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Ausbildungsqualität
16.01.2020

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) – zur Unterstützung Ihrer Azubis

Sie kommen grundsätzlich für alle Ihre Auszubildenden
infrage, wenn es Probleme gibt: die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH). Ihre
neuen Azubis profitieren, da sie damit den Anschluss schneller bekommen, und
Ihre Azubis im 3. Ausbildungsjahr können sich so besser auf ihre
Abschlussprüfung vorbereiten.

Die abB sind ein Instrument, um gezielt Schwächen auszugleichen, die einer erfolgreichen Ausbildung im Wege stehen könnten. Die Palette der zu vermittelnden Inhalte bei abH ist vielfältig und geht weit über berufsspezifische Kenntnisse hinaus.

Dann kommen abH für Ihren Azubi infrage

Wenn Sie bei einem (oder mehreren) Ihrer Auszubildenden auf einem (oder mehreren) der folgenden Gebiete Defizite sehen, kommen abH infrage:

  • Fachtheorie
  • Fachpraxis
  • Allgemeinwissen
  • Ausdrucksvermögen
  • Lerntechniken
  • Persönlichkeit/Selbstvertrauen
  • Prüfungswissen

In all diesen Bereichen sind ausbildungsbegleitende
Maßnahmen denkbar. Fragen Sie Ihre Agentur für Arbeit, welche Lehrgänge in
Ihrem Agenturbezirk gefördert werden und infrage kommen. Ihre Hauptaufgabe
dabei: Animieren Sie Ihre Azubis mit Ausbildungsproblemen dazu, sich bei der
für sie zuständigen Agentur für Arbeit nach abH zu erkundigen.

Das müssen Sie als Ausbilder tun

Wichtig: Damit der Auszubildende an den Maßnahmen teilnehmen kann, müssen Sie als sein Arbeitgeber ihm eine schriftliche Einverständniserklärung aushändigen. Im Idealfall erhalten Sie vom durchführenden Bildungsträger ein Schreiben, in dem die Zeiten für Ihren Auszubildenden abgefragt bzw. mitgeteilt werden. Als Ausbilder bestätigen Sie die abH, indem Sie das Schreiben unterzeichnet zurücksenden.

In 4 Schritten zur kostenlosen Unterstützung durch abH

1. Schritt: Informieren Sie sich über abH bei der
Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Welche Maßnahmen werden angeboten? Wann
und wo finden sie statt?

2. Schritt: Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Auszubildenden
fest, dass es Defizite in der Ausbildung gibt, die behoben werden sollten, und
worin diese genau bestehen.

3. Schritt: Sie schlagen dem Azubi (oder den Eltern) die
Teilnahme an abH vor und erläutern die Vorteile für alle Beteiligten,
insbesondere für ihn selbst. Machen Sie den Sinn und die Notwendigkeit einer
Teilnahme deutlich.

4. Schritt: Ihr Auszubildender vereinbart einen Termin mit
der Berufsberatung der Agentur für Arbeit, um sich vor zustellen, sich nach
konkreten Maßnahmen zu erkundigen und die betreffende Maßnahme zu beantragen.
Dabei ist es wichtig, dass er seine Defizite nicht verschweigt, denn diese sind
natürlich Voraussetzungen für die Teilnahme an einer geforderten Maßnahme. Zu
diesem Termin sollte Ihr Azubi folgende Unterlagen in Kopie mitbringen:

  • den unterschriebenen Ausbildungsvertrag;
  • das letzte Schulzeugnis (allgemeinbildende
    Schule bzw. Berufsschule).

Wie die Umsetzung von abH erfolgt

Durchgeführt werden die abH als separate
Ausbildungseinheiten für Ihre Auszubildenden. Sie werden von der Agentur für
Arbeit betreut und auch bezahlt und finden in der Regel bei privaten
Bildungsträgern statt. Für Sie als Ausbildungsunternehmen bedeutet das: Sie
haben keine zusätzliche Belastung − weder zeitlich noch finanziell. Die Hilfen
werden in der Regel in kleinen Lerngruppen, außerhalb der regelmäßigen
Ausbildungszeit, also nach Feierabend, in einem Umfang von 3 bis
8 Stunden in der Woche abgehalten.

Wenn die abH während der Arbeitszeit stattfinden

 Manchmal finden
entsprechende Maßnahmen auch während der Ausbildungszeit statt. Da Sie als
Ausbildungsbetrieb auch für diese Zeit die Ausbildungsvergütung zahlen, der
Azubi Ihnen aber nicht zur Verfügung steht, können Sie auf Antrag von Ihrer
Agentur für Arbeit einen Zuschuss zur anteiligen Ausbildungsvergütung erhalten.
Spezielle sozialpädagogische Betreuung möglich Lernbeeinträchtigte oder sozial
benachteiligte Jugendliche, die sich in einer Berufsausbildungsvorbereitung
nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. in einer Einstiegsqualifizierung befinden,
können durch einen beauftragten Bildungsträger sozialpädagogisch begleitet
werden.

Fazit: Sie bekommen Unterstützung

Durch die Förderung der Bundesagentur für Arbeit und die Durchführung von dritten eingebundenen Bildungsinstitutionen werden Sie massiv entlastet. Notwendiger Stützunterricht, der auch auf Defizite in der Schulbildung zurückzuführen ist, geht nicht zu Ihren Lasten − weder finanziell noch organisatorisch.

Ein Beitrag von Günter Stein.

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