sie auf diese Kriterien

Es sollte grundsätzlich klar sein, dass das Erledigen der Hausaufgaben kein wohltätiges Angebot des Azubis ist, sondern seine Pflicht: siehe § 13 Berufsbildungsgesetz. Aber: Verlangen Sie nicht zu viel und bieten Sie nicht zu viel an. Der Vertrag muss erfüllbar sein. Sobald Sie die Anforderungen nachträglich nach unten korrigieren müssen, geht der verpflichtende und motivierende Charakter des Schriftstücks verloren.

Die Begrenzung der Dauer ist entscheidend

Mit der Befristung signalisieren Sie, dass Sie an eine Verbesserung der Ausbildungssituation glauben. Verfassen Sie den Vertrag grundsätzlich schriftlich und verwenden Sie dabei möglichst einen Firmenbogen. Das unterstreicht den verbindlichen Charakter. Geben Sie das Original dem Auszubildenden und heften Sie die Kopie in die Personalakte.

Vertrag (Muster)

Zwischen _________________________ (Ausbilder) und _________________________ (Auszubildender) werden im Rahmen der Ausbildung zum __________________________________________________, Ausbildungsvertrag vom ______________ , folgende verbindliche Verpflichtungen vereinbart:

Der Auszubildende _________________________, wird in der Zeit vom 01.07.2017 bis zum 30.09.2017 regelmäßig _________________________, _________________________, _________________________. Der Ausbilder verpflichtet sich dazu, __________________________________________________.

Zudem verpflichten sich beide Seiten dazu, 14-täglich ein Gespräch über die Ausbildungssituation zu führen. Das Gespräch darf nur dann entfallen, wenn beide Seiten keinen Gesprächsbedarf haben oder wenn eine der beiden Seiten in der entsprechenden Woche für länger als 2 Tage in Urlaub oder aus Krankheitsgründen verhindert ist.

_________________________, den _________________

________________________________               ______________________________________

Unterschrift Auszubildender                                      Unterschrift Ausbilder

 

10 weitere hilfreiche Motivationstipps für Ihre Azubis finden Sie hier!

Autor: Günter Stein

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